Dr. Dieter Graumann zum Ergebnis der Europawahlen: "Was wir befürchtet haben, ist eingetreten ..."

Dr. Dieter Graumann zum Ergebnis der Europawahlen:

"Was wir befürchtet haben, ist eingetreten ..."




Stellungnahme des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland und Vizepräsidenten des Jüdisches Welrkongresses, Dr. Dieter Graumann, zum Ausgang der Europawahlen:

“Was wir schon zuvor befürchtet hatten, ist eingetreten: Die rechtsextremen Parteien haben bei der Europawahl geradezu schockierend gut abgeschnitten, in Frankreich ist der Front National sogar stärkste Kraft geworden. Angesichts des Überfalls auf zwei jüdische Männer vor zwei Tagen in Paris, erfüllt uns das mit umso tieferer Sorge.

Auch die durch und durch antisemitische ungarische Jobbik-Partei kann mit deutlicher Zustimmung aus der eigenen Bevölkerung nach Straßburg ziehen. Ebenso müssen von nunmehr an drei Abgeordnete der eindeutig faschistischen griechischen „Goldene Morgenröte“ vom europäischen Steuerzahler bezahlt werden. Die rechten Abgeordneten kommen von ganz Europa nun in das Europaparlament, um ihren europafeindlichen und extremistischen Kurs umzusetzen.

Jetzt sind die demokratischen Parteien gefordert, diesem Ungeist Einhalt zu gebieten und die europäischen Werte zu verteidigen und aufrecht zu erhalten. Erst an diesem Wochenende haben wir mit ansehen müssen, wie das Gespenst des Antisemitismus in Brüssel brutale Wirklichkeit wurde, als ein Mann im jüdischen Museum um sich schoss und vier Menschen ermordete. So etwas darf niemals akzeptiert werden, und diese Botschaft sollte die allererste sein, die von neuem europäischen Parlament ausgeht.

Zugleich fühlen wir uns leider in unserer Forderung nach einem NPD-Verbot durch die Europawahl bestätigt. Künftig wird ein NPD-Abgeordneter im Europaparlament sitzen und kann dort mit den anderen Rechtsextremen gemeinsame Sache machen. Dieser Gedanke ist unerträglich, und ich hoffe, es war die letzte Europawahl, bei der die NPD antreten konnte. Rassismus und Antisemitismus dürfen niemals einen Platz in unserem gemeinsamen europäischen Haus haben – dieses Wahlergebnis fordert uns alle auf, das nun noch deutlicher denn je zu machen.”

 

Foto: Aufmarsch der faschistischen Jobbik-Partei in Budapest (Foto: von Orlovic (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) oder GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons)

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Dienstag, 27 Mai 2014






Selbst auf die Gefahr des Galgens!!: Bei allem Respekt, so manchmal habe ich beim ZdJ in DE meine Zweifel. Eine echt Demokratie wird mit ein paar handgestrickten Rechtsextremen schon fertig. Eine echte Demokratie verzichtet aber auch auf demokratiehassenden Import.



@1 steve

Korrekt Steve, dem kann ich nur zustimmen



Herr Graumann sieht offenbar durch die deutsche Brille. Ich konnte keine Informationen dazu finden, wer in Paris 2 Männer überfallen hat oder wer der Attentäter auf das jüdische Museum war. Wenn man aber andere Überfälle in den letzten Jahren auf Juden in Frankreich (von Mohammed Merah) oder Deutschland (auf Rabbiner Daniel Alter) betrachtet kamen sie jedenfalls nicht von Rechtsradikalen. Aber vielleicht habe ich auch nicht lange genug recherchiert? Ich möchte hier sicherlich nicht der FN das Wort reden, aber mit der Verbindung zweier ungeklärter Fälle zur FN macht sich Graumann selbst unglaubwürdig und schadet damit der Sache. Welche "europäischen Werte" sollen eigentlich verteidigt werden? Die Rede von Schulz in Israel über die Trinkwasserversorgung der Palis oder die Rede von Ashton zum Holocausttag, bei der sie das Wort Juden nicht über die Lippen brachte? Oder vielleicht die Unterstützung der EU für die BDS Kampagne? Oder vielleicht die Überweisungen an die Pali Behörden? Mir kommen die Europäischen Werte nicht gerade israelfreundlich vor.
Mit seinem Begriff "europafeindlich" langt er auch ziemlich weit daneben. Es geht um Kritik and der EU und am Euro. Nicht ganz Europa ist in der EU und auch von der EU sind nicht alle im Euro. Der Euro / die EU ist nicht Europa. Der Euro und die EU mit ihrem Demokratiedefizit (Schulz zu Broder) sind eher Teil des Problemes als seine Lösung. Aber was weiss ich schon?



@3 Tobiwan: Ich würde eher sagen der Herr Graumann sieht durch die politisch korrekte Brille. Gibt es überall in den Mediensparten ihres Vertrauens. "Aber was weiss ich schon?",....wer wird denn so Bescheiden sein. :-) moins...