Nachbetrachtung: Sigmar Gabriel in Israel und zum Holocaust

Nachbetrachtung:

Sigmar Gabriel in Israel und zum Holocaust


Bundesaußenminister Gabriels (SPD) Nicht-Auftritt in Jerusalem ist das eine. Sein Geschreibsel in der Frankfurter Rundschau (FR) das andere.

von Ramiro Fulano

 

Man muss es sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen, liebe Leserinnen und Leser: Der verhinderte Sonderschüler und spätere Bundesaußenminister Gabriel ist der Meinung, die ersten Opfer des Holocausts seien die Sozis und die Juden gewesen.

 

Das ist eine so dummdreiste und verlogene Behauptung, dass sie sich als nicht kritikwürdig von selbst disqualifiziert.

 

Wenn man so einen unsäglichen Quatsch von sich gibt, wie Genosse Gabriel, kann das nur drei Gründe haben: a) Man ist neidisch auf den Holocaust. b) Man wünscht sich eine systematische Vernichtung der Sozialdemokraten. Oder c) beides zusammen.

 

Sehen wir uns das der Reihe nach an. Wenn man verrückt oder von der eigenen Ideologie besoffen genug ist, kann man anscheinend auf den Holocaust neidisch werden. Vielleicht nicht auf das massenhafte Sterben und die Vernichtung von sechs Millionen Menschen sowie ihrer Kultur unter deutscher Führung.

 

Aber auf das Ergebnis: eine moralisch völlig unangreifbare Position, Hurra! Das jüdische Volk ist aus Sicht vieler, nicht nur linker Politiker und „normaler“ Menschen, das ultimative Opfer. Eine Selbstwahrnehmung, die das Judentum nicht unbedingt teilt, vor allem nicht das in Israel, doch dazu später.

 

Natürlich geht es der deutschen Sozialdemokratie und anderen Linken nur dann in den Kopf, wenn es ihnen auch in den politischen Kram passt, aber dem Opfer ist durchaus nicht alles erlaubt. Der Opferstatus ist entgegen landläufiger linker Meinung kein politischer Persil-Schein, kein Selbstermächtigungsgesetz. Egal, wie sehr Genosse Gabriel sich wünscht, es wäre eins.

 

Aber nicht nur inhaltlich, sondern auch historisch hat der deutsche Außenminister dummes Zeug betrieben, als er sich in der Frankfurter Lehrerzeitung zu Wort gemeldet hat.

 

Die Sozis waren nicht die ersten Opfer der Nazis, denn das waren die Kommunisten. Immerhin konnte die deutsche Sozialdemokratie sich im März 1933 den ideellen Gesamthintern ihrer Partei noch im Reichstag wärmen, während die Abgeordneten der historischen DKP bereits in den Folterkellern der Gestapo verschwanden.

 

Und die Sozis wurden noch nie müde, darauf hinzuweisen, dass sie gegen das Selbstermächtigungsgesetz des Hitler-Regimes gestimmt haben. Wie zweckdienlich Genosse Gabriel dieses Kapitel doch „vergessen“ hat - ein Schelm, wer dabei etwas Böses denkt…

 

War hier vielleicht der Wunsch der Vater des Gedankens? Nicht unbedingt der Wunsch, von den Nazis eine ordentliche Tracht Prügel zu kassieren. Aber der Wunsch, eine moralisch unangreifbare Position zu erringen? Wenn Genosse Gabriel mit sich und anderen ehrlich umginge, wäre seine Antwort für mich von Belang.

Denn muss der deutsche Außenminister wirklich versuchen, sich ohne Rücksicht auf die historischen Fakten und auf Kosten der tatsächlichen, sechs Millionen Opfer des Holocausts aufs moralisch hohe Ross zu schwingen?

 

Machen wir uns nichts vor: Wer nicht nur jenen Teil der deutschen Geschichte kennt, der ihm oder ihr in den politischen Kram passt, muss eingestehen, dass es den von Genosse Gabriel zweckdienlich herbeifantabulierten Genozid an den Sozis, den „Sozizid“, nie gegeben hat.

 

Wenn sich Genosse Gabriel aber wünscht, es hätte ihn gegeben, dann vor allem, um seinen armseligen, sozialdemokratischen Heiligenschein zum Strahlen zu bringen. Er macht damit eine interessante und unfreiwillig redselige Selbstauskunft, wirft aber nebenbei auch die Frage auf, ob es in der Sozi-Partei wirklich so schlimm ist, wie man sich denken kann. Oder sogar noch schlimmer.

 

Natürlich wurden Sozis im Dritten Reich staatsterroristisch verfolgt und etliche wurden ermordet. Aber eine systematisch und mit industriellen Methoden betriebene Vernichtung der Sozialdemokratie hat es nicht gegeben – im bemerkenswerten Gegensatz zur Vernichtung des Judentums, die eine Tatsache darstellt.

Als die Vernichtungslager der „Endlösung“ den Betrieb aufnahmen, hatte die deutsche Sozialdemokratie längst ihren Burgfrieden mit der Hitler-Diktatur gemacht. Man hatte sich mit dem Faschismus arrangiert, denn auch Sozis waren in erster Linie deutscher Staatsbürger – auch wenn sie sich heute eventuell wünschen, sie hätten damals Mut gehabt.

 

Die politische Klientel des internationalen Sozialismus hatte, von vereinzelten Ausnahmen abgesehen, spätestens drei Jahre nach der „Machtergreifung“ im Bruderkrieg mit dem nationalen Sozialismus kapituliert, und auch die deutsche Sozialdemokratie war von den „Errungenschaften“ des Hitlerismus inzwischen genauso begeistert, wie der Rest des regimetreuen Staatsvolks.

 

IM Sinne der eingangs formulierten Frage bin ich also für Option c) und der Meinung, Herr Gabriel ist nicht nur neidisch auf den Holocaust, sondern wünscht sich für die historischen Seinen rückwirkend dasselbe (mit dem eigenen Leben geht er bestimmt nicht so großzügig um).

 

Denn hätte es diesen von Genosse Gabriel herbeigewünschten Sozizid tatsächlich gegeben, wären die Sozis jetzt in jener moralisch unangreifbaren Position, die sie gerne hätten und die einige von ihnen den Juden nicht gönnen. Und selbstverständlich würden die Sozis im vollen Umfang von der modernen,

sozialdemokratischen Variante des Selbstermächtigungsgesetzes Gebrauch machen.

 

Und noch ein Wort zu Gabriel in Israel. Wenn man sich als deutscher Außenminister mit Organisationen trifft, die sich das Ziel gesetzt haben, dem jüdischen Staat die antifaschistische Selbstverteidigung so schwierig wie möglich zu machen, wirft das Fragen auf. Ich glaube nicht, dass Genosse Gabriel nach Tel Aviv gereist ist, um „Breaking The Silence“ und „Betselem“ mal gut ins Gewissen zu reden. Immerhin alimentiert die Bundesregierung (genau wie die ach so friedliche EU) beide Gruppen mit recht üppigen Finanzmitteln, weiß also nur zu gut, was sie unter dem Deckmantel der „Israel-Kritik“ treiben.

 

Vor dem Hintergrund ihrer Finanzierung aus staatlichen Quellen sollte man um der Wahrheit willen eingestehen, dass es sich auch bei diesen beiden Polit-Cliquen nur dem Namen nach um zivilgesellschaftliche Nichtregierungsorganisationen (NGOs) handelt.

 

Faktisch sind das ausgelagerte Dienststellen der Bundesregierung und der EU. Sie werden mit dem Ziel betrieben, die Existenz des jüdischen Staates nach Kräften zu erschweren, wenn nicht unmöglich zu machen. Warum das der Bundesregierung und der EU so viel Geld wert ist, mag viele Gründe haben. Aber maßgeblich hat das bestimmt mit den Juden zu tun - nicht wahr, Herr Gabriel?

 

Aus gegebenem Anlass möchte ich der deutschen Sozialkleptokratie und allen Linken zu ihrem „Kampftag der Arbeiterklasse“ mit den unsterblichen Worten eines der effektivsten Antifaschisten aller Zeiten, Sir Winston Churchill, gratulieren:

 

„Sozialismus ist eine Philosophie des Versagens, ein Credo der Ignoranz und eine Predigt des Neides. Die ihm innewohnende Tugend besteht im gleichmäßigen Teilen des Elends.“

 

Und mit Elend meinte Winnie nicht nur das materielle, sondern vor allem das geistige Elend, liebe Linke. Vater Staat kann euch nämlich auch nichts geben, was er euch nicht vorher weggenommen hat.

 

 

 

Foto: Sigmar Gabriel, noch als Wirtschaftsminister, in Teheran zusammen mit Rouhani (Foto: von Mahmoud Hosseini [CC BY 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/4.0)], via Wikimedia Commons)


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Samstag, 29 April 2017






"Die Sozis waren nicht die ersten Opfer der Nazis, das waren die Kommunisten". Bravo Ramiro genau so ist es.

"die historische DKP"? Die gab es erst in den 1950-ern in Westdeuschland. Was Sie meinen ist die KPD. Ansonsten volle Zustimmung.

Zu "Denn muss der deutsche Außenminister wirklich versuchen, sich ohne Rücksicht auf die historischen Fakten und auf Kosten der tatsächlichen, sechs Millionen Opfer des Holocausts aufs moralisch hohe Ross zu schwingen?": Die gesellschaftlich akzeptierte Praxis, den Rassenwahn des Holocaust als religiöse Verfolgung zu bezeichnen - obwohl getaufte Juden genauso ermordet wurden - dient heute vielen Moslems als Vehikel, ihre angebliche oder tatsächliche Diskriminierung mit dem Holocaust zu vergleichen. Ein abenteuerlicher Vergleich, wie ich meine, der entsprechend dem obigen Zitat dazu dient "sich aufs moralisch hohe Ross zu schwingen".

@2 heplev Naja Ramiro hat es mit dem Buchstabensalat nicht ganz so. Es ist ihm bestimmt bewusst, dass die KPD zu den Verfolgten und die DKP zu den Verfolgern gehörte.

Eine etwas unbequeme Wahrheit. Vom Stil und Inhalt erinnern mich die Artikel von Herrn Fulano an die sehr aufschlußreichen Beiträge von Karl-Eduard von Schnitzler im damaligen DDR-Fernsehen. Auslassungen dieser Art können mich nicht überzeugen. Auch der abfällige Ton erinnert stark an Fanatismus; und von Fanatikern ist ja noch nie etwas gutes gekommen. Das wissen wir ja alle.Wem der Bericht von Herrn Fulano gefällt, soll ihn auch ruhig glauben aber sich nicht aufregen, wenn andere Journalisten den gleichen Stil mit einer gegenteiligen Meinung haben.