Ist Mülheim nur der Anfang? Chanukka-Feier aus Sicherheitsgründen abgesagt

Ist Mülheim nur der Anfang?

Chanukka-Feier aus Sicherheitsgründen abgesagt


Das jüdische Chanukka-Fest wird traditionell sehr öffentlich gefeiert. An zentralen Plätzen werden große Chanukka-Leuchter aufgestellt, an dem am ersten Abend des Festes im Rahmen einer ebenso feierlichen wie fröhlichen Zeremonie die erste Kerze entzündet wird. Mit diesem Akt wird öffentlich manifest: Licht vertreibt die Dunkelheit.

Chanukka-Feier aus Sicherheitsgründen abgesagt

In Mülheim/Ruhr hat – zumindest in diesem Jahr – die Dunkelheit einen Punktsieg erringen können. In Mühlheim sollte am heutigen Donnerstagabend auf dem symbolträchtigen Synagogenplatz in einem öffentlichen Festakt die dritte Kerze angezündet werden. Doch jetzt haben die Jüdische Gemeinde und die Stadt das Fest absagen müssen – aus Sicherheitsgründen.

 

Der Bürgermeister von Mühlheim, Ulrich Scholten (SPD), zeigt sich der BILD gegenüber schockiert: Dass ich es nach der Zeit zwischen 1933 und 1945 erleben muss, dass eine öffentliche jüdische Versammlung aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden kann, ist unglaublich!“

 

Alexander Drehmann , Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Mühlheim-Oberhausen-Duisburg, wird von der BILD mit folgenden Worten zitiert: „Wir fühlen in erster Linie Trauer, denn Chanukka ist doch ein Fest der Freude. Wir haben sämtliche Veranstaltungen unter freiem Himmel gestrichen. In Duisburg gehen wir, statt vor dem Stadttheater zu sein, in unser Gemeindehaus mit gesicherten Einlasskontrollen. Es gab leider Warnungen, auch von nicht-jüdischen Stellen, wobei ich keine Namen nennen kann. Es ist ein mulmiges Gefühl, sicherlich einer der Tiefpunkt unserer Nachkriegsgeschichte.“

 

In Berlin wollten am Dienstag, dem ersten Abend von Chanukka, Islamisten am Brandenburger Tor einen Aufmarsch durchführen – zweieinhalb Stunden vor Beginn der Chanukka-Feier am gleichen Ort. Erst kurzfristig verlegte die Versammlungsbehörde den Aufmarsch der Islamisten dann vor den Berliner Hauptbahnhof, wo es dann, wie es vorher befürchtet wurde, zu antisemitischen Exzessen. Wie der österreichische Kurier berichtete, forderten die islamistischen Demonstranten „Intifada bis zum Sieg“ und zeigten den sogenannten IS-Gruß.

 

 

zbe - Foto: Synagogenplatz in Mühlheim (Foto: Tuxyso / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons)


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Donnerstag, 14 Dezember 2017

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