Berlin-Demo: Auch Unteilbares lässt sich teilen

Berlin-Demo: Auch Unteilbares lässt sich teilen


Wenn an einem sonnigen Samstag mehrere 100.000 Demonstranten die Straßen der Familienclan-Stadt verstopfen, dann darf sich niemand wundern, wenn auch 100-e Taschendiebe, 1.000-e Rassisten und 10.000-e Judenhasser mit dabei bei der Gaudi sind. Offiziell wird gegen Hass und Rassismus protestiert. Doch wir wissen: Hetzer und Rassisten sind immer die anderen!

Berlin-Demo: Auch Unteilbares lässt sich teilen

Von Dr. Nathan Warszawski

Dass nicht alles in multikultureller Butter ist, erkennt man daran, dass die Chefin der Links-Fraktion im Bundestag Sahra Wagenknecht ankündigt, dass sie und ihre Sammlungsbewegung „Aufstehen“ sich an den Umzug nicht beteiligen werden, auch wenn ihre Linkspartei auf der Demo vertreten sein wird. Dass die Berliner CDU die Großdemonstration nicht unterstützt, hat wenig zu bedeuten. Die CDU bringt es nicht übers Herz, mit Linksextremen durch die Stadt ziehen.

Liberale Muslime distanzieren sich von dem Protest. An der Demonstration gegen Hetze und Gewalt nimmt nämlich auch der Zentralrat der Muslime teil, der gewaltbereiten Islamisten und türkischen Nationalisten nahesteht. Wenn wir da mitmachen würden, würden wir unsere Prinzipien verraten, sagt ein liberaler muslimischer Kurde. Politiker haben schon deshalb keine Probleme damit, ihre Prinzipien zu verraten, da sie über keine verfügen.

Dem vor acht Jahren sicherlich demokratisch gewählten Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime Aiman Mazyek werden ausgezeichnete Verbindungen zur Muslimbruderschaft und den Grauen Wölfen nachgesagt. Er wird auf der unteilbaren Hauptbühne als einer der Redner auftreten. Zu den Mitgliedern von Mazyeks Zentralrat gehört die Islamische Gemeinde in Deutschland (IGD), die vom Bundesverfassungsschutz als islamistische Vereinigung eingestuft wird, nur weil sie ein Zweig der ägyptischen Terror-Muslimbruderschaft ist. Auch der Moscheeverein ATIB gehört dem Zentralrat an, der bis vor drei Jahren vom Verfassungsschutz als deutscher Ableger der Grauen Wölfe aufgeführt wird. Die Grauen Wölfe sind eine türkische islamofaschistische Bewegung in der Türkei und in Deutschland. Der ATIB-Vorsitzende Mehmet Alparslan Çelebi ist Mitglied des Vorstandes des Zentralrats der Muslime und Mitglied der CDU, die bekanntlich es nicht übers Herz bringt, mit Linksextremen durch die Stadt ziehen. Bei islamischen Rechtsextremisten drückt nicht nur die CDU beide Augen zu.

Wie können zugewanderte Rechte gegen autochthone deutsche Rechte marschieren?, fragt der liberale Kurde.

Die Antwort ist einfach: Faschisten verschiedener Staaten vertragen sich oft nicht, da sie die Andersrassigen als Untermenschen betrachten: Für die rechtsextremistischen Deutschen sind die Türken, für die rechtsextremistischen Türken sind die Deutschen Untermenschen .

Die erste Imamin Deutschlands, Frau Seyran Ates, eröffnet 2017 die liberale Ibn-Rush-Goethe-Moschee in Berlin-Moabit. Verständlicherweise steht sie seitdem unter Polizeischutz. Sie wird nicht vor deutschen Rechtsextremisten beschützt, da diese keine Muslime sind.

Seyran Ates findet es sehr irritierend, dass die Organisatoren von „Unteilbar“ die Verflechtungen des Zentralrats mit islamistischen und rechtsextremen Gruppen zulassen. Es gibt keine Toleranz für Intolerante! Vereinigungen wie die Grauen Wölfe werden in Deutschland seit den NSU-Morden verharmlost. Deutschland wird zurzeit von deutschen wie von türkischen Nazis bedroht. Die friedliche Seyran Ates bleibt der Demonstration fern.

Auch „Ehrlos statt wehrlos, Bündnis gegen Neuköllner Unzumutbarkeiten“, welches sich gegen homo- und transphobe Übergriffe einsetzt, boykottiert die Demonstration. Statt kritischer Auseinandersetzung gibt man einer gefälligen Bündnis- und Bekenntnispolitik den Vorzug. „Wir werden uns am 13. Oktober nicht mit Islamisten, Antisemiten und Freunden autoritärer Staaten gemein machen.“ Mutig!

Theresa Hartmann ist die Pressesprecherin von „Unteilbar“. Sie weist alle Vorwürfe zurück. „Bei „Unteilbar“ gibt es keine Islamisten. Die Kritik an den Verbindungen des Zentralrats der Muslime richtet sich gegen dessen Unterorganisationen. Der Zentralrat selbst ist weithin ein anerkannter Dialogpartner für Politik und Zivilgesellschaft. In unserem Aufruf wenden wir uns deutlich gegen Antisemitismus, Nationalismus und Hass.“ Hier sollten mehrere Smileys stehen.

Auch der Zentralrat der Juden taucht offiziell nicht bei der beliebigen Demo für alle in Berlin auf. Damit stellt sich der deutsche Oberrat der Juden offen auf Seiten der liberalen Muslime, der CDU, der Homo- und Transphobe-Schützer und der AfD mitsamt der JAfD.

 

Numeri 24 : 9 - Foto: Transparent auf der Demonstration, die vorgab, angeblich gegen Hass und Menschenfeindlichkeit sein zu wollen (Foto: By Leonhard Lenz [CC0], from Wikimedia Commons)


Autor: Dr. Nathan Warszawsk
Bild Quelle: By Leonhard Lenz [CC0], from Wikimedia Commons


Mittwoch, 17 Oktober 2018

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