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Israel mal wieder am Pranger doitscher Medien Spiegel-online: Der deutsche „Guardian“

Israel mal wieder am Pranger doitscher Medien

Spiegel-online: Der deutsche „Guardian“




Dass „Die Juden“ eben doch die "besseren Rassisten" sind, lässt sich wieder mal bei Spiegel-online lesen. Doch diesmal nicht von Ulrike Putz aus Jerusalem, sondern von Juliane v. Mittelstaedt aus Safed. Die liefert ein nur mühsam als Bericht getarntes Meinungsstück mit dem emotional maximal entlastenden Spin deutscher „Vergangenheitsbewältigung“ in die Wohnstuben des „modernen“ und „aufgeklärten“, eben des „demokratisch geläuterten“ deutschen juste millieus.

 

von Gerrit Liskow

 

Unter der Überschrift: „Kampf gegen Araberhass - Holocaust-Überlebender wirft Israel Rassismus vor“ wird nichts versprochen, was der Text nicht halten kann; und für ihren „Bericht“ kann die Autorin einen Zeugen präsentieren, der wie dafür gemacht ist, das zu sagen, was alle aufrechten Deutschinnen und Deutsche von Spiegel-online so gerne gesagt bekommen. Nämlich: "Ich habe den Holocaust überlebt, mir macht nichts mehr Angst" – in der Logik von Frau v. Mittelstaedt und ihren Groupies heißt das: noch nicht mal Israel.

Nun werden es Frau v. Mittelstaedt ebenso wie alle aufrechten deutschen Spiegel-online Leser weit von sich weisen, wenn behauptet würde, vergleichen hieße gleichsetzen. Nein, das tut der ebenso unangemessene wie haltlose Vergleich nicht, wenigstens zum Schein. Denn tatsächlich legt der zitierte O-Ton den Verdacht sehr nahe, es wäre der jüdische Staat schlimmer noch als Nazi-Deutschland, und genau dieser Verdacht soll wohl auch entstehen: Dass man erst eine Shoah überleben muss, um Israel moralisch gewachsen zu sein; auch, vor allem aber auch als Deutscher.

Es ist beim Spiegel nicht ohne Grund davon auszugehen, dass in seiner Redaktion einmal eine ganze Menge, sagen wir mal: praktischer Kompetenz in Sachen Völkermord versammelt war: Etwa in Gestalt von SS-Brigadeführer Franz Alfred Six und SS-Hauptsturmführer Horst Mahnke , die sich beide noch von der „Einsatzgruppe B“ her kannten, als sie in Polen und in der Sowjetunion „Partisanen, Saboteure, kommunistische Funktionäre“ bekämpften, also die Zivilbevölkerung ermorden und durch die „physische Beseitigung des Ostjudentums dem Judentum die biologischen Reserven entziehen“ sollten.

So hieß der an die beiden späteren Spiegel-Redakteur ergangene Auftrag zum Völkermorde im Original, in der Sprache eines deutschen Staats, der trotz aller bürokratisch-euphemistischen Tarnformulierungen keinen Zweifel daran ließ, dass die Vernichtung des polnischen und russischen Judentums nur der Anfang der von ihm beschlossenen Vernichtung aller Jüdinnen und Juden der ganzen Welt sein sollte; mangels juristischer Aufarbeitung wird sich das genaue Ausmaß der Schuld beider Herren Six und Mahnke übrigens niemals beweisen lassen.

Six und Mahnke jedenfalls hatten eine Funktion im Völkermord, und nach dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition warnten sie beim Spiegel im Stil der berüchtigten „Stillen Hilfe“ ihre ehemaligen SS-Kollegen vor sogenannten „Lockspitzeln der CIA“, per Artikel im „Deutschen Nachrichtenmagazin“.

Mahnke und sein Kollege Georg Wolff , der er es im Nationalsozialismus ebenfalls bis zum SS-Hauptsturmführer gebracht hatte, verfassten schließlich 1950 mit „Am Caféhandel beteiligt“ ein Bilderbuchbeispiel antisemtischer Hetze, das den in Displaced Persons‘ Camps auf ihre Ausreise nach Israel wartenden Überlebenden der Shoah unterstellte, mit dem „Kaffeeschmuggel“ den deutschen Staat um Steuermilliarden zu prellen; diese Artikelserie beflügelte beider Journalisten Karriere und qualifizierte sie im Hause Augstein schließlich für Ressortleiter-Postionen.

Und nun kommt also Juliane v. Mittelstaedt und will dem jüdischen Staat Rassismus nachweisen; sie schreckt auch vor der Behauptung nicht zurück, Israel praktiziere Apartheid:

Juden und Araber leben in getrennten Städten, lernen in getrennten Schulen und wählen getrennte Parteien.

Darüber, dass Harburger und Bergedorfer, oder Spandauer und Köpenicker, „in getrennten Städten“ wohnen, regt sich in Deutschland kein Mensch auf; dass sie „in getrennten Schulen“ lernen, ist vor diesem Hintergrund so selbstverständlich, dass die Blödheit zu offensichtlich wäre, wenn man sich darüber ereifern würde. Jedoch: Im Falle Israel ist dasselbe natürlich ganz etwas anderes, nicht wahr, Frau v. Mittelstaedt?

Wo diese Spiegel-online Autorin allerdings den Schmonzes von den „getrennten Parteien“ aufgeschnappt hat, ist unklar, aber es ist auch unerheblich. Kann sein, dass sie nicht den Unterschied versteht oder nicht verstehen mag, der zwischen den beiden Begriffen „getrennt“ und „unterschiedlich“ besteht.

Bis zuletzt jedenfalls waren die Wahlen zur Knesset immer frei, gleich, und geheim, und es wurden auch keine Wahlzettel ausgegeben, die nach Juden und Arabern „getrennt“ gewesen wären.

Fakt aber ist, dass es eine Lüge wie diese in die online-Ausgabe des Spiegels schafft. Die Infamie, mit der sich die deutsche öffentliche Meinung eine Entlastung zu verschaffen versucht, indem sie „Die Juden“ zu den besseren Rassisten macht, ist beachtlich.

Es geschieht derlei nicht ohne Grund, und es erfüllt das Geschreibsel von Frau v. Mittelstaedt vermutlich ebenso ein individuelles Bedürfnis als auch eine soziale Funktion. Wozu ein ethisch restlos enthemmtes Presseorgan fähig ist, beweist vor allem The Guardian; nicht zuletzt auch anhand der Kommentare seiner Leserinnen und Leser. Spiegel-online versucht, daran zu reichen.

Wie zum Beweis ihrer These zitiert Frau v. Mittelstaedt „ein halbe Dutzend diskriminierender Gesetze“, die die Regierung in Jerusalem in die Knesset eingebracht habe. Bei diesem „halben Dutzend“ handelt es sich indes um genau 4 – in Worten: vier – aber um das zu erkennen, müsste man natürlich zählen können.

Was wiederum beweist, dass Vernichtung von Intelligenz nicht allein durch die gesellschaftliche Abschaffung der Möglichkeiten, von ihr Gebrauch zu machen, sondern auch durch den freiwilligen Verzicht auf sie geschehen kann.

Das v. Mittelstaedtsche „halbe Dutzend“ von genau vier „diskriminierenden Gesetzen“ jedenfalls beinhaltet, abgesehen vom sogenannten Treueschwur, zudem keinerlei bereits verabschiedete Gesetze, sondern lediglich Vorschläge.

Dass in Israel Gesetzesvorschläge in Parlament und Öffentlichkeit diskutiert werden, ohne hernach zwangsläufig Rechtsverbindlich zu werden, wie das in Deutschland der Fall ist, entspricht vielleicht nicht Frau v. Mittelstaedts Vorstellung von Demokratie; ihrem Bedürfnis, den jüdischen Staat schlecht aussehen zu lassen, entspricht dieses Indiz für demokratische Reife hingegen umso mehr – ob zwischen beidem ein Zusammenhang besteht? Rhetorische Frage, honi soit qui mal y pense.

Worum es Frau v. Mittelstaedt geht, sagt sie selbst in aller zu Gebote stehenden Klarheit:

„Es geht darum, dass die jüdische Mehrheit sich nicht mehr verpflichtet fühlt, die Minderheit im Land zu tolerieren.“

Diese Behauptung bleibt indes durch nichts begründet; der Beweis für diese ernst zu nehmende Beschuldigung bleibt aus, ersatzweise schwadroniert Frau v. Mittelstaedt nur wieder von ihren Eindrücken aus Safed – im einer journalistische Tat, die aus dem Vorurteil eine Tatsache machen soll.

Frau v. Mittelstaedts Wahrnehmung, die Wirklichkeit mit den Vorgängen in ihrem Kopf verwechselt, scheint weniger der Wahrheit, als vielmehr dem Wahn geschuldet.

Warum klingt es, wenn Frau v. Mittelstaedt ausruft: „Es scheint, dass der offene Araberhass der nationalistischen Regierung Wurzeln geschlagen hat“, denn bloß so überaus deutlich nach einem verzweifelten Hilferuf, mit dem die Spiegel-online Autorin auf ihren eigenen, offenen Judenhass aufmerksam machen möchte?

Warum ist es für sie so wichtig, der „nationalistischen Regierung“ einen „offenen Araberhass“ zu unterstellen? Warum ist es für Frau v. Mittelstaedt entscheidend, die Regierung in Jerusalem als „nationalistisch“ zu kennzeichnen, in deutlich erkennbarer Absicht, sie zu brandmarken?

Es scheint, sie schlägt „Die Juden“, und meint doch nur sich selbst, denn angesichts der eigenen Geschichte gibt es in der Tat wenig vernünftige Gründe für Nationalismus.

Die durchaus zutreffende Behauptung, Israels Politik sei an sei an den kollektiven Interessen des jüdischen Volks ausgerichtet, soll die Notwendigkeit des jüdischen Staates in Abrede zu stellen, indem sie seine Politik als „nationalistisch“ denunziert.

Daraus den Schluss zu ziehen, Nationalismus auch und vor alle in der Form einer „Antwort auf den Antisemitismus“ (Herzl) sei generell verkehrt, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens misst dieses als Argument getarnter Vorwurf, das anti-israelische Ressentiment, Israel am Maß des deutschen Nationalismus. Und es versucht diese als Vorwurf verstandene Behauptung zweitens, Geschichten miteinander zu verrechnen, die sich nicht verrechnen lassen, weil sie unterschiedlicher nicht sein könnten: die deutsche und die jüdische.

Man kann in Versuchen, wie dem von Frau v. Mittelstaedt, eine Täter-Opfer-Umkehr erkennen, die dann besonders symptomatisch ist, wenn Deutsche sie vollziehen.

Obwohl die Bedrohung offensichtlich ist, der jüdisches Leben überall auf der Welt, gerade auch in Deutschland, ausgesetzt ist, propagiert Frau v. Mittelstaedtsche im selben Maß und wie nebenbei einen neuen deutschen Chauvinismus, der es möglich machen soll, nicht trotz, sondern wegen Auschwitz gegen „Die Juden“ zu sein; ersatzweise eben gegen den jüdischen Staat.

Als aufrechte Deutschin, als aufrechter Deutscher aber in jedem Fall als Meister der „wahren“ Moral, der „Den Juden“ schon klar machen wird, wie „Vergangenheitsbewältigung“ wirklich geht.

Voilà, das moralische Herrenmenschentum, das – nach der Entscheidung über Leben und Tod – sich nun auch noch die Entscheidung über Gut und Böse anmaßen möchte; vor allem im eigenen Interesse, um selber besser auszusehen, versteht sich.

Welche objektiven Belege – abgesehen von der wahnhaft strukturierten selektiven Wahrnehmung einer Autorin, die offenbar nicht bis sechs zählen kann – können Frau v. Mittelstaeds ungeheuerliche Behauptungen beweisen?

„In Umfragen sank der Anteil der Araber, die Israels Existenzrecht akzeptieren, von 81 Prozent im Jahr 2003 auf jetzt 60 Prozent.“

Abgesehen von dieser nicht weiter überprüfbaren Behauptung: keine. Es sieht vielmehr so aus, als würde Frau v. Mittelstaedt ihre subjektiven Eindrücke aus Safed maßlos aufblasen, um aus ihnen jenes pars pro toto zu machen, das belegen soll, was aus Sicht der Autorin vorher schon fest stand – dass Israel ein rassistischer, vulgo: ein böser Staat wäre; einer, der keine Sympathie verdient und keine Legitimität und eigentlich schon lange abgeschafft gehört – vielen Dank, Spiegel-online, es gab wirklich noch nicht genug davon.

„Das führt dazu, dass sich manche Araber radikalisieren und letztlich bestätigen, was ihnen viele Israelis unterstellen: dass sie Landesverräter sind, eine fünfte Kolonne mit feindseligen Motiven.“

Mit der Ansicht, „Die Juden“ wären mithin an ihrem Unglück „selber schuld“, ist Frau v. Mittelstaedt nicht alleine, sondern in prominenter Gesellschaft, obwohl sie sich womöglich gerade angesichts dieser ideologischen Volte ganz besonders originell wähnt.

Es ist Josephus Flavius‘ zweifelhaftes Verdienst, nach der Zerstörung des Zweiten Tempels einen geschichtlich frühen Beleg der Diskurschimäre und Propagandakonstruktion überliefert zu haben, wonach „Die Juden“ ihren Untergang selbst bewirke. Durch die Zeit der Kreuzzüge bis zum Dritten Reich ist sich diese Konstruktion stets treu geblieben; unbedarft-fröhliche Urstände feiert sie nun auch bei Frau v. Mittelsaedt.

Diese Ansicht bietet zwei wichtige Vorteile: Sie reduziert nicht die Komplexität auf ein erträgliches Maß, und sie macht deutlich, was Frau v. Mittelstaedt und ihre Groupies für erträglich halten.

Zwar geschieht diese Reduktion um den Preis der Wahrheit, zumal sie den Israelisch-Palästinensischen Konflikt dehistorisiert und dekontextualisiert, aber angesichts der Vorteile dieser Reduktion landet die Wahrheit aus Sicht von Spiegel-online anscheinend völlig zu recht auf dem Müllhaufen des Qualitäts-Journalismus‘.

Wenn dem so ist – und es ist Frau v. Mittelstaedts gutes Recht, eine Meinung zu haben, denn an irgendetwas muss man schließlich glauben – dass „Die Juden“ eben „selbst schuld“ an „ihrem Unglück“ wären, dann sollte sie ein Meinungsstück schreiben. Vielleicht eine Kolumne, einen Kommentar, eine Glosse, und ihre Ansichten und Vorstellungen so anschaulich und überzeugend darzulegen versuchen, wie es in ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten liegt; wenn das nicht gleich klappt, muss sie eben bei Wilhelm Marr nachschlagen, das wird ihr vielleicht helfen.

Die Mühe, sich und die Leser auf eine Reise durch die verworrenen Pfade ihrer Phantasie zu schicken, und anlässlich ihrer Reise nach Safed eine Karawanentour zu subjektiven Fatah Morganas, Halluzination und Projektionen zu unternehmen, die dann nicht etwa als Reisetagebuch einer Introspektion, sondern als Darstellung der externen Wirklichkeit präsentiert werden, könnte sich Frau v. Mittelstaedt dann in Zukunft sparen, zumal die Wirklichkeit offenbar nur in der Funktion relevant für sie ist, in der sie beweist, was sich schon vorher über sie denken ließ.

Frau v. Mittelstaedt hätte ihr Geschreibsel bequem von zuhause am Schreibtisch aus besorgen; kategorial ist sie ausreichend gegen jede Anfechtungen durch die Empirie isoliert und in Sachen Verschiebung, Verdrängung und Projektion steht sie den Talenten von Six, Mahnke und Wolff nicht nach – quintessentielle Voraussetzungen für eine Tätigkeit beim Spiegel.

Das Gute an Frau v. Mitelstaedts Täterschaft mit journalistischen Mitteln ist, dass sie der Empirie nicht bedarf, um zu Annahmen über die Wirklichkeit zu gelangen; das Schlechte daran ist nicht, dass sie deshalb nur Aussagen über sich selbst machen kann. Sondern dass Ideologien und Ideologeme wir die ihren solange gesellschaftlich wirksam bleiben, wie sich die Referenz auf das ausgeschlossene Dritte gesellschaftlich und individuell unbewusst machen lässt.

Wider alle Wahrscheinlichkeit stünde demnach zu hoffen, dass die Öffentlichkeit sich schon bald davon überzeugt, so etwas „Gutes“ wie Frau v. Mttelstaedt gar nicht verdient zu haben.

Wenn sich nunmehr der Eindruck eingestellt hat, bei Frau v. Mittelstaedt handele es sich um eine Person, bei der Ahnung und Meinung in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis zu einander stehen, seien zur Unterfütterung dieses Eindrucks ein paar „Perlen“ zitiert; nämlich die Passagen, die sich auf eine ganz persönliche, aber dennoch typische Art und Wiese aufs Judentum beziehen:

„Durch die Straßen (von Safed, G.L.) schlurfen Gestalten wie aus dem Märchenbuch, Männer mit weißem Rauschebart, schwarzem Mantel, unter dem Arm ein Buch.“

Es soll noch Menschen geben, die lesen und lernen, aber was für ein Buch mag das bloß sein – ein Telefonbuch vielleicht? Es fragt sich auch, welche Märchen Frau v. Mittelstaedt kennen gelernt hat: Die deutsche Romantik, angefangen von Jacob Grimm über Achim v. Arnim bis hin zu Theodor Storm und Annette Droste-Hülshoff liefert reichlich Stoff für flamboyanten Antisemitismus. Oder ist das „Märchenbuch“, das hier in Rede steht, vielleicht Spiegel-online selbst?

„Es geht in Safed um mehr als einen Nachbarschaftsstreit, um mehr als ein paar fundamentalistische Rabbis.“

Na klar, Fundamentalismus ist wie Mundgeruch – sowas haben immer nur die andren. Nicht umsonst heißt es schließlich: Der Mörder ist immer der Rebbe. Das Bedürfnis nach Abgrenzung ist eben dort am dringendsten, wo sich der ungeglaubte Glauben durch „andere“ Transzendenz behelligt fühlt. Beschuldigt und verurteilt wird, wodurch der ungeglaubte Glaube sich bedroht sieht, weil er sich als eine zum Credo erhobene Form der Immanenz erweisen könnte.

„Für den Bürgermeister ist Safed die magische Hauptstadt von Kabbala und Klezmer.“

Und für Frau v. Mitelstaedt ist offenbar beides gleichermaßen esoterische Folklore.

„Dass jedes Jahr 1,2 Millionen Besucher leichtbekleidet durch Safed laufen, scheint dagegen kein Problem. Ruhestörung durch Touristen wird akzeptiert. Durch Araber nicht.“

„Kein Problem“ ist offensichtlich ganz allein, dass Frau v. Mittelstaedt ein Problem zu konstruieren trachtet, von dem sie möchte, dass „Die Israelis“ es gerne hätten. Es ist leichte Bekleidung indes im selben Maße kein Problem, in dem Kleidung nicht die Macht eingeräumt wird, Menschen zu definieren. Es steht Frau v. Mittelstaedt in Israel frei, sich zu verhüllen, nur zu ihrem allergrößten Bedauern wird ihr Wunsch sich dann womöglich nicht erfüllen, von „Den Juden“ diskriminiert zu werden.

„Tausche Israelis gegen Araber“

Diese Zwischenüberschrift richtig zu verstehen, heißt den Urgrund des Stumpfsinns in seiner ganzen Tiefe zu ermessen: Dass die heutigen Israelis zu einem Fünftel aus Menschen mit arabischen Wurzeln bestehen und es deshalb ein Ding der logischen Unmöglichkeit wäre, dass eine durch das andere zu „tauschen“, scheint der Spiegel-online-Redaktion – oder Frau v. Mittelsteadt selbst – entgangen zu sein. Das kommt davon, dass man nicht liest, was man geschrieben hat, oder es nicht versteht, oder eben beides.


Autor: haolam.de
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Montag, 29 November 2010






Ganz guter Artikel. Nur ein Ratschlag: der Leser würde es begrüßen, wenn die Anzahl der Rechtschreibfehler reduziert würde. Gute Inhalte müssen ja nicht unbedingt in schlechter Form präsentiert werden!



Guter Artikel! Ich habe mich gestern auch extrem über den Spiegel-Bericht geärgert.



Und der nächste Skandal, die Linke einig mit der Verfasserin dieses Beitrages und noch schlimmer, der Stürmer ist nix gegen Frau Anette Groth.

Im Rahmen einer am Wochenende in Stuttgart veranstalteten Palästina-Solidaritätskonferenz, deren Teilnehmer sich offen für eine Beendigung der Existenz Israels aussprechen, durfte Annette Groth, sie sitzt für die Partei Die Linke im Bundestag, vortragen unter der Überschrift: “Die Verantwortung der Deutschen gegenüber den Palästinenserinnen und Palästinensern”.

Uns wurde ihr Vortrag zugespielt, aus dem wir exklusiv Ausschnitte dokumentieren:

Liebe Freundinnen und Freunde,

wie Ihr alle bin ich entsetzt über die deutsche Regierung, die sich beharrlich weigert, ein Kriegsverbrechen Verbrechen zu nennen, wenn es von Israeldurch das zionistische Besatzerregime begangen wird. Auf geraubtem Land vor mehr als sechs Jahrzehnten gegründet, hält das Apartheidregime sich mit brutaler Gewalt, mit Vertreibung und Mord an der Macht und wird dabei im Ausland von einer mächtigen Lobby unterstützt.

“Vor allem in Deutschland kann der Antisemitismus-Vorwurf tödlich sein”, beschrieb Michal Bodemann in der taz die Unterdrückung in Deutschland. Auch in meiner Partei gibt es einige Mitglieder, die sich diesem mörderischen Druck der Lobby beugen, statt gegen die Fünfte Kolonne des zionistischen Regimes aufzustehen. Ich, liebe Freundinnen und Freunde, gehöre nicht zu diesen Knechten des Imperialismus, der Genosse Paech, er ist ebenfalls Gast dieser mutigen Konferenz, auch nicht.

Dabei hat die deutsch-arabische Freundschaft doch eine lange und ruhmreiche Tradition. Es gibt keinen Grund, dem Treiben der Zionisten tatenlos zuzuschauen, unter dem gerade die Palästinenser jeden Tag leiden. Gerade wir als Deutsche und auch als Linke sollten uns daran erinnern, daß wir unseren arabischen und islamischen Schwestern und Brüdern zu Dank verpflichtet sind, die uns schon im Ersten Weltkrieg so selbstlos beistanden, als das Schicksal unserer Nation auf dem Spiel stand.

Auch wenn Deutschland damals unterlag, so dürfen wir nicht vergessen, wie erfreut unsere Verbündeten jedes neue Flugblatt, jedes neue Exemplar der von der Nachrichtenstelle für den Orient (NO) in Berlin hergestellten Zeitung al-Gihad begrüßten und, von der Lektüre angefeuert, in den Heiligen Krieg gegen unsere Feinde zogen. Matthias Küntzel, ein Propagandist der zionistischen Lobby, klagt in seinem Buch Die Deutschen und der Iran (S. 33):

“Militärisch betrachtet könnte man den deutsch-türkischen Djihad als eine skurrile Episode des Ersten Weltkriegs abtun – wenn da nicht die durch ihn veranlasste und heute mehr denn je virulente ideologische Weichenstellung wäre. Der ‘für die speziellen Bedürfnisse des Moments zurechtgemacht[e]‘ ‘Heilige Krieg’ von 1914 hatte den Djihad-Begriff von seinen historischen Bezügen abgekoppelt und damit für die erneute Nutzanwendung in der Moderne erst tauglich gemacht.”

Meine lieben Freundinnen und Freunde, Matthias Küntzel hat es – auf seine Weise – schon richtig erkannt: Unsere Verantwortung für den Schicksalskampf der Palästinenser gegen die Zionisten heute rührt her von dieser deutsch-islamischen Waffenbrüderschaft vor rund hundert Jahren. Jahre später, unser Führer verteidigte unser Volk gegen eine von Zionisten geschmiedete Allianz, die von Moskau über London bis nach New York reichte, konnten wir uns erneut auf unsere Verbündeten verlassen.Washington

Der großartige Amin el-Husseini, Mufti von Jerusalem, widmete sein Leben nicht nur dem antiimperialisten Kampf seines Volks gegen die britischen Kolonialherren und ihrer zionistischen Schützlinge in Palästina, sondern fand auch noch Zeit, dem Führer und unserem Volk in schwerster Stunde beizustehen. Einmal beispielsweise bewahrte er ganz persönlich in beinahe allerletzter Minute einige Deutsche vor einem schweren Fehler, vor einem Verrat unserer Werte, wie den Zionisten verbundene “Historiker” sich beschweren:

“[Es] zeigt sich, dass der Mufti einen radikalen Judenhass pflegte und radikalisierend eingriff, wo immer es ihm möglich war. Das lässt sich an seinen Interventionen gegen Rettungspläne für bulgarische, ungarische und rumänische Juden ablesen. Im Falle von Bulgarien etwa war Gegenstand der Verhandlungen, mehr als viertausend jüdische Kinder und Erwachsene nach Palästina ausreisen zu lassen. Der Mufti setzte alle Hebel in Bewegung und wandte sich an viele mit den Fragen der Deportation befasste Institutionen, um statt des Transfers nach Palästina eine Deportation nach Polen zu erreichen, was den sicheren Tod der Deportierten zur Folge gehabt hätte.”

Die Juden, liebe Freundinnen und Freunde, sind – von einigen löblichen Ausnahmen, die ja auch hier an unserer Konferenz teilnehmen, abgesehen – die Ursache für Unfrieden, für Leid und Krieg. Damals wie heute, hier in Deutschland, wo sie mit ihren Medien mutigen Kritikerinnen und Kritikern das Leben zur Hölle machen, und in Palästina, wo sie die Palästinenser unterdrücken und, siehe Gaza, in ein belagertes Freiluftgefängnis zwingen. Wir müssen uns endlich wieder gemeinsam auf unsere ruhmreichen Traditionen besinnen!

(Es gilt – ausschließlich – das gesprochene Wort.)

Dafür wäre eine Anklage wegen Volksverhetzung fällig.

http://www.tw24.info/?p=2618

 

4 Kommentare zu „Annette Groth: Die Verantwortung



Dann klagt doch. Aber Ihr traut Euch sowieso nicht, jede Wette!:-p

Der Spiegel-Artikel wirft ein Schlaglicht auf den Schläfchenlocken-Rassismus der "einzigen Demokratie im Nahen Osten".



Hallo günni !

- und auf die Radfahrer!

 

 



Hey Günnii,

Das Zitat: Der Spiegel-Artikel wirft ein Schlaglicht auf den Schläfchenlocken-Rassismus der "einzigen Demokratie im Nahen Osten".

Kannst du dir an die Backe schmieren, es gab schon vor dem Zionismus Pogrome an Juden von Arabern in Safed. Rassisten seid einzig und allein Menschen deiner Kategorie und solche Schmierenschreiber wie die oben genannte Autorin.
In Safed lebt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die größte jüdische Gemeinde Palästinas, sie umfaßt etwa 2000 Juden. Vom 15. Juni bis 17. Juli 1834 findet dort ein Massaker unter den Juden statt, das vergessene Pogrom von Safed. Der Gouverneur der Stadt duldet und unterstützt Vergewaltigungen, Morde und Plünderungen jüdischen Eigentums, darunter die Verwüstung von Synagogen und die Zerstörung von Torah-Rollen; das Pogrom endet nach Angaben des Haaretz-Autors Eliezer Rivlin mit großen Schäden für die jüdische Gemeinde.

Im 18. und 19. Jahrhundert schüren muslimische Autoritäten durch ihre Predigten und die erniedrigende Behandlung der Juden systematisch Haß und Verachtung der arabischen Bevölkerung gegen die Juden. Ein Aufruhr arabischer Landarbeiter, im Jahr 1834, gegen den Vizekönig von Ägypten Muhammad Ali wird durch Haßpredigten auf die Juden umgeleitet. Alexander William Kinglake schreibt, daß das Morden und Plündern in Safed von Mohammed Damoor, einem islamischen Geistlichen, angestachelt wird, der den Muslimen auf dem Marktplatz von Safed ´prophezeit´, die Juden würden angegriffen und ihres Besitzes beraubt, weil sie sehr reich seien:

Am 15. Tag des folgenden Juni würden die Rechtgläubigen sich in gerechtem Zorn gegen die Juden erheben und sie ihres Goldes und ihres Silbers und ihrer Juwelen berauben. ... Als der Tag herankam, versammelte sich die gesamte muslimische Bevölkerung des Ortes in den Straßen, um das Ergebnis dieser Prophezeiung zu sehen. Plötzlich eilte Mohammed Damoor wütend in die Menge, und der wilde Schrei des Propheten bestätigte bald die Erfüllung seiner Prophezeiung.

Die Anmerkung sei gestattet, daß sich bis heute nichts am Vorgehen der Muslimfunktionäre geändert hat. Sie werten in ihren Verlautbarungen die Juden ab, setzen Lehren, Prophezeiungen, Mubahalas, Fatawa und Pseudo-Fatawa in die Welt und warten, daß sich gehorsame zur Ausführung des Werkes bereite Gläubige finden oder gar Gläubige, die sich auf diesem Felde der Drohungen und Einschüchterungen mit eigenen Beiträgen einbringen: Rushdie, Raddatz, Redeker. Je nach Wirkung der Aktion für die Machtausdehnung des Islams verdammen, leugnen oder rechtfertigen sie anschließend das Ergebnis, wie diese deutsche Apologetin und ihre Helfershelfer.

Was die Höhe der Zahl der ermordeten Juden von Safed an der Gesamtzahl der in Palästina lebenden Juden bedeutet, zeigt der Reisebericht The Innocents Abroad, von Mark Twain, aus dem Jahr 1869, worin er schreibt, es gebe in Bethlehem 200 jüdische Familien. Von den Juden aus Safed sind nach dem Massaker von 1834 nur wenige übrig.

Allein dieses Massaker widerlegt zweierlei, erstens, daß Muslime und Juden in arabischen Staaten gleichberechtigt und in Harmonie zusammenleben, bevor die Zionisten in Palästina ankommen, und zweitens, daß der arabische Antisemitismus ein europäischer Import ist. Die kleinen jüdischen Gemeinden in Safed, Tiberias und Jerusalem sind im 18. und im 19. Jahrhundert routinemäßig Opfer des muslimischen Überlegenheitswahns; die Juden Palästinas werden von den Arabern verfolgt in Pogromen, hebräisch me´oraot, "Ereignissen".

http://www.eussner.net/artikel_2006-09-08_01-09-41.html#fn5#fn5

Das zu deiner blöden Anmerkung, aber man sollte sich wirklich überlegen, ob man solche Lohnschreiber nicht verklagen sollte, denn mit dem Pressekodex hat das alles nichts mehr zu tun.

Der Stern haut übrigens in die gleiche Taste primitivster Propaganda a La Goebbels.

http://www.israelnetz.com/themen/hintergruende/artikel-hintergrund/datum/2010/11/19/primitivste-propaganda/