Mecklenburg-Vorpommern etabliert dauerhaft die Initiative `Trau dich!´ zur Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs

Mecklenburg-Vorpommern etabliert dauerhaft die Initiative `Trau dich!´ zur Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs


Premiere des Theaterstücks für Kinder im Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin

Kinderrechte, körperliche Selbstbestimmung und sexueller Kindesmissbrauch sind die Themen des Theaterstücks „Trau dich!“, das heute in Schwerin vor rund 560 Kindern und ihren Lehrkräften aufgeführt wird. Das Stück ist zentrales Element der bundesweiten Initiative „Trau dich!“ zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Als zweites Bundesland erhält Mecklenburg-Vorpommern die Lizenz zur langfristigen Weiterführung der Initiative von BMFSFJ und BZgA.

Bereits 2016 startete die Initiative in Schwerin als Kooperation mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern mit dem Ziel, Mädchen und Jungen über ihre Rechte aufzuklären, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und sie zu informieren, wo sie im Bedarfsfall Hilfe finden.

Das Junge Staatstheater Parchim, die Kinder- und Jugendtheatersparte des Mecklenburgischen Staatstheaters, übernimmt nun mit einem neuen Ensemble die Inszenierung des Theaterstücks. In den nächsten zwei Jahren erreicht die Initiative mit 32 Aufführungen landesweit ca. 9.600 Kinder der Klassen 4 – 6. Zwischen 2020 und 2022 sind weitere Aufführungen geplant. „Trau dich!“ soll in allen vier Schulamtsbereichen Mecklenburg-Vorpommerns aufgeführt werden. Die langfristige Finanzierung trägt das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern.

Bundesministerin Dr. Franziska Giffey betont dazu: „Die bundesweite Initiative ‚Trau dich!‘ ist gute Präventionsarbeit. Deshalb ist es der richtige Weg, dass Mecklenburg-Vorpommern als zweites Bundesland das Stück mit einem Theater vor Ort weiterführt. Wir wollen, dass jedes Kind erkennen kann, wann Grenzen überschritten oder Regeln missachtet werden. Damit es weiß: Wenn mich jemand so anspricht oder so anfasst oder wenn ich ein komisches Gefühl habe – dann ist das nicht in Ordnung. Dann kann und darf und sollte ich Stopp sagen und mir Hilfe holen. Es muss auch für alle Erwachsenen im Alltag selbstverständlich werden, hinzuschauen und zu handeln, damit jedes Kind frei von sexualisierter Gewalt aufwachsen kann.“

Birgit Hesse, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, erklärt: „Dieses Theaterstück ist ein eindrückliches Medium, um ein sensibles Thema an die Kinder heranzutragen und ohne erhobenen Zeigefinger wichtige Botschaften zu transportieren. Die Schülerinnen und Schüler sollen gestärkt und selbstbestimmt durchs Leben gehen, und das Junge Staatstheater Parchim schafft es, ihnen das auf Augenhöhe zu vermitteln.“

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, merkt anlässlich der Lizenzübergabe an: „Wir freuen uns sehr, dass Mecklenburg-Vorpommern als zweites Bundesland ‚Trau dich!‘ als Präventionsmaßnahme dauerhaft etabliert. Durch die Erteilung der Lizenz zur eigenen Inszenierung und Aufführung des Theaterstücks ‚Trau dich!‘ an das Junge Staatstheater Parchim ist es uns gelungen, die bewährte bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs flächendeckend und nachhaltig in einem zweiten Bundesland zu verankern.“

„Das Mecklenburgische Staatstheater freut sich, mit ‚Trau dich!‘ einen bedeutenden Teil dieser gesellschaftlich wichtigen Initiative zu tragen. Theater ist ein besonders geeignetes Medium, um sensible und tabuisierte Themen zu vermitteln und zum Nachdenken und Handeln anzuregen. Unser Junges Staatstheater Parchim hat aufgrund seiner Spezialisierung viel Erfahrung damit, Theaterstücke für junges Publikum zu inszenieren und freut sich deshalb besonders, die Initiative ‚Trau dich!‘ kreativ zu unterstützen,“ sind sich Lars Tietje, Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheater, und Thomas Ott-Albrecht, Intendant des Jungen Staatstheaters Parchim und Stückführender Regisseur, einig.

Bis heute kooperieren zehn Bundesländer mit der Bundesinitiative „Trau dich!“: Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen, Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg, Bayern und Berlin. Nach Hessen ist Mecklenburg-Vorpommern das zweite Bundesland, das die Umsetzung der Initiative verstetigt hat.

Bundesweit wird die Initiative bis Ende 2022 fortgeführt und neue Bundesländer als Kooperationspartner hinzugewonnen. Bei der Planung und Umsetzung arbeitet die BZgA eng mit den zuständigen Ministerien der Bundesländer und weiteren Partnerinnen und Partnern zusammen.

Mit der Verstetigung der Initiative in Mecklenburg-Vorpommern wird die Strategie von „Trau dich!“ weiterverfolgt, Eltern und pädagogische Fachkräfte für das Thema sexueller Missbrauch zu sensibilisieren und sprach- und handlungsfähig zu machen.

Im direkten Zusammenhang mit den Aufführungen werden dafür dauerhaft regelmäßig stattfindende Fortbildungsveranstaltungen und Elternabende angeboten sowie das Hilfesystem vor Ort eingebunden.

Alle Eltern erhalten vor den Aufführungen Informationen über das Theaterstück und Hinweise für das Gespräch mit ihren Kindern. Für sie bietet die Initiative „Trau dich!“ einen Eltern-Ratgeber an.

Die Lehrkräfte und Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe bilden sich durch Fachberatungsstellen vor Ort weiter. Ein Methodenheft bietet Anregungen zur Vor- und Nachbereitung des Theaterstücks.


Autor: BZgA
Bild Quelle:


Dienstag, 07 Mai 2019









Erfolgreiche Redesignation: BZgA erneut zum WHO-Kollaborationszentrum ernannt

Erfolgreiche Redesignation: BZgA erneut zum WHO-Kollaborationszentrum ernannt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nach einem intensiven Prüfprozess erneut zum WHO-Kollaborationszentrum für sexuelle und reproduktive Gesundheit (WHO-CC) berufen.

[weiterlesen >>]

Gamescom 2019: BZgA unterstützt beim verantwortungsvollen Umgang mit Computerspielen & Co

Gamescom 2019: BZgA unterstützt beim verantwortungsvollen Umgang mit Computerspielen & Co

Anlässlich der international größten Computerspiel-Messe Gamescom, die vom 20. bis zum 24. August 2019 in Köln stattfindet, weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf die Risiken exzessiver Nutzung von digitalen Spielen - ob am Rechner, der Konsole, dem Tablet oder am Smartphone - hin

[weiterlesen >>]

BZgA rät bei Hitze zum vorsichtigen Umgang mit Alkohol

BZgA rät bei Hitze zum vorsichtigen Umgang mit Alkohol

Alkoholische Getränke als Durstlöscher ungeeignet

[weiterlesen >>]

Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen vorbeugen

Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen vorbeugen

Neues Onlineangebot der BZgA informiert Familien und Fachkräfte

[weiterlesen >>]

Klasse 10e des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Marbach gewinnt Hauptpreis des BZgA-Wettbewerb

Klasse 10e des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Marbach gewinnt Hauptpreis des BZgA-Wettbewerb

`Klar bleiben - Feiern ohne Alkohol´

[weiterlesen >>]

Neue BZgA-Daten: Anstiege beim Cannabiskonsum junger Menschen

Neue BZgA-Daten: Anstiege beim Cannabiskonsum junger Menschen

Zum Weltdrogentag am 26. Juni 2019 warnen die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vor mit dem Konsum von Cannabis verbundenen Risiken. Neue Studiendaten der BZgA zeigen, dass der Konsum von Cannabis bei jungen Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren in Deutschland seit 2016 weiter angestiegen ist.

[weiterlesen >>]