Spiegel-Online und die Brandkatatstrophe in Israel: Jüdische Gruselschatten

Spiegel-Online und die Brandkatatstrophe in Israel:

Jüdische Gruselschatten


Den grauenhaften Verlust von Menschenleben und die schreckliche Verwüstung während des schlimmsten Walbrandes in der Geschichte des Jüdischen Staates bringt die Bildredaktion von Spiegel-online so auf den Punkt: Vier Fromme Juden, mit dem Rücken zur Kamera, die auf die Flammen am Horizont zeigen, unbewegt wirken und ungerührt dastehen, während ein fünfter mit dem Handy ein Foto macht.

 

von Gerrit Liskow

 

Bildunterschrift: Ultraorthodoxe Juden betrachten den Waldbrand aus der Ferne.

Das ist der Aufmacher zum Artikel; das Bild ist außerdem das erste in der zugehörigen Fotostrecke. Da stellt sich die Frage: Was ist das Wesentliche dieser Meldung? Welchen Nachrichtenwert soll dieses Foto haben? Welche Aussage bringt es auf den Punkt? Wie zeigt das Foto das Geschehen?

 

Kurz: Soll dieses Foto eine Beziehung herstellen zwischen den Frommen und ihrem Verhalten sowie dem, was im Hintergrund passiert?

Das Foto zeigt fünf Männer, die eindeutig als Juden identifiziert sind, aber diese Männer bleiben anonym. Sie stehen im Gegenlicht und sehen deshalb dunkel aus, fast wie Schatten. Vier von ihnen stehen mit dem Rücken zur Kamera und wir können ihre Gesichter nicht erkennen, einen fünften sehen wir im Viertelprofil.

Diese Platzierung der Figur im Fordergrund vor einem dramatischen Geschehen im Hintergrund kennt man von Caspar Davis Friedrich, „Mönch am Meer“, Wanderer über dem Nebelmeer“ oder auch „Lebensstufen“ – Höhepunkte der deutschen Romantik.

 

Hier setzt sie die Frommen im Vordergrund auf eine merkwürdig tendenziöse Art und Weise in eine Art von Beziehung zum Geschehen im Hintergrund, über die die Leser nur Vermutungen anstellen können – das aber auch sollen.

 

Durch die Platzierung mit dem Rücken zum Betrachter und die dadurch hergestellte Anonymität werden die Männer zu Chiffren für „Die Juden“ an sich und als solche – auch in ihrer Funktion als Projektionsfläche für alles, was an der Welt nicht stimmt.

Es wirkt fast so, als hätte sich der Fotograf von hinten an sie ran geschlichen, um zu dokumentieren, dass „Die Juden“ sich schon wieder zu besprechen hätten – unter sich, und so gut es geht im geheimen.

Soll es übrigens wirklich so aussehen, als würde der Lehrer der vier Frommen die Flammen mit der Hand dirigieren?

Es ist schon sehr subtil, wie Reuters hier die Legende vom „Juden“ inszeniert, dessen Schatten auf die Welt fällt: Den „Juden“, der in allem, vor allem aber hinter allem steckt –wie zielsicher sich Spiegel-online diese Bildaussage aus einer Flut von Pressebildern ausgesucht hat, und wie prominent das Haus an der Brandstwiete dieses Foto platziert, um sich die Aussage zu eigen zu machen.

 

Dass „Die Juden“ einfach nur rumstehen und zugucken, während ihr Land abbrennt? Da braucht man ja gar nicht „selbst schuld“ oder „geschieht ihnen recht“ mehr zu sagen, weil sich das somit ganz von alleine versteht.

Dass es zusätzlich auch noch erkennbar fromme Menschen sind? Dann stimmt das wohl doch nicht, das mit dem außerwählten Volk – ätsch!

Der gewiefte Spiegel-Leser mag sich derlei denken, auch wenn er nichts davon merkt. Aber am Ende wird noch jemand aus der Spiegel-Leserschaft behaupten, „Die Juden“ hätten den Wald selbst angezündet, nur um es hinterher den Palästinensern in die Schuhe zu schieben – und es wird ihm oder ihr das geglaubt werden.

Wer mehr Beispiele für den „Jüdischen Grusel-Schatten“ sehen möchte, findet sie hier

 

Das Foto von Spiegel Online finden Sie hier.


Autor: haolam.de
Bild Quelle:


Freitag, 03 Dezember 2010