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54. Bundeswettbewerb "Jugend forscht!

54. Bundeswettbewerb "Jugend forscht!


Die Welt ein Stück besser verstehen

Eiweiße, die leuchten, Feinschliff an Knochenimplantaten, "Sixpacks" auf Straßen - nur einige der Ideen, für die junge Menschen einen Preis im Bundeswettbewerb "Jugend forscht" erhalten haben. Die Ehrung der Preisträgerinnen und Preisträger fand in Anwesenheit von Bundespräsident Steinmeier statt, der auch einen Preis stiftete.

Als Schirmherr von "Jugend forscht" unterstützt das deutsche Staatsoberhaupt den bundesweiten Wettbewerb mit dem "Preis für eine außergewöhnliche Arbeit". Er ging in diesem Jahr an zwei Schüler aus Baden-Württemberg im Fachgebiet Arbeitswelt. Jakob Rehberger (17 Jahre) und Jonas Münz (16 Jahre) entwickelten eine Maschine, die die zum Teil scharfen Kanten und Verunreinigungen von Knochenschrauben mit Ultraschallwellen entfernt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gratulierte den beiden Jugendlichen und zeigte sich insgesamt beeindruckt: "Wer es als Teilnehmer von 'Jugend forscht' bis in die letzte Runde geschafft hat, der hat mit seinen Forschungsergebnissen und Entdeckungen dazu beigetragen, dass wir die Welt ein Stück besser verstehen und vielleicht sogar in Zukunft ein wenig besser leben und arbeiten können." Einmal geweckt, sei die Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik "in der Regel nachhaltig", sagte Steinmeier.

Der Bundeswettbewerb ist Höhepunkt und zugleich Finale der 54. Wettbewerbsrunde. Hier treten die Erstplatzierten der Landeswettbewerbe gegeneinander an. Das Finale fand in diesem Jahr vom 16. bis 19. Mai in Chemnitz statt. 

In diesem Jahr präsentierten 190 Jugendliche insgesamt 111 Projekte in sieben Fachgebieten: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Die besten fünf Projekte eines jeden Fachgebiets wurden mit Geld- und Sachpreisen ausgezeichnet.

Bundesregierung zeichnet aus

Den "Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit" erhielten in diesem Jahr die beiden 17-jährigen Schüler Anton Fehnker und Simon Raschke aus Münster (Nordrhein-Westfalen) für ihre experimentelle Untersuchung von "Rippeln" auf Straßen. Diese können insbesondere beim Bremsen ein unangenehmes Rütteln verursachen.

Die Jugendlichen untersuchten mit einem originellen Versuchsaufbau, auf welche Weise die wellenartigen Oberflächenmuster, sogenannte Rippel ("Sixpacks"), entstehen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass der Prozess der Rippelbildung nicht linearen, sondern chaotischen und komplexen Gesetzmäßigkeiten folgt.

Ihre Arbeit werden die beiden Nachwuchsforscher der Bundeskanzlerin persönlich vorstellen: Am 4. September 2019 sind sie und alle Prämierten nach Berlin eingeladen. Die Einladung aller Bundessieger und Platzierten zu einem Empfang im Bundeskanzleramt gehört seit 1981 zur Tradition des Wettbewerbs.

Nachwuchs für Mathematik und Technik gesucht

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, zugleich Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Jugend forscht e.V. zeigte sich im Vorfeld der Preisverleihung begeistert: "Die eingereichten Arbeiten decken ein beeindruckendes Themenspektrum ab und zeugen von neuen Ideen, Forschergeist, Leidenschaft und Leistungsbereitschaft."

Der Preis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für die "beste interdisziplinäre Arbeit" ging in diesem Jahr nach Thüringen. Milena Wiegand, Max Asenow und Tina Munkewitz (alle 18 Jahre) aus Erfurt entwickelten einen "Textmarker" für Eiweiße. Die drei Jungforscher synthetisierten zwei neue Fluoreszenzfarbstoffe. Mit diesen färbten sie Bakterien, Krebszellen und pflanzliche Proben. So konnten sie unter dem Mikroskop sehen, dass unterschiedliche Eiweißstoffe blau markiert wurden.

Die Ministerin gratulierte allen Finalistinnen und Finalisten der diesjährigen Wettbewerbsrunde herzlich zu ihrem Erfolg und wünscht ihnen, "dass Sie auch in Zukunft Freude daran haben, in neue Gebiete vorzudringen und unbekanntes Terrain zu erobern". "Jugend forscht" leiste einen wichtigen Beitrag, um die Fachkräfte von morgen zu sichern, so die Ministerin weiter. "In den MINT-Fächern wird so viel Nachwuchs wie nie zuvor gebraucht!"

Unter dem Motto "Frag Dich." hatten sich für die 54. Wettbewerbsrunde über 12.000 Jungforscherinnen und -forscher angemeldet und an den Regional-und Landesausscheidungen beteiligt, darunter mehr als ein Drittel Frauen (4.690). Insgesamt wurden 6.617 Projektarbeiten zur aktuellen Wettbewerbsrunde angemeldet.

Talentschmiede und Fachkräftesicherung

Die Vergangenheit von "Jugend forscht" hat gezeigt, dass die Teilnahme am Wettbewerb für die Kinder und Jugendlichen ein Schlüsselerlebnis ist und die späteren Interessen bis hin zur Studien- und Berufswahl nachhaltig prägt. Insbesondere in den MINT-Fächern  fördert "Jugend forscht" besondere Leistungen und Begabungen. Ziel ist es dabei, Jugendliche langfristig für diese Themen zu begeistern und sie über den Wettbewerb hinaus in ihrer beruflichen Orientierung zu unterstützen.

"Jugend forscht" ist daher nicht nur eine "Talentschmiede", sondern auch ein Meilenstein in der persönlichen Entwicklung der jungen Menschen. So kann die Teilnahme am Wettbewerb der Start in eine vielversprechende berufliche Karriere sein.

Auf diese Weise leistet der Wettbewerb nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland. "Jugend forscht" trägt als Instrument zur Förderung junger Talente auch zum Erhalt der Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft bei.

"Wir suchen die Forscher von morgen!" - unter diesem Motto startete im Dezember 1965 der damalige "stern"-Chefredakteur Henri Nannen den Aufruf zur ersten Wettbewerbsrunde. Damals beteiligten sich 244 Mädchen und Jungen. Heute ist "Jugend forscht" Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb, zu dem sich regelmäßig jährlich mehr als 10.000 junge Menschen anmelden.

Den Wettbewerb "Jugend forscht" fördern Bundesregierung, Kultusministerien, Schulen, Wirtschaft und Wissenschaft. Neben Bundeskanzlerin, Bundespräsident und dem Bundesforschungsministerium stiften weitere Bundesministerien hochdotierte Sonderpreise beim Bundeswettbewerb. Bis heute haben sich über 280.000 junge Menschen an "Jugend forscht" beteiligt.

Neue Wettbewerbsrunde

Der Startschuss für die 55. Wettbewerbsrunde erfolgt am 1. Juli 2019. Anmeldeschluss ist der 30. November 2019. An über 100 Orten in Deutschland finden ab Februar 2020 Regional- und Landeswettbewerbe statt, bei denen Deutschlands beste MINT-Talente identifiziert werden. Das Bundesfinale ist vom 21. bis 24. Mai 2020 in Bremen.


Autor: Bundesregierung
Bild Quelle: Bundesregierung/Schlüter


Montag, 20 Mai 2019