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Der Merkel-Moment - Alles für die Wahrheit!

Der Merkel-Moment - Alles für die Wahrheit!


Ich brauchte diesmal länger als sonst, um mich von einer Merkel-Rede so weit zu erholen, dass ich wieder klar denken konnte.

Von Henryk M. Broder

Sie war nicht auf einem Parteitag der uckermärkischen CDU oder einem Kongress veganer Homöopathen und Geistheiler aufgetreten, nein, es war eine amerikanische Elite-Universität, wie in allen Berichten mehrfach betont wurde. Eine Elite-Universität, die ihr auch noch einen Ehren-Doktor verlieh. Das ist die vorletzte Stufe auf dem Wege zur Selig- bzw. Heiligensprechung.

Ganz besonders angetan war Claus Kleber vom heute-journal, der seine Moderation mit einem „Hammer-Video“ der Harvard-University anfing. Besonders gut fand er, dass die Kanzlerin es geschafft hatte, „Trump auf die Hörner zu nehmen, ohne seinen Namen auch nur einmal zu nennen“. Ja, das war schon eine Leistung, die nur   von dem Statement eines zufällig den Weg des ZDF-Teams kreuzenden Studierenden aus dem Tal der Ahnungslosen übertroffen wurde, Angela Merkel sei keine Populistin sondern eine Wissenschaftlerin, die „faktenbasiert“ redet und handelt, und das mache sie „interessant für die Amerikaner, weil das kennen sie nicht“. Ausgenommen die Angehörigen der Elite-Universität Harvard, vor denen die Kanzlerin eine Rede hielt, die so faktenbasiert war wie ein Vortrag von Erich von Däniken über "50 Jahre Erinnerungen an die Zukunft" im Kultur- und Kongresszentrum von Bad Langensalza. Je banaler die Sätze waren, umso lauter und länger die Standing Ovations. Der Kernsatz übertraf alles: „Dazu gehört, dass wir Lügen nicht Wahrheiten nennen und Wahrheiten nicht Lügen!"

Einen solchen Satz auszusprechen, ohne dabei zu erröten oder sich zu verhaspeln, ist in der Tat eine Leistung, die honoriert werden muss. Wenn schon nicht mit dem Walter-Ulbricht-Orden, dann wenigstens mit einem Dr. h.c. der Harvard-Universität.

PS. Was mich noch mehr überraschte, war, dass die Aktion von den FFF-Kids nicht thematisiert wurde. Immerhin war die Kanzlerin mit ihrer Entourage in einer riesigen Maschine einfach mal nach Boston und zurück geflogen (12.000 Kilometer), um dort eine Urkunde entgegenzunehmen, die auch mit DHL hätte befördert werden können. Aber was tut man nicht alles für einen Hauch von Wahrheit!

 

Zuerst veröffentlicht bei der Achse des Guten - Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.


Autor: Henryk M. Broder:
Bild Quelle: Markus Spiske [CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0)]


Samstag, 01 Juni 2019






Natürlich musste die Nochkanzlerin mal kurz in die Staaten fliegen. Sie weiß doch nicht mit Twitter umzugehen. Wie sollte also die alternative Wahrheit an der Elite-Uni verbreitet werden? Was heißt überhaupt Eliteuni? Das scheint doch wohl nur eine rot-grüne Kaderschmiede zu sein. Sonst könnte man sich die Begeisterung der Zuhörer nicht erklären. Die wurden bestimmt für diese Gefühlsausbrüche von unserem Nachrichtendienst bezahlt. Für einen Studienabschluss soll man ja jährlich rund 40.000Dollar berappen müssen. Wirklich schlimm solche Fake-News.

@sio Wenn man mit dem Abschluss dann entsprechende Einnahmen generiert hat sich das doch gelohnt. In DE ist es halt einfacher, da werden nicht die Kosten erhöht sondern die Anforderungen vermindert, grüne Lösung.




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