Zweierlei Fake News

Zweierlei Fake News


Als treuer und verlässlicher DLF-Zuhörer staune ich immer wieder, woher der Sender seine `Experten´ nimmt, die sich zum aktuellen Geschehen äußern und dabei gelegentlich entleiben.

Zweierlei Fake News

Von Henryk M. Broder

Und woher diese „Experten“ ihre Informationen beziehen, die ihnen, den Experten, ermöglichen, Hintergründe zu erklären und Vorhersagen zu machen.

Vorgestern, am Freitag, führte Jörg Münchenberg ein Gespräch mit einem Luftfahrtexperten über den Absturz einer ukrainischen Maschine in der Nähe des Teheraner Flughafens. Es komme für seine Begriffe "überhaupt nicht in Frage“, sagte der Experte, dass die Maschine abgeschossen wurde. Teheran spiele mit offenen Karten. Dass „ein Raketenabwehrsystem ein Flugzeug abschießt, was soeben von dem eigenen Flughafen gestartet ist“, das habe „mit Abwehr ja wohl überhaupt nichts zu tun“. Denn: „Da hätte das Flugzeug ja eher umgekehrt fliegen müssen, von außen in das Land hinein, auf den Flughafen oder Teheran als Stadt, so dass man da überhaupt eine Bedrohungslage sich zusammenreimen kann. Das halte ich allein aus diesem Grunde für ausgeschlossen. Dass man aus Versehen ein solches Flugzeug abschießt, kommt für meine Begriffe auch nicht in Frage.“

Nun ja, kann schon mal passieren, Ferndiagnosen sind immer ein wenig riskant. Nur ein paar Stunden später gab ein Kommandeur der Revolutionären Garden zu, dass seine Jungs das Flugzeug abgeschossen hatten, versehentlich, weil sie es für eine US-Rakete gehalten hatten. Wir merken uns: Bis zum Nachweis des Gegenteils gilt, dass der Iran ein friedliches Land ist, das weder die Hamas noch die Hizbollah unterstützt, was immer die zionistischen Hetzer behaupten.

Brok bereut nichts

Sehr lustig war auch eine Geschichte aus der Abteilung Fake News und Liebesdienste, die das Westfalen-Blatt über Elmar Brok verbreitete, der sich in den fast 40 Jahren seiner Zugehörigkeit zum EU-Parlament den Status einer Antiquität ersessen hatte. Nun meldet das Westfalen-Blatt, Broks Rat „bleibt gefragt“, er „hilft Regierungen, hält Vorträge und plant ein Buch“, genieße seine „neue Freiheit“ als „Vize-Präsident des Weltverbandes der Christdemokraten“ und auch als „Senior Fellow der renommierten US-amerikanischen Denkfabrik Aspen Institute“, ist „international unterwegs, zuletzt bei Vorträgen in Thailand und Australien oder demnächst in Indonesien“, wobei ihn „die Länderbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützen“, und sorgt daheim dafür, „dass der Flughafen Paderborn-Lippstadt eine gute Zukunft hat“. Ein Kümmerer aus Überzeugung: „Wenn es gewollt ist, helfe ich gerne.“

Vor allem aber: „Ich habe die Entscheidung, nicht mehr für das Europaparlament zu kandidieren, nicht eine Sekunde bereut, was mich nach fast einem Jahr selbst überrascht.“ Surprise, surprise!

Tatsächlich hatte Brok entschieden, nicht mehr für das Europaparlament zu kandidieren, nachdem er bei der Aufstellung für die CDU-Landesliste zur EU-Wahl durchgefallen war – gegen einen unbekannten Parteifreund. Erst als ihm von der Partei ein unsicherer Listenplatz trosthalber angeboten wurde, zog er die „Notbremse" und gab seinen „freiwilligen“ Rückzug bekannt. 

Sehr zum Bedauern von Jean-Claude Juncker, der sich ein Europaparlament ohne Brok nicht vorstellen konnte. 

 

Zuerst veröffentlicht bei der Achse des Guten - Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.


Autor: Henryk M. Broder:
Bild Quelle: Photocapy [CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)]


Sonntag, 12 Januar 2020

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