Störung der Totenruhe

Störung der Totenruhe


Wie wir alle wissen, ist unser geschätzter Außenminister `wegen Auschwitz in die Politik´ gegangen.

Störung der Totenruhe

Von Henryk M. Broder

Es gibt viele Gründe, in die Politik zu gehen. Das gute Einkommen, die vielen Reisen, die man machen muss, die Aufmerksamkeit, die einem zuteil wird, die Ehrenämter, die einem angetragen werden, die vielen Freunde, die bewirtet werden wollen, die Möglichkeit, eines Tages aus der Politik in die Wirtschaft zu wechseln, um dort richtig viel Kohle zu verdienen.

Es gäbe natürlich auch die Option, wegen Lidice, Oradour, Marzabotto, Fivizzano, Distomo, Kalavryta, Ciepielów, Wola, Przemyśl in die Politik zu gehen, aber wie würde sich das anhören: „Ich bin wegen Przemyśl in die Politik gegangen.“ Nein, es muss schon Auschwitz sein. Auschwitz nimmt unter den Vernichtungslagern den gleichen Rang ein wie das Zürcher Grand Hotel Dolder unter den Luxusherbergen. Abgesehen von der Kleinigkeit, dass die Dolder-Gäste gerne wiederkommen.

Auch unser geschätzter Außenminister war schon in Auschwitz. Was er dort gesehen hat, hält ihn nicht davon ab, sich um gute Beziehungen mit dem Iran zu kümmern, die US-Sanktionen zu umgehen oder es wenigstens zu versuchen, und seinen Vertreter bei den UN anzuweisen, routinemäßig gegen Israel zu stimmen. Denn die Iraner wollen ja nicht Auschwitz wieder in Betrieb nehmen, sondern ein Krebsgeschwür namens Israel beseitigen. Und das ist etwas ganz Anderes, da muss man sauber unterscheiden.

Nachdem ich diese Medung gelesen hatte, fragte ich beim AA nach, „ob dem auswärtigen amt dieser vorgang bekannt ist und und welche folgen er auf die politik der bundesregierung gegenüber dem iran haben wird“. Und bekam daraufhin diese Antwort:

"Die Bundesregierung verurteilt grundsätzlich alle Verherrlichung und Legitimierung von Terror, das Aufrufen zur Vernichtung Israels, das Aufstacheln zu terroristischen Handlungen oder das Verbreiten von antisemitischen Inhalten auf das Schärfste. Solche israel-feindlichen Äußerungen sind in keiner Weise hinnehmbar. Das Existenzrecht Israels ist nicht verhandelbar. Die Bundesrepublik spricht kritische Punkte in allen Bereichen regelmäßig sehr offen gegenüber Iran an.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre AA-Pressestelle"

Dann bin ich ja beruihigt. Ich habe schon befürchtet, die Bundesregoerung würde etwas unternehmen. 

 

Erstveröffentlicht bei der Achse des Guten - Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.


Autor: Henryk M. Broder:
Bild Quelle: Sandro Halank CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons


Donnerstag, 20 Februar 2020

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