Wie die Israelis lernen, mit dem Virus zu leben (und weiter gut zu essen)

Wie die Israelis lernen, mit dem Virus zu leben (und weiter gut zu essen)


Am Mittwoch erlassene neue Regelungen zur Eindämmung des Coronavirus führen zu einem kompletten Lockdown des Landes.

Wie die Israelis lernen, mit dem Virus zu leben (und weiter gut zu essen)

Von Lisa Vavra

Seit Mittwoch um 5 Uhr nachmittags gelten in Israel neue Regelungen, um den Coronavirus zu stoppen: Ein kompletter Lockdown des Landes. Benjamin Netanyahu beschloss, strengere Maßnahmen zu ergreifen, als die Anzahl der Erkrankten in Israel auf 2369 angestiegen und fünf Menschen an den Folgen des Coronavirus verstorben waren. Bis Freitag ist die Anzahl der Todesfälle bereits auf zwölf gestiegen.

„Die Schritte, die wir in Israel vorgenommen haben, wurden überall auf der Welt getroffen; wie auch immer, sie waren wohl nicht strikt genug, denn die Anzahl der Patienten verdoppelt sich alle drei Tage“, so Benjamin Netanyahu über die gegenwärtigen Umstände im Land.

Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt

In Tel Aviv tummelten sich Mittwochvormittag noch zahlreiche Menschen an der Strandpromenade. Die Sonne schien, und jeder wollte noch einmal die Meeresluft genießen. Viele gingen joggen, machten ihr tägliches Workout oder führten ihren Hund aus. Wenige Stunden später waren der Strand und die Straßen Tel Avivs menschenleer. Die Polizei forderte schon mittags Strandbesucher, die sich nicht sportlich betätigten, auf, nach Hause zu gehen. Später wurden dann Strände und Parks abgesperrt.

Für die nächsten (mindestens) sieben Tage ist die Bewegungsfreiheit in Israel stark eingeschränkt. Man darf sich nur noch 100m von der eigenen Wohnung entfernen, einkaufen gehen und den Hund ausführen. Außerdem sind öffentliche Verkehrsmittel limitiert. Hochzeiten, religiöse Zeremonien und Demonstrationen sind erlaubt, sofern sich nicht mehr als zehn Menschen dort aufhalten und ein Abstand von zwei Metern zwischen ihnen gewahrt wird.

Darüber hinaus dürfen nur zwei Personen in einem Auto unterwegs sein. Außerdem muss ein notwendiger Grund für die Fahrt angeführt werden, wie etwa Einkäufe, Arzttermine, oder ähnliches. Falls es notwendig ist, noch zur Arbeit zu gehen, ist dies erlaubt, jedoch müssen die Vorschriften eingehalten werden, und bevor man den Arbeitsplatz betritt, muss Fieber gemessen werden.

Mit der Monotonie umgehen

In Israel wurden früher als in anderen, insbesondere westeuropäischen Ländern striktere Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus getroffen. Die Anzahl der Fälle ist nicht zuletzt deswegen vergleichsweise gering. Es hat allerdings auch damit zu tun, dass die Population in Israel jünger ist als in vielen anderen Ländern, in denen das Virus stärker verbreitet ist. Dennoch besteht die Angst, die Zahlen könnten rasant steigen und eine Situation wie in Italien oder Spanien mit sich bringen.

Nun heißt es wohl, zu Hause bleiben und kreativ sein, um die Monotonie des Alltags aufzubrechen. Ob mit Indoor-Sport, auf dem Rooftop oder auf der Terrasse, mit Tanz, Yoga oder Meditation – die Israelis werden einen Weg finden, mit dem Lockdown des Landes umzugehen. Die Jerusalem Post veröffentlichte zum Beispiel donnerstags Nachmittag eine Liste mit Restaurants, die für nahegelegene Lieferungen noch betrieben werden dürfen, sodass auch diejenigen nicht zu kurz kommen, die kulinarische Vergnügungen der sportlichen Betätigung vorziehen.

 

MENA Watch - Foto: Corona-Warnhinweise in einer Klinik in Lod


Autor: MENA Watch
Bild Quelle: DGtal / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)


Samstag, 28 März 2020

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