Orit Arfa: Corona-Blues [Video]

Orit Arfa: Corona-Blues [Video]


Sie waren Sklaven. Afrikaner, die in die USA verschleppt wurden. Fern der Heimat schufteten sie auf den Baumwollplantagen.

Orit Arfa: Corona-Blues [Video]

Um die harte und monotone Arbeit besser ertragen zu können, begannen die Pflücker zu singen. Die Songs waren einfach, handelten von Liebe, Sehnsucht, Schmerz und Leid. Es waren die ersten Lieder eines neuen Musik-Genres: des Blues.

Orit Arfa, das weibliche Multitalent unter den Achgut.com-Autoren, ist kurz vor dem Lockdown aus Los Angeles in die Berliner Sonnenallee zurückgekehrt. Dort lebt sie mit ihrer kleinen Tochter mit einem Blick durchs Fenster auf den Hof. In diesen Tagen hat sie wie viele andere den Blues, also eine gehörige Portion Weltschmerz. Hier ihr Text mit eingebautem Original-Akzent:

Wir haben gar nichts zu tun
Wenn die ganz Welt ist verrückt
Wir bleiben Zuhause, allein und bedrückt

Wenn keine Schule ist, schreiben Wir das Corona Lied
Na Na Na Na Na
Wenn kein Bundesliga ist, singen wir das Corona Lied
Na Na Na Na Na

Der Corona Blues, hast du auch
Der Corona Blues, macht uns schwach
Nanananana

Wir haben keine Panik
Wenn alle hat so viel Angst
Wir machen Musik, und sind nicht Krank

Wenn keine Bar offen ist, schreiben wir das Corona Lied
Wenn kein Toilettenpapier gibt, singen wir das Corona Lied
Na na na na na na

Der Corona Blues, ist jetzt hier
Der Corona Blues, hat uns infiziert
Nanananana

Orit Arfa schreibt regelmäßig für die Jerusalem Post, das Jewish Journal of Los Angeles und den Jewish News Service, sie macht Musik und schreibt Romane. Orit ist den Achgut.com-Lesern durch ihre Interviews und die Orit-Arfa-Show bekannt. Ihre Liebeserklärung an Deutschland „Deutschland, ich bin verrückt nach Dir“ und ihre Video-Satire „Sag mir wo die Nazis sind“ gingen viral. Orit Arfas Roman „Underskin“ beginnt am Strand von Tel Aviv mit dem schönen Satz: „Er hasst mich.“

Orit Arfa ist ein Tausendsassa mit angstfreiem Selbstbewusstsein und arbeitet als Autorin, Journalistin, Malerin, Liedermacherin und politische Kommentatorin. Die gegenwärtige Situation sieht sie überaus skeptisch und hat zum Corona-Blues einen kleinen Beipack-Zettel verfasst:

„Regierungen weltweit haben im Grunde genommen Bürger in ihren eigenen Häusern eingesperrt, ohne jede Abstimmung, ohne Debatte, ohne Referendum. Wir sollen darauf vertrauen, dass sie das Richtige tun, indem sie uns unser Familienleben, unsere Lebensgrundlage und unsere grundlegenden bürgerlichen Freiheiten für wer weiß wie lange wegnehmen. Man sagt uns, dass es keinen besseren Weg gibt, und wir sollen das glauben.

Eltern sind besonders hart betroffen, weil sie sich zu Hause um die Kinder kümmern und gleichzeitig arbeiten können – vorausgesetzt, sie haben noch ihre Arbeit. Tatsächlich leidet die ganze Welt unter dem Corona-Blues. Der Corona-Blues wird unsere Herzen, unseren Geist und vielleicht sogar unseren Körper schädigen. Dennoch glauben wir, dass der menschliche Geist stark ist. Wir müssen immer unsere Fähigkeit bewahren, unsere Stimme zu erheben, wie es uns gefällt ... zu singen, zu schreien, unsere Meinung zu sagen. Wenn Sie also unter Corona-Blues leiden, singen Sie lange und teilen Sie. Es wird auch Ihren Kindern etwas zu tun geben.“

 


Autor: AchGut
Bild Quelle: Facebook


Dienstag, 07 April 2020

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