Lieber renitent als flatulent [Video]

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Der plötzliche, geradezu panikartike Abgang von Johannes Kahrs aus dem Bundestag hat eine Lücke hinterlassen, von der ich annahm, dass es Jahre dauern würde, bis sie sich wieder schließen könnte.

Lieber renitent als flatulent [Video]

Von Henryk M. Broder

Ein Talent wie Kahrs ist nicht einfach zu ersetzen. Aber es ging schneller als erwartet. Der Auftritt des Abgeordneten Helge Lindh, ebenfalls SPD, in dem er unter anderem über Achgut.com ablästerte, wird als eine der Sternstunden des Parlamentarismus in die Annalen des Hohen Hauses eingehen. Und das Wort „Japperlammeritis“ könnte zum „Unwort des Jahres“ gewählt werden, auch deswegen, weil es von einem Illiterator generiert wurde. Helmuth Karasek würde ihn einen „sprachlosen Schwätzer“ nennen und Dieter Bohlen zufrieden grinsen, weil er endlich einen Beleg dafür gefunden hätte, wie schwierig es ist, einem Bekloppten zu erklären, dass er bekloppt ist. Ich aber sage Euch: Der Unterschied zwischen einer Diarrhoe und einer Logorrhoe ist minimal, kaum größer als der zwischen einem Aluhut und einer Aluhütte.

Was mich an seiner aus Gründen des Umweltschutzes papierfrei gehaltenen Rede am meisten beeindruckt hat, waren seine Bemerkungen über „renitente“ Wissenschaftler, das sind solche, die den Erkenntnissen der Regierung nicht folgen, ihr sogar widersprechen, und der anschließende Exkurs über das Wesen der Wissenschaft. „Wissenschaft lebt davon, dass es freien Exkurs, Meinungsunterschiedlichkeit gibt, Debatten, Wissen, Erkenntnis“, und von alledem könne ja im Falle der „renitenten“ Wissenschaftler keine Rede sein. Was „echte“ Wissenschaft ist, bestimmt Helge Lindh, ein Abenteurer mit einer faszinierenden Biografie, MdB und Beauftragter für Politische Bildung im Vorstand der SPD Wuppertal. 

Ich war von dieser Rede dermaßen berauscht, dass ich mich sofort auf die Suche nach weiteren Leckerlis machte. Und ich wurde fündig. Lindh ist nicht nur ein Meister der freien Rede, er spielt mit der Sprache wie ein Trapezkünstler mit dem freien Fall. Dass seine eigene Fraktion seinen Redeschwall immer wieder mit Beifall unterbricht, kann ich mir nur damit erklären, dass sie ihn vor dem Absturz bewahren möchte. Schauen Sie bitte hier und hier. Man könnte ihm zugutehalten, dass er sich für das Existenzrecht Israels ausspricht, wenn er nicht zugleich strunzdumme Sätze sagen würde, wie z.B.: „Je problematischer womöglich der israelische Ministerpräsident ist, desto deutlicher und klarer können wir ihn kritisieren. Und je klarer er... versagt, desto deutlicher müssen wir jeder Form von Antisemitismus unser Nein erteilen...“ Großartig auch die Passage über seine jüdischen „Freundinnen und Freunde", die er vermutlich jeden Morgen an seinem Bettchen aufmarschieren lässt, damit sie ihm Bericht erstatten, wie so die Stimmung im Judenlager gerade ist. 

Der Mann ist einfach eine Wucht. Und ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei ihm zu bedanken, dass er für uns Werbung gemacht hat. Obwohl ich nicht ausschließen kann, dass es ein Missverständnis war. Vielleicht wollte er nur für seine Kosmetika der Marke AXE Stimmung machen.

Wie dem auch sei, wir werden noch oft von Helge Lindh hören. Derzeit schmiedet er ein Bündnis mit der jungen, charmanten und hochbegabten Sawsan Chebli. Mal schauen, was die beiden vorhaben. Er ist ja schon im Bundestag, und sie möchte rein.

Erstveröffentlicht bei der Achse des Guten - Zweitveröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autors.


Autor: Henryk M. Broder:
Bild Quelle: Martin Kraft CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons


Mittwoch, 20 Mai 2020

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