Der Unterschied zwischen der CSU und einem Nagelstudio

Der Unterschied zwischen der CSU und einem Nagelstudio


Heinrich Heine war immerhin nur in der Nacht um den Schlaf gebracht, wenn er an Deutschland dachte. Mittlerweile werden die Zustände in unserm Land zum alltäglichen Albtraum.

Der Unterschied zwischen der CSU und einem Nagelstudio

Von Vera Lengsfeld

Man zwickt sich vergebens, in der Hoffnung, aufwachen und sich in der Normalität wiederfinden zu können. Stattdessen passieren tagtäglich Dinge, die man gestern noch für unmöglich hielt, aber heute schon Realität sind. 

Vor wenigen Tagen erschien in der taz ein Artikel von Hengameh Yaghoobifarah, die weder Männlein noch Weiblein sein will, dafür aber jede Menge Ressentiments und Hass versprüht, ein Hetz-Artikel gegen unsere Polizei. Die Autorin schreibt sonst Essays und Kolumnen zu Queerfeminismus. 2019 gab sie das Sachbuch “Eure Heimat ist unser Albtraum“ heraus, indem Sie ihren Hass auf Deutschland dokumentiert, ein Land, indem sie die Freiheit hat, sein zu können, wie sie ist. 

In ihrem Artikel bezeichnet sie Polizisten als Müll, der auf den Abfallhaufen gehört. Das ist die Gewaltsprache des Totalitarismus. Dass die Linksradikalen ihre Gewaltphantasien ausleben, ist nichts Neues, wirklich erschreckend ist der fehlende Widerstand dagegen. Bei der jüngsten Innenministerkonferenz scheint diese gefährliche Verbalattacke auf die Ordnungshüter keine Rolle gespielt zu haben, auch nicht die immer krimineller werdenden Anschläge der Antifa auf unseren Straßen, die inzwischen das Niveau von Bombenanschlägen und lebensgefährlichen Prügelorgien erreicht haben. Litaneiartig wird die erhöhte Wachsamkeit gegen Rechtsextremismus angemahnt, ohne viel Worte über die linksextremen Ausfälle zu verlieren.

Bilderstürmer unter dem Deckmantel des Antirassismus 

Dass die Antifa inzwischen keineswegs nur wirkliche „Rechte“ ins Visier nimmt, sondern Leute aus dem linken Spektrum, wenn sie sich für Rechtsstaatlichkeit einsetzen, musste jetzt der Verleger des Hamburger Ankerherz-Verlages erfahren. Seit Jahren macht sich der Ankerherz Verlag für Flüchtlinge, Seenotrettung und gegen Pegida und die AfD stark. Er soll deshalb Morddrohungen von Rechtsradikalen erhalten haben. Er gehört also zu den Guten. 

Nun wird er von linken Antifa-Gruppen bedroht. Er bekommt Nachrichten und Mails, in denen er als „Feind“ bezeichnet wird, der „beobachtet“ werde. In anderen wird ihm nahegelegt, er solle sich im Keller aufhängen. Es kursieren Boykottaufrufe. Die Polizei musste ihm mittlerweile Objektschutz anbieten. Sein Vergehen? Auf Facebook schrieb der Verleger, er halte die Debatte über strukturellen und institutionellen Rassismus in der deutschen Polizei für falsch. Er könne nicht erkennen, dass 300.000 Polizistinnen und Polizisten generell und mit Vorsatz rassistisch seien. „Im Gegenteil: Die machten unter für sie immer schwierigen Bedingungen einen besonnenen Job“. Das reicht inzwischen aus, um es mit der Antifa zu tun zu kriegen. 

Trotzdem wird nicht über eine Eindämmung der Antifa-Gewalt nachgedacht, sondern über die „Verstetigung“ der Finanzierung von in dieser Hinsicht problematischen Gruppen aus dem Hundert-Millionen-Topf für den Kampf gegen Rechts durch Bundesministerien.

In Deutschland gibt es zahlreiche Gedenkorte, die an die schändliche Bücherverbrennung der Nazis erinnern. Aber was nützt mahnendes Gedenken, wenn die Methoden höchst lebendig sind? Unter dem Deckmantel des Antirassismus machen sich derzeit die Bilderstürmer, Bücherschänder und Filmverbieter breit, unter dem Beifall von Politik und Medien. 

Vom antirassistischen Furor ausgenommen

Dass der Film „Vom Winde verweht“ nicht mehr im Netz vertrieben werden soll, wird von den Meinungsmacher-Medien überwiegend zustimmend berichtet (obwohl beispielsweise die schwarze Nebendarstellerin der Zofe den Oscar für ihre herausragende darstellerische Leistung bekommen hat). Immer mehr Philosophen und Schriftsteller, von Kant, über Goethe und Schiller bis hin zu Jeanne K. Rowling, werden unter Beschuss der Kulturrevolutionäre genommen, die anscheinend beschlossen haben, unser kulturelles Erbe zu vernichten oder wenigstens bis zur Unkenntlichkeit zu verstümmeln. 

Wie heuchlerisch diese Säuberung im Namen des Antirassismus ist, zeigt, dass zwei der wütendsten Antisemiten und Rassisten, Karl Marx und der ihm auch in dieser Hinsicht ebenbürtige Friedrich Engels, vom antirassistischen Furor ausgenommen sind, obwohl es zahllose Straßen, Plätze, Schulen und Institutionen gibt, die ihren Namen tragen und ihre Monumente Städte und Parks zieren. 

Ich habe die meiste Zeit meines Lebens glücklicherweise unter Verhältnissen verbracht, in denen nicht mehr nach Rasse, Hautfarbe oder Herkunft unterschieden wurde, sondern allen die gleichen Chancen geboten wurden. Wie sehr diese Chancen genutzt werden konnten, beweisen die vielen Abgeordneten, Professoren, Künstler, Schriftsteller, Fernsehstars, Politiker mit Migrationshintergrund in unserem Land. Warum ausgerechnet von gut Arrivierten dann der Vorwurf des Rassismus erhoben wird, wäre ein Rätsel, wenn man nicht wüsste, dass die Ideologie die Realität zu überdecken in der Lage ist.

Die Arroganz der Parteifunktionäre gegenüber der arbeitenden Bevölkerung

Wie sehr der Antirassimus die Gehirne vernebelt, hat kürzlich die Junge Union Bayern demonstriert, die mit einem eigenen Plakat auf den antirassistischen Zug aufspringen wollte. Auf diesem Plakat posiert eine Frau mit asiatischem Hintergrund mit der Frage, ob sie im Nagelstudio oder in der CSU-Parteizentrale arbeite. Wenn man sie im Nagelstudio vermute, solle man seine Vorurteile überprüfen. 

Diese Darstellung ist ein Beispiel dafür, wie tief die Arroganz der Parteifunktionäre gegenüber der arbeitenden Bevölkerung ist. In den Nagelstudios arbeiten Frauen, die sich selbst ihren Lebensunterhalt verdienen und Steuern bezahlen, statt sich mit Steuergeldern aushalten zu lassen. Diese Frauen verdienen höchsten Respekt statt plakativer Herablassung. Die JU Bayern demonstriert hier nur, wie abgehoben schon der Politiker-Nachwuchs in unserem Land ist.

Als geborene Optimistin möchte ich nicht damit enden, dass wir von Politnachwuchs á la JU Bayern nichts erwarten können, sondern daran erinnern, was die Linke, als sie noch emanzipatorisch war, genau wusste: „Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun“. Jeder hat eine Stimme, die er nach seien Fähigkeiten und Möglichkeiten erheben kann. 

 

Vera Lengsfeld, Publizistin, war eine der prominentesten Vertreterinnen der demokratischen Bürgerrechtsbewegung gegen die "DDR"-Diktatur, sie gehörte 15 Jahre dem Deutschen Bundestag als Abgeordnete der CDU an. Sie publiziert u.a. in der Achse des Guten und in der Jüdischen Rundschau.


Autor: Vera Lengsfeld
Bild Quelle: Armin Linnartz CC BY-SA 3.0 de via Wikimedia Commons


Freitag, 19 Juni 2020

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