Rassismus und andere Diskriminierungen

Rassismus und andere Diskriminierungen


Von Corona abgesehen, gibt es in Deutschland nur noch ein relevantes Problem, den alltäglichen, den systemimmanenten, den institutionellen Rassismus.

Rassismus und andere Diskriminierungen

Von Henryk M. Broder

Deswegen hat sich im Mai ein „Kabinetts-Ausschuss“ konstituiert, der vorgestern zum zweiten Mal in Berlin zusammenkam. Eingeladen waren auch Vertreter von Migranten-Organisationen. Deren Botschaft fasste Caren Miosga in einem Satz zusammen: „Die Politik in Deutschland ist zu zögerlich und längst nicht da, wo sie sein könnte.“ (Ab Min. 14:07)

Dafür sind die Migranten total up to date. Saraya Gomis, Vorstand der Organisation „Each One Teach One", sagt: „Deutschland hat ein Rassismus-Problem, Deutschland ist wie andere Gesellschaften auch von Rassismus und anderen Diskriminierungen strukturiert, wir sehen institutionellen Rassismus durchgehend in den Institutionen.“ Deswegen hat Saraya Gomis einen Katalog mit über 100 Forderungen aufgestellt, vorneweg die nach einem eigenen Ministerium.

Das Ministerium soll sozusagen zuständig sein für den Kampf gegen unterschiedlichste Rassismen und weitere Diskriminierung und das unter anderem auch koordinieren in die Breite der Gesellschaft hinein.“

Das will auch die Allianz CLAIM. Sie setzt sich gegen die Diskriminierung von Musliminnen und Muslimen ein und fordert einen bundesweiten Ausbau von Beratungsstellen. „Vor allem im Bereich des antimuslimischen Rassismus erleben wir sehr viel Diskriminierung im Bereich der Wohnungssuche, auf dem Arbeitsmarkt, und nur durch entsprechende Beratungsstellen wird diesen Menschen geholfen, die Diskriminierung erleben, weil die Beratungsstellen ihnen helfen, ihre Rechte durchzusetzen auf Gleichberechtigung“, sagt Rima Hanano von der Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit. 

Judy Korn, Sprecherin des Violence Prevention Network, organisiert Aussteiger-Programme für Rechtsextreme. Wie geht so etwas? „Indem man Kontakt zu ihnen aufnimmt und in den Dialog tritt.“ Das kann passieren, sagt Judy Korn, „indem sich das Umfeld dieser Menschen meldet, es kann aber auch sein, dass diese Menschen aufgrund einer Straftat in Haft sitzen und wir dann tätig werden können“.

Das ist nicht gerade ein überzeugendes Beispiel für präventive Arbeit, wenn man die Klientel abgreift, wenn sie bereits in Haft sitzt. Seis drum. Jedenfalls sieht es aus, als gäbe es einen Zusammenhang zwischen der Zunahme des Rassismus und der Anzahl von Organisationen, die sich dem Kampf gegen den Rassismus verschrieben haben. Fehlt nur noch ein eigenes Ministerium mit ganz, ganz vielen Planstellen.

 

Erstveröffentlicht bei der Achse des Guten


Autor: Henryk M. Broder:
Bild Quelle: AchGut


Freitag, 04 September 2020

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