Die „Ängste“ der Deutschen sind ein Spiegelbild der Medienpolitik

Die „Ängste“ der Deutschen sind ein Spiegelbild der Medienpolitik


Auch die neue Umfrage von R+V ist Resultat permanenter Gehirnwäsche - Die Herrschenden brauchen keine „Diktatur“, denn es klappt auch ohne

Die „Ängste“ der Deutschen sind ein Spiegelbild der Medienpolitik

Von Albrecht Künstle

Dieser Tage wurde von der Deutschen Presseagentur dpa eine Umfrage zu den Ängsten der Deutschen kommentierend veröffentlicht. Entgegen aller journalistischen Übung unterschlagen entweder dpa selbst oder unsere Regionalzeitung, wer diese Umfrage durchführte, in diesem Fall die R+V Versicherungsgruppe. Wer sich diese Angstliste anschaut wird feststellen, dass sie ziemlich genau der Informationspolitik der Medien entspricht.

Nicht besser lässt sich diese These an der Berichterstattung der Badischen Zeitung beweisen. Fast die Hälfte des Berichts auf der Seite „Aus aller Welt“ ist durch eine Fotomontage verschwendet, auf der Donald Trump in der Pose des „Terminators“ mit einer Maschinenpistole bewaffnet den Corona-Abstand von 1,5 m sichert. Als ob dieser Mann nicht unsympathisch genug ist, wird er abgebildet, wie es „Der Stürmer“ der NSDAP nicht besser gekonnt hätte. Die Bildunterschrift: „Das Coronavirus fürchten die Deutschen deutlich weniger als den US-Präsidenten“. Ein solches Bild gehört vor den Presserat, der aber sein Geld auch nicht mehr wert ist.

Die Innenpolitik Trumps möchte ich an dieser Stelle nicht kommentieren, aber umso mehr fragen, was hat dieser Präsident uns angetan, dass diesem mit 53 Prozent aller Antworten die höchste Angststufe zukommt? Und das in Deutschland. Er hat nirgendwo einen Krieg anfangen wie seine Vorgänger. Er hat den schwelenden Konflikt mit Nordkorea zumindest verbal beigelegt. Er verweist Staaten wie den Iran in die Schranken, die Israel immer noch ins Meer werfen wollen. Er erreichte nun mit dem zweiten Todfeind Israels die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und mehr. Der Konflikt mit Russland ist nicht mehr ganz so schlimm wie früher. Er zieht Soldaten und Waffen aus unserem Land ab, was bis vor kurzem noch aus vielen Parteien gewünscht wurde.

OK, er besteht in der NATO auf höheren Militärausgaben, aber wenn die Mitgliedsländer weniger wollten als zwei Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung, könnten sie die USA überstimmen. Tun sie aber nicht, sondern sitzen es nach Merkel-Manier aus. Und Gas würde uns Trump lieber amerikanisches verkaufen, als uns russisches Gas zu gönnen. Aber das in Übereinstimmung mit Meinungsführern auch in Deutschland. Das alles steigert nicht unbedingt seinen Sympathiewert, aber Angst müssen wir vor anderen Dingen mehr haben als vor diesem „Trampel“. Die Angst ist Ergebnis der tagtäglichen Darstellung dieses Menschen seitens der Medien – selten mit geschlossenem Mund, sondern mit Entenschnabel oder viereckiger Klappe in Siegerpose. Ganz in erwähnter Stürmer-Manier.

Was mich angeht: Ich habe mehr Angst vor der Bundesregierung, die es sich langsam mit der ganzen Welt verscherzt. Mit allen drei Großmächten, mit den Visegrad-Ländern in der östlichen Nachbarschaft, den „Olivenstaaten“ im Süden, Großbritannien trat wegen der deutsch dominierten Migrationspolitik aus der EU aus. Das Verhältnis Frankreich-Deutschland war auch schon besser, und die Schweiz ist zurecht sauer, weil Deutschland seiner Verpflichtung aus dem 1996er Staatsvertrag von Lugano nicht nachkommt, nämlich die Güterstrecke Rotterdam-Genua schnellstens auszubauen. Sie will sie erst 2035 fertigstellen, die ICE-Strecke sogar erst 2042, während die Schweiz die zwei aufwändigen Tunnel bereits fertig hat. Ist Deutschland „Dank“ dieser Kanzlerin und ihren außen- und innenpolitischen Vasallen bald „alleine zuhause“?

Zu weiteren Ergebnissen der Umfrage: Man reibt sich die Augen, weil an zweiter Stelle der Hitliste deutscher Ängste die „stark steigenden Lebenshaltungskosten“ stehen sollen. Und das in den Umfragemonaten mit +0,9 Preissteigerungen im Juni und -0,1 Prozent im Juli, gegenüber dem Vormonat sogar um -0,5 Prozent. Wohlgemerkt, es wurde nach den „Lebenshaltungskosten“ gefragt, nicht nach der kleineren Haushaltskasse, wenn man Klimaanleihen kauft und wegen Minuszinsen am Ende weniger herausbekommt. So ein Befragungsergebnis würde von seriösen Statistikern überhaupt nicht verwertet, weil es Zweifel an der geeigneten Fragestellung aufkommen lässt.

An 3.°Stelle mit 49 Prozent der Befragten stehen die Ängste, dass „die Schuldenkrise einiger EU-Staaten für den deutschen Steuerzahler teuer wird.“ Und dass sich an 4. Stelle „die Wirtschaftslage in Deutschland verschlechtert“, ist im gleichen Zusammenhang zu sehen. Hätte man auch die Frage nach der EU gestellt, wie man es zur USA tat, ob deren Politik unser Leben schlimmer macht, wären die Antworten ähnlich hoch ausgefallen. Deshalb wurde die Frage vermutlich nicht gestellt.

Die Ängste Nr. 6 und 7 sind ebenfalls im Zusammenhang zu sehen. Sie galten der Frage, ob das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Migranten durch weiteren Zuzug von Ausländern/Asylbewerbern beeinträchtigt werde, und ob „die große Zahl der ‚Flüchtlinge‘ die Deutschen und ihre Behörden überfordert.“ Beide Fragen wurden von 43 Prozent bejaht, was die Medien zu dem Kommentar veranlasste, das seien weniger als die Hälfte, also weiter so? Und dass die Befürchtungen gegenüber den Vorjahren gesunken seien. Unbelehrbar seien nur die Ostdeutschen, von denen fast zwei Drittel die unberechtigte (?) Angst weiterhin hätten. Aber die schafft Merkel sicher auch noch (ab).

An 9. und 18. Stelle standen die Ängste wegen der Corona-Pandemie. „Nur“ 42 und 32 Prozent haben sie. Ersichtlich ist das der einzige Punkt, bei dem weder die Medien noch die Politik es geschafft haben, die Mehrheit der Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. Zu Beginn der ausgerufenen Pandemie glaubte ich, dieses Virus würde auch Hirne angreifen, als ich vernahm, dass manche die Corona-Toten mit dem Import weiterer Menschen ausgleichen wollen. Aber anscheinend, sind unsere Hirne doch größtenteils vor dem Virus gefeit, weil fast alle Menschen berechtigt großen Respekt vor ihm haben, aber nur ein Drittel die permanente Verbreitung von Angst zu ihrer eigenen macht.

Trotzdem ist das zum geflügelte Wort gewordene Fassbinder-Melodram, „Angst essen Seele auf“ und „Angst frisst Hirn“ https://www.welt.de/print/wams/finanzen/article156765446/Angst-frisst-Hirn.html wieder aktuell. Trotz Corona, „Die Gedanken sind frei“ (noch). Der Liedtext geht weiter mit „… wer kann sie erraten, sie fliegen vorbei …“ – es sei denn, sie werden eingefangen mit Umfragen. Aber wurden SIE schon einmal befragt? Ich noch nie, trotz meiner 70 Jahre. Deshalb gewöhnte ich es mir an, auch ungefragt meine Meinung kundzutun, was hiermit erneut geschieht.


Autor: Albrecht Künzle
Bild Quelle:


Montag, 14 September 2020

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