Die Tagesschau und Trump: Vom Helfer zum Hallodri

Die Tagesschau und Trump: Vom Helfer zum Hallodri


Als ich Dienstagmorgen um acht Uhr den Vorspann zu einem Artikel auf tagesschau.de las, konnte ich es kaum glauben: Deutschlands halbamtliche Meinungsseite schrieb wohlwollend über den amerikanischen Präsidenten!

Die Tagesschau und Trump: Vom Helfer zum Hallodri

von Stefan Frank

Lesen Sie selbst: 

„Die Coronavirus-Infektion von US-Präsident Donald Trump wird mit teilweise experimentellen Therapieformen behandelt. Sie könnten in Zukunft auch anderen Corona-Patienten helfen.“

Das stand am Anfang des Artikels Coronavirus: Experimentelle Therapie für Trump. Donald Trump also als jemand, der mit gutem Beispiel vorangeht und letztlich für uns alle seinen Arm hinhält. Was er jetzt unter Inkaufnahme eines persönlichen Risikos verabreicht bekommt, wird irgendwann vielen das Leben retten. So wirkte es. Um 10.48 Uhr wurde der Vorspann geändert, der zweite Satz ausgetauscht. Seither steht dort:

Die Coronavirus-Infektion von US-Präsident Trump wird mit teilweise experimentellen Therapieformen behandelt. Mediziner sehen das kritisch: Zugelassen sind einige noch nicht.“

Der Aspekt des „Helfens“ taucht nun gar nicht mehr auf. Der neue Satz wirft eine Frage auf: Wenn „Mediziner“ die „Therapieformen“ „kritisch“ sehen, wo hat der Präsident die Pillen dann her? Von einem Heilpraktiker? Ein Blick in den Text zeigt, dass die Mediziner in Wirklichkeit nur einer sind, ein Mediziner von der Universität Köln. Dessen Argument (von tagesschau.de nur in indirekter Rede wiedergegeben) lautet: „Bislang lägen noch keine ausreichenden Studien zur Behandlung von Coronavirus-Patienten vor.“

Nun ja, „ausreichende Studien“ wird es erst geben, wenn der Wirkstoff Abertausenden von Probanden verabreicht worden ist. Laut dem Verband der forschenden Pharmaindustrie (VFA) benötigt die Zulassung eines Medikaments in der EU „im Schnitt mehr als 13 Jahre“. So lange wollten Trump und seine Ärzte vielleicht nicht warten? Zudem wird es niemals „ausreichende Studien“ geben, wenn nicht irgendwelche Freiwilligen die Ersten sind, die eine Arznei verabreicht bekommen – logisch, oder?

Der Wirkstoff REGN-COV2, um den es geht, wurde im September an 275 Menschen getestet – warum eigentlich sollte der amerikanische Präsident nicht der 276. sein? Ist er kein Mensch? Sind die Leben der anderen 275 weniger wert? Doch tagesschau.de brauchte eben etwas Negatives. Ohne dass die Redaktion am Inhalt des Artikels etwas hätte ändern müssen, gab sie ihm einen völlig anderen Dreh, indem sie bloß einen Satz im Vorspann austauschte. Bis 10.48 Uhr sah es so aus, als würde Donald Trump etwas tun, das der Menschheit zum Wohl gereicht. Nun erscheint Trump als jemand, der sich leichtfertig irgendein Schlangenöl spritzen lässt. So – und nur so – passt es.

erschienen auf AchGUT


Autor: AchGut
Bild Quelle:


Dienstag, 06 Oktober 2020

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