Neue Forderungen nach Doktortitel-Aberkennung für Giffey

Neue Forderungen nach Doktortitel-Aberkennung für Giffey


Im Fall der umstrittenen Doktorarbeit von Familienministerin Franziska Giffey offenbart ein zunächst unter Verschluss gehaltenes Gutachten der Freien Universität Berlin (FU) das wahre Ausmaß der Täuschungsmanöver der SPD-Politikerin, berichtet t-online.de. Daraufhin sollen Studenten der Universität erneut die Aberkennung von Giffeys Doktortitel gefordert haben.

Neue Forderungen nach Doktortitel-Aberkennung für Giffey

Die FU hatte bekanntlich im Oktober des vergangenen Jahres Giffeys Doktorarbeit nach eingängiger Prüfung ihrer Doktorarbeit zwar kritisiert, aber auf den Entzug des Doktortitels verzichtet, „weil der Kern der Arbeit und ihre wissenschaftliche Leistung von den Mängeln nicht infrage gestellt werden“. Die Universität habe stattdessen eine Rüge ausgesprochen. Das Brisante daran sei, dass es diese Form der Sanktionierung im Berliner Hochschulgesetz eigentlich nicht gebe, was nun ebenfalls Gegenstand einer juristischen Überprüfung werde.

Details zu den beanstandeten Textstellen in Giffeys Arbeit habe die Universität damals nicht genannt. Das habe nun der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der FU übernommen – und das zuvor geheime Dokument an die Öffentlichkeit gebracht. In dem Gutachten werde deutlich, dass Giffey bei mindestens 27 Textstellen vorsätzlich getäuscht habe: Fünf Mal hätte Giffey in der Arbeit ganze Sätze aus anderen Arbeiten übernommen, ohne sie als Zitat zu kennzeichnen und die Quelle zu nennen. An weiteren 22 Stellen wurden demnach „deutliche Textübernahmen oder Paraphrasen ausgemacht, bei denen keine Quelle genannt wurde“, heiße es in dem Gutachten. In diesen Passagen sei „der Tatbestand der objektiven Täuschung“ erfüllt, so die Prüfer der Universität weiter. Weitere 29 geringfügige Mängel liste das Gutachten ebenfalls auf.

„Politisches Kalkül der FU-Führung“

„Studierende fallen durch Prüfungen, weil sie zwei Zitatangaben vergessen haben“, habe Anna Müller, Referentin im AStA der FU gesagt. Andere Politiker hätten bereits bei deutlich geringeren Vergehen ihren Doktortitel abgeben müssen. „Wir sehen hier keinerlei Verhältnismäßigkeit, sondern politisches Kalkül der FU-Führung“, wird Müller weiter zitiert. Familienministerin Giffey strebt in den Berliner Senat und will 2021 Regierende Bürgermeisterin in der Bundeshauptstadt werden.

Der AStA habe seine Forderungen vom letzten Herbst, dass die Universität Giffey den Doktortitel entzieht, wiederholt: „Sollte Giffey nicht nur das Amt der Bürgermeisterin von Michael Müller übernehmen, sondern auch das der Wissenschaftssenatorin, wäre das eine Bankrotterklärung für den Wissenschaftsstandort Berlin“. Giffey hatte 2010 an der FU promoviert. Ihre Arbeit hatte das Thema „Europas Weg zum Bürger“, sie wurde mit magna cum laude, also einem „sehr gut“, bewertet.


Autor: AchGut
Bild Quelle: By Martin Kraft - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=68496694


Mittwoch, 07 Oktober 2020

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