Der Ausgestoßene der Woche: Indubio

Der Ausgestoßene der Woche: Indubio


Jetzt hat es den Achgut.com-Podcast „Indubio“ erwischt. Wie Burkhard Müller-Ullrich, der den Podcast verantwortetet und moderiert, vor einigen Tagen auf Achgut.com mitteilte, wurde die Indubio-Folge „Trans-Babies und Pubertätsblocker“ von der Audio-Streaming-Plattform „Spotify“ entfernt.

Der Ausgestoßene der Woche: Indubio

 Sie verstoße gegen die Contentrichtlinien, habe der Konzern mitgeteilt (direkt auf Achgut.com sowie auf YouTube ist sie weiterhin verfügbar). Worin genau der Verstoß bestand, sagte das Unternehmen bis heute nicht.

Kurze Zeit, nachdem Achgut.com die Löschung öffentlich gemacht hatte, wurde dann praktisch die gesamte Podcast-Reihe mit über 60 Beiträgen gelöscht. Am 6. Oktober stellten Burkhard Müller-Ullrich und viele Leser fest, dass nun sämtliche Folgen von „Indubio“ bis auf eine – Nr. 29 vom 31. Mai – von Spotify entfernt worden waren. Warum hatte man eine Folge stehenlassen? „Wahrscheinlich hat jemand in der Eile ein Häkchen zu setzen vergessen, als er sich ans Löschen machte“, mutmaßt Müller-Ullrich.

Spotify ist ein sogenannter Audio-Streaming-Dienst. Neben Musik können auch Hörbücher, Podcasts und Videos gestreamt werden. Einfache und grundlegende Dienstleistungen sind kostenlos und werbefinanziert, erweiterte oder zusätzliche Funktionen sind Teil eines „Premium“-Angebots. Mit 299 Millionen aktiven Nutzern, von denen 138 Millionen zahlende Abonnenten sind, ist Spotify 2020 der weltweit größte Audio-Streaming-Abonnementdienst. Eine Reihe von Achgut.com-Lesern haben ihr bezahltes Spotify-Abonnement inzwischen aus Protest gekündigt.

Inhaltlich geht es wohl um Folgendes: In der Folge „Trans-Babies und Pubertätsblocker“ spricht die Bestsellerautorin Birgit Kelle über „Transgender“, ein Thema um das es auch in ihrem neuen Buch „Noch normal?“ geht. Kelle äußert im Interview mit Müller-Ullrich die Meinung, dass es sich bei den zunehmenden Selbstdiagnosen von (vor allem jungen) Menschen als „Transgender“ und dem explodierenden Interesse an Geschlechtsumwandlungen – vor allem im angloamerikanischen Raum – um einen medien- und aktivistengetriebenen Hype handelt. Sie weist zudem auf die Probleme hin, die entstehen können, wenn wir davon ausgehen, dass Geschlecht nichts mit Biologie zu tun hat und eine vom Individuum völlig frei wählbare Kategorie ist.

In Staaten wie den USA, Australien, Kanada oder Großbritannien, wo es im gesamten Land oder in einigen Gerichtsbarkeiten möglich ist, einfach so, durch einen banalen Behördengang, sein amtlich eingetragenes Geschlecht zu ändern, drängen inzwischen biologisch männliche Sportler in den Frauensport und zerstören diesen. Biologische Männer bestehen darauf, Umkleidebereiche, Toiletten oder Obdachlosenunterkünfte für Frauen nutzen zu können und klagen, wenn ihnen der Zugang verwehrt wird. In Großbritannien gab es den Fall Karen White, eine biologisch männliche „Trans-Frau“ die wegen eines Gewaltverbrechens verurteilt wurde und darauf bestand, in ein Frauengefängnis verlegt zu werden, wo sie weibliche Mitgefangene sexuell nötigte.

Das ist schlimm. Wohl noch schlimmer ist die Tatsache, dass immer mehr junge Menschen von Aktivisten, Internetforen und Ärzten dazu gedrängt werden, eine Geschlechtsumwandlung als die Lösung für ihre psychischen Probleme zu sehen, also schwere und oftmals irreversible Veränderungen an ihrem Körper zuzulassen. Zum Teil sehr junge Menschen. In der englischsprachigen Welt werden Pubertätsblocker und Sexualhormone zum Teil bereits an 13-Jährige verabreicht. Beratende Vorgespräche sind kurz. Wenn der Teenager eine Geschlechtsumwandlung wünscht, wird die Behandlung oft relativ kurzfristig eingeleitet. Kritiker, die dieses Vorgehen infrage stellen, werden als „Transphobiker“ gebrandmarkt, die mit ihrer Intoleranz und rückständigen Einstellung unglückliche Jugendliche in den Selbstmord trieben. Auch auf diese Thematik geht Kelle im Podcast intensiv ein.

Man muss nicht immer mit Birgit Kelle einer Meinung sein, aber hier teile ich ihre Sorgen zu 100 Prozent. Natürlich gibt es Menschen, die „im falschen Körper“ geboren wurden und bei denen die Nicht-Einleitung einer Geschlechtsumwandlung zu jahrzehntelangen Depressionen und Suizid führen kann. Und natürlich sollte niemand diskriminiert oder gehänselt werden, der sich nicht gender-konform verhält und z.B. als Mann Make-Up trägt. Aber das Eindringen von biologischen Männern in Frauenräume ist nun einmal ein Problem, und der Boom von hoch-invasiven, irreversiblen medizinischen Eingriffen bei Minderjährigen, die vielleicht einfach nur eine Psychotherapie benötigt hätten, erst recht. Ich schätze, dass nicht nur Birgit Kelle und ich das so sehen, sondern eine große Mehrheit der Bundesbürger.

Dennoch wurde nicht nur der Podcast mit Birgit Kelle, sondern in einem zweiten Schritt praktisch die gesamte Podcast-Reihe mit über 60 Beiträgen gelöscht. Eine Reihe, über die Burkhard Müller-Ullrich schreibt: „Wir möchten einmal festhalten, dass in keiner Ausgabe von ‚indubio‘ jemals etwas vorgekommen ist, das auch nur entfernt unter Hassrede und Hetze fällt. Und es wird auch nicht vorkommen. Jeder, der diesen Podcast kennt und noch alle Tassen im Schrank hat, weiß das.“ Ich habe mir zwar nicht alle Folgen angehört, aber denen, die ich kenne, nach zu urteilen, kann ich diese Aussage nur unterschreiben.

Was ist hier also passiert? Spotify steht beim Thema Transgender offenbar unter besonderem Druck. Kürzlich soll der Dienstleister auch ein Gespräch des sehr erfolgreichen amerikanischen Podcasters Joe Rogan („The Joe Rogan Experience“) gelöscht haben, in dem dieser sich mit der Autorin Abigail Shrier unterhält. Schrier spricht in ihrem Buch ähnliche Punkte wie Kelle an: „Irreversible Damage: The Transgender Craze Seducing Our Daughters“. Laut einem Bericht von „Business Insider“ wird der Spotify-CEO Daniel Ek immer wieder von Mitarbeitern kritisiert, weil sein Unternehmen die „Transphoben“-Podcasts von Rogan weiterhin hostet. Dieser Streit sei bereits Thema bei zehn internen Meetings gewesen. „Offensichtlich säubert das Unternehmen gerade im Portfolio transkritische Töne“, vermutet Birgit Kelle.

Doch es gibt noch einen größeren gesellschaftlichen Kontext. Der britische Soziologe Frank Furedi hat darauf hingewiesen, dass Zensur zwei Zwecke erfüllen kann. In ideologisch geschlossenen Gesellschaften dienen Zensurmaßnahmen der Durchsetzung des etablierten Wertekanons. Im europäischen Mittelalter wurden etwa Menschen von der Inquisition verfolgt, die an der Unfehlbarkeit des Papstes zweifelten. In der heutigen postideologischen und größtenteils postreligiösen westlichen Gesellschaft erfüllt die Zensur allerdings einen anderen Zweck. Sie soll eine neue Orthodoxie – also ein System allgemein anerkannter Überzeugungen – von Grund auf erschaffen. Im Gegensatz zu den älteren Formen der Zensur geht es heute darum, überhaupt erst einmal festzulegen, was moralisch richtig und was falsch ist.

Was für eine neue Orthodoxie soll in unserer Gesellschaft u.a. durch die Löschung angeblich „transphober“ Podcasts etabliert werden? Das ist schwer zu beschreiben. Laut Matthew Schmitz vom amerikanischen, jüdischen Tablet Magazine geht es den heutigen progressiven Aktivisten um eine „utopische Welt, die ohne Gewalt regiert wird, losgelöst von Grenzen, befreit von der Biologie“. Wir müssten „der Polizei die Finanzierung entziehen“, „[die Einwanderungsbehörde] ICE abschaffen“ und bejahen, „dass Trans-Frauen Frauen sind“. Furedi meint, der „namenlosen Ideologie“ unserer Zeit gehe es vor allem darum, alles zu bekämpfen, was die Menschen voneinander unterscheidet, etwa Nationalität, Religion, und eben auch die objektive Wirklichkeit des biologischen Geschlechts.

Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass die Internetplattformen in Deutschland aufgrund des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) unter erheblichem Druck stehen, angebliche „Hassrede“ zu entfernen. Im Zweifel gilt die Devise: Lieber löschen. Ein Druck, sich „progressiven“ Glaubenssätzen zu beugen, und seien sie noch so absurd, kann, wie wir gesehen haben, auch von Mitarbeitern ausgehen.

Doch das Problem geht meiner Meinung nach tiefer. Viele Unternehmen scheinen sich aus eigenem Antrieb dem hyperprogressiven, hyperinklusiven Zeitgeist anbiedern zu wollen. In Großbritannien richtet die Supermarktkette Sainsbury’s etwa „Safe Spaces“ (also Schutzräume) für farbige Mitarbeiter ein (die sie später, nachdem es Kritik gab, in „online Unterstützungsgruppen“ umbenannte). In Deutschland ersetzt der Softwarekonzern SAP „diskriminierende“ Fachbegriffe wie „Master“, „Slave“ oder „Blacklist“. Und der amerikanische Eiscremehersteller Ben & Jerry’s (Teil des multinationalen Konzerns Unilever) mischt sich immer wieder in Einwanderungsdebatten ein.

Solche Gesten sind billig und die Kapitalisten können sich im warmen Glanz progressiver Bewunderung sonnen, ohne sich um gute Löhne oder anständige Arbeitsbedingungen kümmern zu müssen. Im besten Fall tragen die immer abstruseren Permutationen der Identitätspolitik – das Ausspielen von (Opfer-)Gruppe gegen (Opfer-)Gruppe und die immer narzisstischere Beschäftigung mit privaten Kränkungen und Befindlichkeiten – sogar zur Spaltung der breiten Masse der Lohnabhängigen bei, was für die ökonomischen Eliten nur von Vorteil sein kann.

So ziehen Aktivisten, Staat und Unternehmen alle an einem Strang. Nur der normale Bürger nicht. Denn dessen Überzeugungen sind jetzt „Hassrede“. Und vor Hass muss die Offene Gesellschaft™ geschützt werden.

 

Hinweis der Redaktion:

Achgut.com hat Vorsorge dagegen getroffen, um von einzelnen Internet-Diensten und Plattformen unabhängig zu sein. INDUBIO kann man weiterhin und wie bisher schon direkt auf Achgut.com, auf YouTube oder über die gängigen Podcast-Apps (Apple, Deezer, Soundcloud usw.) anhören.


Autor: AchGut
Bild Quelle:


Freitag, 09 Oktober 2020

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