Tagestipp: So werden Sie Corona-Gewinner!

Tagestipp: So werden Sie Corona-Gewinner!


Vor einigen Tagen kehrten die beste kleine Frau von allen und ich aus Venedig zurück. Ja, es war großartig, danke der Nachfrage.

Tagestipp: So werden Sie Corona-Gewinner!

Von Robert von Loewenstern

Ein Träumchen, sogar das Wetter spielte mit. Vor allem aber: So leer war La Serenissima wahrscheinlich seit 500 Jahren nicht mehr. Und wenn ich sage „leer“, meine ich nicht leer im Sinne von „Wenn die Gondeln Trauer tragen“, sondern leer im Sinne von angenehm. Belebt, aber nicht überlaufen.

Wir hatten uns kurzfristig entschieden. Gut, genau genommen schon länger, nur halt nicht mit Nägeln und Köpfen. Konkret suchten und buchten wir im Web erst vier Tage vor Abreise – vor allem, weil wir sichergehen wollten, dass wir nicht in eine vernunftbefreite Zone geraten, in der zum Beispiel Maskenpflicht im Freien gilt. Derartige Züchtigung, wie sie inzwischen auch hiesige überspannte Landesfürsten anordnen, hätte uns den Kurzurlaub verleidet.

Wir hatten Glück. Erst nach unserer Rückkehr befahl Italiens Regierungschef generelle Vermummung im öffentlichen Raum. Ich lege Ihnen Venedig trotzdem wärmstens ans Herz. Viele, speziell Deutsche, mögen es schließlich, wenn sie an die Kandare genommen und „die Zügel angezogen“ werden. Für die anderen ohne Sado-Maso-Prädisposition gilt: Wenn Sie mit Dauermaskierung die Lust am Lustwandeln verlieren, müssen Sie ja nicht sofort hinfahren.

Einmal „Spritz“ für zwei Euro

Packen Sie die Lagunenstadt einfach fürs Frühjahr auf Wiedervorlage. Dann ist Corona zwar immer noch da, wie es auch in den Folgejahren da sein wird, aber das Verschleierungsgebot ist wieder aufgehoben. Und Venedig ist weiterhin so angenehm leer und billig wie jetzt. Nur mit noch mehr Läden, in deren Schaufenster „Zu vermieten“-Schilder kleben.

Die Geschichten über groteske Abzocker-Rechnungen sind jedenfalls Geschichte, bis auf Weiteres. Den bedeutendsten venezianischen Kulturexport neben Murano-Glas, Aperol Spritz, gibt’s derzeit sogar an Touri-Hotspots für schmale 4 bis 5 Euro (oder auch to go für 2 oder 2,50 Euro). Und ein kulinarisch wertvolles Zwei-Gänge-Mittagsmenü für 12 Euro dürfte in Deutschland kaum zu kriegen sein.

Selbst traditionelle Besserverdiener wie die Gondolieri dienen ihre Paddelkunst für unter 30 Tacken an (sonst gern fürs Zwei- bis Dreifache), wie wir im Vorbeigehen aufschnappten. Shoppen können Sie bis zum Umfallen. Abgesehen von supernoblen Nobelläden sind die Angebote so günstig, dass man sich fast fürs Zugreifen schämt. Mal ehrlich: eine italienisch-elegante Handtasche aus Echtleder für 17 Euro fünfzig? Wer kann da widerstehen? Okay, die kleine Frau. Ich nicht.

Werden Sie Corona-Gewinner!

Was ich sagen will: Wie alles im Leben hat auch Corona seine zwei Seiten. Die schlechte (Markus Söder) ist hinreichend bekannt. Die gute sei Ihnen hiermit aufgezeigt. Besuchen Sie Venedig. Zum Beispiel. Die Gelegenheit ist einmalig. So wie jetzt werden Sie viele der berühmtesten Nah-Reiseziele kaum je wieder erleben.

Also, werden auch Sie Corona-Gewinner! Warum sollen immer nur andere profitieren? Wenn Ihnen weder Amazon noch Netflix noch Hakle feucht gehören, wenn Sie nicht als Regierungsmitglied mit Staatsknete und Umfragehoch doppelgesegnet sind, wenn Sie nicht zu den zigtausend Beamten zählen, die sich seit Monaten bei vollen Bezügen der Gartenpflege hingeben, wenn Sie nicht einer jener vielen Lehrkörper sind, die sich aufgrund angeblicher Spezialgefährdung in Dauerfreizeit mit Grundloseinkommen verabschieden – kurz, wenn Sie zu den Finanzierern des Gemeinwesens und den Verlierern des Covid gehören: Einfach mal machen. Gönnen Sie sich was.

Die Lösung heißt Venedig, ich hatte es schon erwähnt. Oder Florenz, Prag, Budapest, Wien. „Hauptsache Italien“, wie ein legendärer Vertreter unserer Dichter-und-Denker-Kultur bereits vor Jahren proklamierte. Eine weitere Erkenntnis des Philosophen: „Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl.“

Wir werden alle sterben!

Ein gutes Gefühl – genau das bekommen Sie in Venedig. Ist so, selbst wenn Ihr neunormaler Erstgedanke nach dem Aufwachen lautet: „Wir werden alle sterben!“ Natürlich werden wir das. Das war immer so und wird auf absehbare Zeit so bleiben. Nur, eine „Übersterblichkeit“ – eigentlich müsste es heißen „Frühersterblichkeit“ – aufgrund Corona gibt es nicht. Das vermelden, nach monatelanger Vorleistung von Achgut.com und ein paar anderen, jetzt sogar die Leitmedien (aktuell sehenswertes Beispiel hier ab Min. 23:55).

„Gefährlicher“ als in Deutschland ist es bei den Italienern jedenfalls nicht. Nur schöner. Sowohl Touristen als auch Eingeborene halten Maskenpflicht und Abstandsgebote tendenziell strikter ein als hierzulande. Beim Besuch der weitgehend leeren Geschäfte und Sehenswürdigkeiten gelten Beschränkungen wie daheim. Und erstaunlich viele Alarmismus-Opfer liefen sogar schon vor dem Befehl zur Überallmaskerade im Freien mit Gesichtsschleier herum, darunter nicht wenige junge Deutsche.

Nicht einmal die jahreszeitlich gewohnten Überschwemmungen der Lagunenstadt müssen Sie noch fürchten. Ausgerechnet während unseres Aufenthalts bewährte sich zum ersten Mal die milliardenteure Hochwasser-Sperranlage „Mose“ im heißen Einsatz. Trotz Korruption, Mafia und technischer Widrigkeiten ist das seit 17 Jahren im Bau befindliche Megaprojekt ein feines Beispiel dafür, wie menschliche Innovationskraft einem allseits beschworenen Untergang Einhalt gebieten kann.

Leben Sie. Verlassen Sie Deutschland.

Der entscheidende Vorteil einer klug gewählten Auslandsreise in diesen von Massenpsychosen geprägten Zeiten: Sie dürfen sich noch wie ein Mensch fühlen. Anders als in Teilen Ihrer populistisch regierten Heimat werden Sie dort nicht wegen einer falschen Postleitzahl im Ausweis abgewiesen. Also, leben Sie. Gewinnen Sie Abstand. Verlassen Sie Deutschland, wenn auch nur vorübergehend, zwecks Erholung von allgemeiner Hysterie und speziellem Irrsinn.

Auf die hiesigen „Beherbergungsverbote“ will ich nicht näher eingehen. Dieser Quatsch ist hinreichend kommentiert. Bei der Bewertung der unkontrollierten Wucherungen von Obrigkeitswillkür dürfen Sie sich zwischen n-tv („nutzlos, unfair und gefährlich“) und „Tagesschau“ („fast schon grober Unfug“) entscheiden. Ich halt mich da raus.

Von meiner Seite nur diese Anmerkung: Selbst eine der Entscheiderinnen bekannte im Live-TV (hier ab Min. 48:08) unverblümt, dass sie sich nur deshalb der jüngsten Verbotsorgie anschloss, weil andere es so machten, und nicht etwa, weil sie die Beschränkungen für sinnvoll hielt. Aber das nur am Rande und für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sie einer Restillusion anhängen, was vernunftbestimmtes Regieren angeht.

Alles kann, nichts muss

Wer wann die unverhältnismäßigen Regeln aufhebt – Gerichte oder die Ministerpräsidenten selbst –, ist egal. Es wird neuer Nonsens kommen, das ist so sicher, wie Markus Söder Bayernvorstand ist. Suchen Sie sich also eine Region aus, die gerade am wenigsten bekloppt re(a)giert, und reisen Sie getrost ins Ausland.

Der Clou dabei: Um die Rückkehr müssen Sie sich nicht sorgen, solange Sie sich nicht allzu weit wegbewegen. Als deutscher Staatsbürger gelangen Sie in jedem Fall wieder heim ins Reich, da haben Sie ausnahmsweise vergleichbare Rechte wie jeder x-beliebige „Syrer“ (geborener Marokkaner), der das Wort „Asyl“ aussprechen kann.

Falls Sie jetzt einwenden, schon klar, aber dann muss ich schlimme Formulare ausfüllen, und es kommen Quarantäne und Testpflicht und Wasweißichnoch und Hastenichtgesehen und bestimmt Fußfessel auf mich zu, entgegne ich Ihnen: ruhig Blut. Für die Einreise ins gelobte Land der Schonlängerhierzahlenden gelten seit Jahrzehnten dieselben drei goldenen Regeln: 1. Jeder kommt rein. 2. Wer drin ist, ist drin. 3. Alles kann, nichts muss.

Testpflicht? Nur in der Theorie

Glauben Sie nicht? Gut, begeben wir uns kurz ins Detail. Zunächst zum Formularwesen. Nehmen wir an, Sie leiden unter einer besonders ausgeprägten Form des teutonischen Untertanen-Gens. Aufgrund Ihrer Behinderung bemühen Sie sich bei Einreise aktiv um Abgabe eines aus dem Internet heruntergeladenen und sorgfältig ausgefüllten Seuchenzettels.

Jetzt der Fun fact: An deutschen Airports werden Sie niemanden finden, der Ihnen das Ding abnimmt. Das belegen unzählige Erfahrungsberichte in sozialen Medien. Die kleine Frau und ich bestätigen dies aufgrund jüngster und höchstpersönlicher Erfahrungen für die Flughäfen Berlin-Schönefeld und Köln-Bonn.

Zweitens, zu Testpflicht und Quarantäne. Egal, woher Sie kommen, „Risikogebiet“ oder nicht, nirgendwo werden Sie bei der Einreise hierzulande Corona-technisch kontrolliert und erfasst. Wenn Sie in Ihrem persönlichen Schutzraum auf vier Rädern anrollen, sowieso nicht. Solange die größte Kanzlerin aller Zeiten herrscht, darf es keine Grenzkontrollen geben, Sie wissen schon.

Niemand prüft, wo Sie waren

Schweben Sie per Flieger ein, sieht es nicht anders aus. Aus eigenem Erleben wieder die Beispiele SXF und CGN: Sie prallen auf wie im alten Normal, holen Ihr Gepäck vom Band (so Sie welches aufgegeben haben) und marschieren raus aus der Flughafenimmobilie. Irgendwo auf dem Weg sehen Sie einen Aufsteller mit Hinweis zu einer „Covid-19-Teststation“ inklusive Pfeil nach links oder rechts. Den Zettel ignorieren Sie natürlich, genau wie 99,9 Prozent der anderen Reisenden. Oder auch nicht, je nachdem, wie Sie lustig sind.

Anschließend fahren Sie nach Hause, lüften kurz durch, checken das Gefrierfach nach Verwertbarem und sortieren Ihren Kofferinhalt in die Kategorien „Waschen“ und „Wieder mal zu viel eingepackt“. Bedenken wegen Quarantänepflicht und knüppelschwingender Corona-Polizei müssen Sie nicht haben.

Sicher, Sie haben gelesen, dass die Behörden angeblich allen Fluggesellschaften Passagierlisten zwecks Corona-Prüfung abverlangen. Aber solange Sie noch Restfeuchte im Wirsing haben, wissen Sie, dass kein deutsches Gesundheitsamt derartige Listen abarbeitet. Geht nämlich gar nicht, weil die Ämter mit ihren normalen „Kontakt-Verfolgungen“ per Telefon voll ausgelastet sind.

Psychoterror durch Spaßbremsen

De facto schert es niemanden, wo Sie waren und woher Sie kommen. Außer vielleicht Ihren Nachbarn. Aber an dessen Denunzieren per praktischem Online-Formular sind Sie selbst schuld, wenn Sie von den Schönheiten Prags berichten, statt zu erzählen, dass Sie Onkel Fritz in Braunschweig besucht haben.

Bei den Vorschriften zu Quarantäne und Testpflicht bei Reiserückkehr handelt es sich um reinen Psychoterror. Es sind Spaßbremsen, die den Bürger ängstigen und vom Verlassen der eigenen vier Wände abhalten sollen. Wären die Vorschriften wirklich ernst gemeint, würden Sie auch verfolgt und durchgesetzt.

Damit wir uns nicht missverstehen: Ich propagiere hier nicht das vorsätzliche Einschleppen von weiteren Covid-19-Exemplaren. Ich bin selbst Angehöriger der Risikogruppe und verspüre keine gesteigerte Lust, mich zu infizieren. Deshalb bin ich umsichtig und halte mich an Regeln, soweit sie medizinisch sinnvoll und nachvollziehbar sind.

Ab ins Risikogebiet

Aber gerade weil ich mich aus Ein- und Vorsicht zurückhalte, egal, ob ich im In- oder Ausland bin, lehne ich es ab, nach einer Reise wie ein Serienkiller in Sicherungsverwahrung genommen zu werden. Ich bin bei Rückkehr aus Venedig oder Budapest für meine Mitmenschen nicht gefährlicher als nach dem Verlassen einer Lidl-Filiale in Kreuzberg. Testen lasse ich mich ebenfalls nicht ohne Anlass, um nicht noch mehr Ressourcen sinnlos zu vergeuden.

Und so freue ich mich auf mein nächstes Reiseziel. Im Winter werde ich das Skifahren in Tirol genießen, also in einem frisch prämierten Risikogebiet. Die Pisten werden herrlich leer sein und der Pulverschnee unverspurt, weil sich viele meiner Mitbürger nicht aus dem Land trauen. Auch am Arlberg werde ich natürlich Abstand halten. Ein Fan von Humta-humta-Après-Ski war ich eh noch nie. Und falls mir die Gondeln zu voll erscheinen, fahre ich eben Sessellift. 

Sollte ich bei der Rückfahrt am Grenzübergang Lindau tatsächlich aufgrund allerneuester Dekrete über mein Woher befragt werden, dann sage ich halt, dass ich Freund Burkhard in der Schweiz besucht habe. Oder was sonst gerade opportun ist. Da kenne ich nix. Möge mir die Obrigkeit erst mal das Gegenteil beweisen. Und Sie werden mich doch nicht verpetzen, oder?

 

Erstveröffentlicht bei der Achse des Guten


Autor: AchGut
Bild Quelle: : Creative Commons CC0 Pixabay


Donnerstag, 15 Oktober 2020

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