Konstruktiver Journalismus für das Corona-Komitee

Konstruktiver Journalismus für das Corona-Komitee


Eigentlich waren sich die Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin von vornherein einig: Es muss weiter Corona-Ausnahmezustand herrschen und der sollte noch härter sein als zuvor.

Konstruktiver Journalismus für das Corona-Komitee

Von Peter Grimm

Nur für die Details brauchte die Runde dann doch länger. Von neuen Masken-Regeln über Ausgangssperren bis zum völligen Stilllegen wirtschaftlichen Lebens reichten die ursprünglichen Vorschläge der Ministerpräsidenten. Zermürbt wartete das Publikum nur noch auf die Mitteilung, welche Verschärfungen kommen werden. Dass Verschärfungen kommen, darauf wurden alle schon tagelang durch ein entsprechendes Sprechblasen-Trommelfeuer politischer Verantwortungsträger vorbereitet. Wahrscheinlich, damit jetzt alle aufatmen, weil es ja hätte noch schlimmer kommen können.

Auch die Begründung stand schon seit Tagen fest: Mögen die aktuellen Zahlen auch nicht zum Nachweis einer konkret größeren Gefahr taugen, so gibt es ja die unbekannte große Gefahr des mutierten Corona-Virus.  Somit steht die Politik wieder wie einst im März vor den Bürgern und begründet beispiellose und sehr konkrete Eingriffe in Grundrechte und persönliche Freiheiten mit einer eher diffusen Angst vor dem Unbekannten. Dafür wird weiterhin ein unglaublicher Schaden angerichtet, ohne Kosten und Nutzen abzuwägen.

Gewerbetreibende werden de facto enteignet und eigenständige Existenzen vernichtet. Die Zahl derer, die von staatlichen Zuwendungen abhängig sind, wächst, wie auch die Macht der Mächtigen. Bei Letzteren mag das einigen so sehr gefallen, dass sie sich gern noch länger im Ausnahmezustand einrichten würden. Manche Verantwortungsträger können den Notstands-Modus aus anderen Gründen nicht verlassen. Bei dem angerichteten Schaden darf das bisher Beschlossene nicht falsch gewesen sein. Zumindest sollten die Bürger nicht auf den Gedanken kommen, dass hier Fehler gemacht worden sind, für die jemand Verantwortung übernehmen müsste. Aber, so höre ich schon diejenigen einwenden, die tatsächlich von der Alternativlosigkeit all der Maßnahmen überzeugt sind: Was hätte man denn anders machen können? Oder besser noch: Was sollte man denn jetzt tun?

Versuchen wir es bei der letzten Frage doch einmal mit „konstruktivem Journalismus“. Wie Sie sich vielleicht erinnern: Bevor den Kollegen empfohlen wurde, den kritischen Journalismus durch das „Haltung zeigen“ gegenüber Kritikern zu ersetzen, rieten die Wohlmeinenden die bisherige Art der Berichterstattung durch konstruktiven Journalismus zu ersetzen. Statt immer nur Missstände zu kritisieren, sollten Journalisten lieber die möglichen Lösungen eines Problems in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.

Eine Ahnung von den Auswirkungen vermitteln

Die Problemlage: Das Corona-Komitee kann nicht einfach den Rückweg aus dem Ausnahmezustand einschlagen und muss, um nicht die falschen Fragen aufkommen zu lassen, bei den Maßnahmen noch etwas darauf satteln. Andererseits sind Verschärfungen der Maßnahmen schon weitgehend ausgereizt, wenn man den völligen Ruin des Gemeinwesens nicht in Kauf nehmen will. Was wäre die Lösung? Ganz einfach: Man wendet die bisher praktizierten Maßnahmen dort an, wo sie bislang nicht angewandt wurden: Wir brauchen den Lockdown bei den politischen Verantwortungsträgern.

Anzuraten wären hier Kontaktbeschränkungen auf maximal eine andere Person, mit der neue Maßnahmen ausgekungelt werden könnten, Neben einer generellen Home-Office-Pflicht wären auch Ausgangssperren von Vorteil. Insbesondere ein Betretungsverbot für die Fernsehstudios einschlägiger Talk-Sendungen im deutschen Fernsehen könnte zur Minimierung der Panik-Gefahr beitragen. Auch eine FFP2-Maskenpflicht im Dienstwagen-Verkehr wäre dringend erforderlich, würde sie doch helfen, ein wenig nachzuvollziehen, was man anderen zumutet. Und selbstverständlich sollten die Damen und Herren Maßnahmen-Planer nicht nur ihre Arbeitszeit allein am Schreibtisch verbringen dürfen, sondern - so wie sie es der arbeitenden Bevölkerung verordnen wollen - auch selbst jede Pause ohne Sozialkontakt verbringen müssen. Eine Ausnahme könnte man allerdings bei den Regierenden hinsichtlich ihrer Sozialkontakte noch machen: Zum Verständnis der Wirkung ihrer Beschlüsse wäre es hilfreich, ihnen auf all ihren Wegen einen Aufseher zur Seite zu stellen, der sie gelegentlich anschnauzt, sollten sie versehentlich kurz die Nasenspitze entblößen oder ihre Maske nach dem Nippen am Kaffeebecher ein paar Sekunden zu spät aufsetzen.

Das alles wäre natürlich ebenso wenig hilfreich, wie die bislang beschlossenen Maßnahmen, würde aber denen, die sie verhängen, vielleicht eine Ahnung von den alltäglichen Auswirkungen ihrer Beschlüsse vermitteln. Allerdings: Die Existenzängste all jener, deren Erwerbstätigkeit den vielen Verboten zum Opfer fiel, deren Rücklagen nun dahinschmelzen und die nicht wissen, auf welcher Grundlage sie das weitere Leben planen können, lassen sich nicht simulieren.

 

Erstveröffentlicht bei der Achse des Guten


Autor: AchGut
Bild Quelle: Tomliniwm.org.uk via Wikimedia Commons


Mittwoch, 20 Januar 2021

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