Wie und warum landete ein Talmud-Traktat in Hitlers Bunker?

Wie und warum landete ein Talmud-Traktat in Hitlers Bunker?


Der Daf Yomi, die tägliche Talmud-Seite, die diese Woche gelesen wird, könnte die Antwort auf eine 75 Jahre alte Frage geben.

Wie und warum landete ein Talmud-Traktat in Hitlers Bunker?

Von David Bedein, Israel haYom

Eine der Nazi-Täuschungen beinhaltete die Vereinnahmung der Bräuche und Tragödien der jüdischen Geschichte.

In diesem Zusammenhang kam am Ende des Krieges ein Rätsel um die Entdeckung des Traktats Pesachim des Talmuds in Hitlers Bunker auf. Gefunden wurde es kurz nachdem der Bunker in die Hände der Alliierten fiel.

Wie kam es dazu, dass ein Traktat des Talmuds in den Händen der Nazis war? Und warum dieses Traktat? Was hätte die Nazis an diesem Traktat interessieren können?

Warum unterscheidet sich dieses Traktat von allen anderen?

Während dieses Zeitraums, als die Juden den täglichen Talmud-Studienzirkel Dav Yomi lernen, ist das studierte und gelehrte Traktat kein anderes als Pesachim, das sich um alle möglichen Aspekte von Pessah dreht, zusammen mit wichtigen Aspekten der jüdischen Überlieferung und Geschichte.

Am 16. Februar 2021 wurde im Lernzirkel Daf Yomi die Seite 87 des Traktats Pesachim gelehrt. Und ich denke, ich habe die Antwort gefunden.

Auf Seite 87b erinnert der Talmud an die Verfolgung, unter der die Juden in jeder Generation leiden, gefolgt von einer berühmten Talmduc-Beobachtung, dass Gottes Gnade den Juden gegenüber darin besteht, dass die Juden nicht nur nicht an einen Ort verbannt wurden, so dass die sie, wenn sie irgendwo verfolgt wurden, an einem anderen aufblühen können.

Der Schluss der Diskussion gibt die Worte eines prominenten Römers wieder, der sagte, er träume, dass sie in eines Tages in der Lage sein werden tatsächlich alle Juden zu töten.

Genau das war die „Vision“ der Wannseekonferenz, die vor achtzig Jahren stattfand, als Führer des Dritten Reichs zu einer Konferenz zusammenkamen, um einen Plan zur Ermordung aller 11 Millionen Juden Europas in Gang zu setzen.

Könnte es angesichts der Vorliebe der Nazis tatsächlich von jüdischen Texten zu lernen, um „den Feind zu kennen“, sein, dass es Deutsche im Bunker gab, die Pesachim 87b studierten? Wir werden es nie erfahren, aber das scheint zu passen.

Der Band des im Nazi-Bunker gefundenen Pesachim-Traktats wurde von den Alliierten an Rabbi Isaac Herzog übergeben, damals der Oberrabbiner Palästinas.

Dieser Band ist heute im Besitz seines Namensvetters Yitzhak Herzog, des Leiters der Jewish Agency for Israel, der den Auftrag hat die Juden aus den vier Enden der Erde zu sammeln und für ihre Rückkehr in ihr Heimatland in Israel zu sorgen.

Volle Offenlegung: Ich habe in den letzten 35 Jahren jeden Tag an einer frühmorgendlichen Daf Yomi-Sitzung teilgenommen.

Wenn ein Reporter, der über Antisemitismus und das Schicksal der Juden berichtet, die Gelegenheit wahrnimmt Daf Yomi zu lernen, bevor er jeden Tag zur Arbeit geht, ist Perspektive unerlässlich. Und man weiß nie, welche Geheimnisse der Talmud offenbaren kann.

 

Übersetzt von Heplev


Autor: Heplev
Bild Quelle: See page for author, Public domain, via Wikimedia Commons


Montag, 01 März 2021

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