Fahrlässige Informationslücke treibt Corona-Infektionen hoch

Fahrlässige Informationslücke treibt Corona-Infektionen hoch


Die jüngsten Medien-Berichte zu den überdurchschnittlich hohen Zahlen von Menschen mit Migrationshintergrund, die an Corona erkranken, ist besorgniserregen

Fahrlässige Informationslücke treibt Corona-Infektionen hoch

Das Robert-Koch-Institut und zahlreiche Kliniken bestätigen das, wovor die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) schon sehr früh gewarnt hat: Die Corona-Regeln und -Schutzmaßnahmen, die zunehmend komplexer werden, erreichen offenbar nicht die Gesamtbevölkerung.
 

Cahit Basar, KGD-Generalsekretär, fordert eine transparente und offene Diskussion darüber, wie man auch Bevölkerungsgruppen besser erreichen kann, die über klassische Informationskanäle, wie etwa deutschsprachige Medien, nicht erreicht werden können.
Die bislang vorliegenden fremdsprachigen Informationsmaterialien seien in der Regel digital und nicht in allen relevanten Sprachen verfügbar.
Basar: „Ausgerechnet die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung stellt keine muttersprachlichen Informationsmaterialien für die über 1,5 Millionen Kurd:innen in unserem Land zur Verfügung.“
Basar beklagt, dass sich die Staatsministerin für Integration trotz mehrfacher Anfragen geweigert habe, kurdisch in das Repertoire der mehrsprachigen Informationsmaterialien aufzunehmen. Auch die hohen Infektionszahlen in Flüchtlingsunterkünften und unter Geflüchteten, die größtenteils aus dem Bürgerkriegsland Syrien oder dem Irak stammen und mehrheitlich Kurd:innen seien, habe das Kanzleramt nicht zum Handeln bewegt. Mehr noch, „uns wurden die türkisch- und arabischsprachigen Materialien empfohlen, schließlich müssten nach Auffassung der Staatsministerin die Kurd:innen eine dieser Sprachen beherrschen“.

Um dieses Argument zu stärken, bediente sich das Haus der Integrationsstaatsministerin ohne sichtbares historisches Feingefühl für das Beispiel afrikanischer Sprachen. Man habe auch auf diese verzichtet, da dort englisch bzw. französisch vorherrschen würde.

In Folge der gescheiterten Versuche hat die Kurdische Gemeinde vor wenigen Tagen eine Klage gegen die Bundesregierung am Verwaltungsgericht Berlin eingereicht.Basar: „Die Geflüchteten sind auf sich allein gestellt und verfügen nicht über die Mittel und Kenntnisse, in den Internetseiten der Bundesregierung zu surfen und die lebensnotwendigen Informationen zu bekommen. Der Zugang zu lebenswichtigen Informationen muss dringend niedrigschwelliger gestaltet werden. Gerade die neuesten Beschlüsse sind äußerst komplex und müssen allen Menschen in Deutschland glasklar vermittelt werden.“
 

Mit ehrenamtlicher Arbeit und begrenzten Ressourcen versucht die Kurdische Gemeinde Deutschland aktuell diese fahrlässig geschaffene Informationslücke zu schließen.

 

Foto: Symbolbild


Autor: Kurdische Gemeinde D
Bild Quelle: Norbert Kaiser, CC BY-SA 2.5 , via Wikimedia Commons


Donnerstag, 04 März 2021

Wir bieten Nachrichten zu Themen aus aller Welt an – vollständig unabhängig von politischen Parteien, Institutionen und Interessengruppen. Nur so können wir Ihnen eine freie und unbeeinflusste Berichterstattung nach hohen journalistischen Standards garantieren. Unsere Unabhängigkeit bedeutet allerdings auch, dass wir nicht durch staatliche Mittel finanziert werden: Wir sind daher auf die private Unterstützung unserer Leser angewiesen. Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen wollen, lassen Sie uns eine Spende über PayPal zukommen! 

Sie können wahlweise ein Förderabo abschließen oder den Spendenbetrag frei selbst bestimmen:

Betrag Unterstützung via Paypal
haOlam.de mit beliebigem Betrag unterstützen
 
Kleines Förderabo abschließen für 5 Euro monatlich
 
Normales Förderabo abschließen für 15 Euro monatlich
 
Jährliches Förderabo abschließen für 70 Euro im Jahr

empfohlene Artikel
weitere Artikel von: Kurdische Gemeinde D

Folgen Sie und auf:

Talk auf dem Klappstuhl als Podcast:

haOlam werbefrei
Nie vergessen, was unvergessen bleibt - Offenes Buch
Nie vergessen, was unvergessen bleibt - Offenes Buch
Antisemitismus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: Graubereich mdr

Download

als pdf     als epub


meistgelesene Artikel der letzten 7 Tage