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Zweifelhafte ZDF-Zitate: Verzögern und sich dumm stellen

Zweifelhafte ZDF-Zitate: Verzögern und sich dumm stellen


Nach der Veröffentlichung unseres Beitrages „Zitate erfunden? Das Schweigen des ZDF“ kam vorgestern Abend um 18:13 Uhr folgende Antwort des ZDF auf die sieben Tage zuvor gestellte Frage.

Zweifelhafte ZDF-Zitate: Verzögern und sich dumm stellen

von Stefan Frank

Ob

ZDF-„Faktenchecker“ Nils Metzger wahrheitsgemäß versichern könne, dass Herr Prof. Roland Wiesendanger die fragliche Äußerung („Ich bin stolz auf den Präsidenten der Universität Hamburg. Wir haben sehr umfangreich über die Szenarien gesprochen, welche Reaktionen es auf die Veröffentlichung geben wird. Reaktionen, die uns in die Ecke von Verschwörungstheorien stellen wollen.“) wirklich in dem Telefongespräch zwischen ihm und Herrn Metzger am 18. Februar 2021 getätigt habe und ob er das belegen könne. Herr Prof. Wiesendanger hat mehrfach gesagt, dass Nils Metzger das vermeintliche Zitat frei erfunden habe.

Das ZDF schreibt nun:

„Die von Herrn Prof. Wiesendanger kritisierte Aussage ist so während eines Interviews mit einem ZDFheute-Redakteur am 18. Februar 2021 gefallen. Das belegen unter anderem während des Interviews angefertigte Notizen. Der Beitrag mit dem kritisierten Zitat wurde am selben Tag veröffentlicht. Erst am 7. März 2021, mehr als zwei Wochen nach Veröffentlichung, wurde die Redaktion darüber informiert, dass Herr Prof. Wiesendanger behauptet, er werde an einer Stelle nicht richtig wiedergegeben. Herr Prof. Wiesendanger hat sich auch in anderen Medien zu einer Besprechung mit dem Präsidenten der Universität Hamburg geäußert.“

Herr Professor Wiesendanger kommentiert die Stellungnahme des Senders gegenüber Achgut wie folgt:

„1. Ich habe während des Interviews mit dem ZDFheute-Redakteur am 18. Februar 2021 nicht gesagt, dass ich mit dem Präsidenten der Universität Hamburg über ‚mögliche Reaktionen, die uns in die Ecke von Verschwörungstheorien stellen wollen‘ gesprochen habe. 

2. Da es sich hier um ein angebliches Zitat von mir handeln soll, ist das ZDF in der Pflicht, die schriftliche Freigabe meinerseits dieses angeblichen Zitats vorzulegen.

3. Ich habe bereits einen Tag später, also am 19. Februar 2021, in einem Interview gegenüber einem anderen Sender dieses Fehlverhalten des ZDF angeprangert. Im Übrigen „verjährt“ ein Fehlverhalten auch im Bereich des Journalismus nicht. 

4. Das angebliche Zitat wurde nur vom ZDF in dieser Form publiziert. Andere Medien haben sich vielmehr in den Folgetagen auf dieses angebliche Zitat, welches das ZDF publiziert hat, bezogen.“

Er beabsichtige derzeit nicht, einen Anwalt einzuschalten, sagt Professor Wiesendanger. Es gehe „vielmehr darum, das Fehlverhalten des ZDF einer Leserschaft aufzuzeigen, die mindestens gleich groß ist wie die, die das ZDF mit seinem Falschzitat am 18.02.21 erreicht hat“. Er wolle dieses „Fehlverhalten darum verstärkt auch über internationale Medien“ öffentlich machen. „Die Angelegenheit ist für mich solange nicht vom Tisch, bis eine Korrektur und Entschuldigung seitens des ZDF erfolgt.“

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass das ZDF in seiner neuerlichen Antwort auf folgende Fragen von Achgut.com noch immer nicht geantwortet hat:

  • Werden Sie die falsche Behauptung korrigieren, dass die in dem Text von Oliver Klein und Nils Metzger verlinkte WHO-Studie zu dem ‚Schluss‘ (d.h. Ergebnis) kommt, dass das Virus von einer ‚Fledermausart auf eine andere Tierart übergesprungen und von dieser auf den Menschen übertragen‘ wurde?
  • Er [ZDF Faktenchecker Nils Metzger] hat doch sicherlich die verwendeten Zitate, den allgemeinen journalistischen Standards und der Sorgfaltspflicht entsprechend, von seinem Gesprächspartner autorisieren lassen, oder?

Am morgigen Freitag veröffentlich Achgut.com ein ausführliches Interview mit Roland Wiesendanger. Wir sprachen mit ihm über Journalisten, Fledermausviren, das Buckeln vor Peking und den Kampf um Wikipedia.

 

erschienen auf Achgut


Autor: Achgut
Bild Quelle: Archiv


Donnerstag, 18 März 2021

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Die Angaben zu den Intensivbetten-Kapazitäten sind manipuliert. „Erst bekamen die Krankenhäuser Geld vom Staat für frei- und vorgehaltene Betten, jetzt gibt es Geld für höhere Auslastungsquoten, was das Meldeverhalten vieler Krankenhäuser bzgl. betreibbarer Betten nachweislich verändert hat, also nichts über das reale Vorhandensein von Betten aussagt“, schrieb Thomas Maul am 27.04.2021.
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