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Nicht nur „Bild“ lügt

Nicht nur „Bild“ lügt


Den Spruch „Bild lügt“ kennt jeder, aber andere tun es auch – das Lügen. Egal ob Öffentlich-Rechtliche oder Privatsender, egal ob, SPIEGEL, STERN, FAZ oder SZ – in dieser Disziplin sind sie alle recht gut und vor allem sehen sie sich, als die Erzieher des Volkes.

Nicht nur „Bild“ lügt

Von Shaul Lazarus

Erinnern wir uns an die vermeintlichen Hitler Tagebücher: 1983 veröffentlichte der Stern Fälschungen, die von Konrad Kujau zusammengeschustert wurden. Der Stern wollte das endgültige Ergebnis der Untersuchung des Bundeskriminalamtes (BKA) nicht abwarten und so kam es, wie es kam: Die Hitlerschen  Tagebücher entpuppten sich als Fälschung.

Der eigentliche Skandal aber waren nicht die gefälschten Tagebücher. Der Journalist und Entdecker der Tagebücher Gerd Heidemann verdiente sich Anfang der 1980er bereits dumm und dämlich (10.500 Mark Monatsgehalt) beim Stern. Er war fünf Jahre lang der Lebensgefährte von Görings Tochter Edda und hatte sogar die Jacht ihres fetten, morphiumsüchtigen Erzeugers, dem Reichsmarschalls Göring gekauft. Dort empfing er zahlreiche Prominente. Keiner der Künstler, Politiker und Journalisten war sich dazu zu schade – ganz im Gegenteil. Ein brauner Sumpf wie er im Buche steht.

 

Öffentlich-rechtliche oder Privatsender beschäftigen entweder unprofessionelle Übersetzer oder benutzen gar Google Translator, denn die Übersetzungen aus dem Hebräischen sind stets grottenschlecht oder einfach nur falsch. Ob das ein Versehen ist oder Absicht, darüber kann man nur spekulieren.

 

Als 2013 das Simon-Wiesenthal-Zentrum Jakob Augstein auf die "Top 10" der Antisemiten und Israel-Hasser setzte, sprangen sofort mehrere Medien, wie z.B. Deutsche Welle für Augstein in die Bresche. Schon Spiegel-Gründervater Rudolf Augstein, der sich 1941 bei der NSDAP registrierte, war ebenfalls kein Freund des jüdischen Staates und das setzt sich bis heute fort.

 

Am 21.02.2021 bejubelte der Spiegel die israelische Politikerin Merav Michaeli, die bei der kommenden Parlamentswahl als Gegnerin Netanyahus antritt. Besonders hob der Spiegel ihren Feminismus hervor und stellt sie in erste Reihe mit Golda Meir. Eigentlich könnte Michaeli, die Frau mit den Augen eines Sektenführers sich ihren Feminismus sparen, denn Israel garantiert seit der Staatsgründung Frauen gleiche Rechte – ganz anders als es in den Anrainerstaaten der Fall ist. Der Spiegel behauptet, die Arbeiterpartei »Awoda« sei ein in die Jahre gekommener Riese. »Awoda« ist längst zum Zwerg geschrumpft, was scheinbar spurlos an den Spiegelredakteuren vorbeiging.

Freilich erwähnt der Spiegel, dass Merav Michaeli die Enkeltochter von Rudolf Kasztner  aka Rezsö Kasztner aka Israel Kasztner ist.

Bereits in einem früheren, ebenso bekloppten und schlecht recherchierten Artikel vom 19.08.2010 feierte der Spiegel Kasztner als Judenretter, nicht als Nazi-Kollaborateur. Rudolf Kasztner leitete ein kleines Komitee in Budapest von 1941 bis 1945. Das Einzige, was man ihm zu Gute halten kann, war ein Sondertransport, den sogenannten »Kasztner-Zug« mit 1669 Juden, der nach monatelangem Zwischenhalt im KZ Bergen-Belsen gegen ein Lösegeld von 8,6 Millionen Schweizer Franken in die Schweiz gelangte. Kasztner persönlich war an diesem Auswahlprozess maßgeblich beteiligt und wählte Personen, meist aus seiner Heimatstadt, darunter seine Familie und viele seiner Verwandten und Freunde. 

Über 400 000 andere Juden waren Kasztner jedoch egal: In einem seiner Briefe bezeichnete er Auschwitz-Birkenau nicht als Todeslager, sondern als „Industriezentrum“. Kasztner förderte offen die Propaganda der Nazis und lockte ungarische Juden in die Falle. "Wenn überhaupt etwas Menschliches über den Umgang mit der Deportation zu sagen war", schrieb er angesichts der Massenmorde, "war es paradoxerweise immer der SS zuzuschreiben." Seine Lügen sind ein Faktor, warum die Deportationen der ungarischen Juden in die Vernichtungslager so schnell und reibungslos abliefen.

Nach Kriegsende entgingen die SS-Offiziere Kurt Becher und Hermann Krumey in erster Linie durch die Aussage ihres Verhandlungspartners Kasztners einer Verurteilung bei den Nürnberger Prozessen. Becher blieb  von jeder weiteren Anklage verschont und starb 1995 im Alter von 86 Jahren als reicher Mann.

Kasztner wanderte nach Israel aus und machte bei der Arbeiterpartei Karriere. Ende 1952 flog er auf. Er wurde in einem Zeitungsartikel beschuldigt, den Tod vieler Juden mitverschuldet zu haben. Zunächst reichte er Klage wegen Verleumdung ein, dann aber entwickelte die Geschichte Eigendynamik und wandte sich gegen ihn selbst.

Das Gericht verurteilte Kasztner als  Nazi-Kollaborateur. Darüber hinaus wurde Kasztner auch schuldig gesprochen, Nazis im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess geschützt zu haben.

1957 wurde er in Tel Aviv angeschossen und erlag  später seinen Verletzungen. Wieso der Spiegel die Interessen von Merav Michaeli und der Rest der Kasztner-Familie vertritt und aus Rudolf Kastner einen Helden macht und nachträglich die Opfer verhöhnt, darüber kann man nur mutmaßen.

Seit Wochen tuten FAZ, Spiegel, Deutschlandfunk Kultur usw. ins selbe Horn. Es geht um einen Film des Regisseurs Dr. Uwe Boll über den Anschlag von Hanau. Mit schlecht recherchierten Artikeln und verdrehten Tatsachen mobben sie, was das Zeug hält.

Einem Aufschrei gleich äußert sich Claudius Seidl in der FAZ über einen Film, den er weder gesehen hat, noch dessen Inhalt er kennt. „Dürfen Filme wirklich alles? lautet die Überschrift und

erlaubt sich seine subjektiven Eindrücke zu Papier zu bringen.

Claudius Seidl, seines Zeichens Publizist und Filmkritiker schmäht Uwe Boll und sein Werk nach Strich und Faden, wie es bereits wenige Wochen zuvor Arno Frank und Özlem Gezer im Spiegel taten.

Sie kreiden es Uwe Boll an, dass er einmal die „Goldene Himbeere“ erhielt; das hat nichts zu sagen, denn auch William Shatner, George Lucas und Oliver Stone haben die Negativ-Auszeichnung erhalten und Stanley Kubrick war sogar für die „Goldene Himbeere“ mit seinen Jahrhundertfilm „Shining“ nominiert.

Außerdem klagt man Boll an, keinen Kontakt zu den Hinterbliebenen aufgenommen zu haben, was

nicht der Wahrheit entspricht, denn Dr. Boll hatte sowohl telefonisch, als auch per Email Kontakt mit der Leiterin der Bildungsinitiative Ferhat Unvar gehabt. Das dies anscheinend weder den Angehörigen, noch der Stadt mitgeteilt wurde, ist es somit nicht Bolls Fehler.

Zeitungsmann Arno Franke vom Spiegel besuchte den Filmemacher gar in seinem Zuhause und schmierte Boll Brei um den Mund. Der Regisseur zeigte ihm einige kurze Ausschnitte des ungeschnittenen Materials, gab ihm DVDs von seinen Filmen mit und Frank nutzte alles in allem die Gastfreundschaft des Filmschaffenden um ihn hinterher richtig madig zu machen. Zusammen mit Özlem Gezer degradierten sie Boll, Deutschlands weltweit bekanntesten Regisseur zum B-Movie-Macher und lassen kein gutes Haar an ihm.

»Diesen unsäglichen Film will in Hanau niemand« lautet die Überschrift, ohne dass der Moralapostel jemals den gesamten Film gesehen zu haben.

Unerwähnt bleiben Bolls Filme „Darfur“ über den Genozid im Südsudan und „Auschwitz“, der in YadVashem zu einem der wichtigsten Filme über den Holocaust zählt.

Später erhielt Boll seine original verpackten DVDs zurück - ein Beweis dafür, dass sich die Herrschaften vom Spiegel nicht mal die Mühe gemacht hatten, seine Filme anzusehen. Das ist Qualitätsjournalismus.

Auch die Süddeutsche Zeitung (SZ) drischt fleißig in die Kerbe und fragt sich: „Opferleid gegen Kunstfreiheit. Trash-Regisseur Uwe Boll hat einen Film über den Anschlag in Hanau gedreht. Darf er das?“ Das riecht nach einem Aufruf zum Berufsverbot. Das gab es schon mal in Deutschland.

Warum hatte sich damals 1987 die SZ nicht derart über die Tatort-Folge „Armer Nanosh“ aufgeregt, die nur so strotzt vor antiziganen Klischees? Auch das bleibt wohl auch ein Rätsel.

Nur so nebenbei bemerkt: Im Jahr 1949 demonstrierten Juden gegen die Süddeutsche und forderten den Entzug ihrer Lizenz. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen aufgebrachten Schoah-Überlebenden und deutschen Polizisten im Münchner Stadtteil Bogenhausen. Jüdische Demonstranten trugen ein großes Plakat mit der Aufschrift: »Down with the Stürmer of 1949 – The Süddeutsche Zeitung«. Grund dafür war, dass sich die  SZ erdreistet hatte einen zutiefst antisemitischen Leserbrief zu veröffentlichen.

Aber den Vogel schoss Deutschlandfunk Kultur ab: der Regisseur Andres Veiel im Gespräch mit Vladimir Balzer wurde groß angekündigt. Mal abgesehen davon, dass auch dieser Beitrag die Fakten verdreht und der Leser nicht objektiv informiert wird, sondern erzogen wird, fragt man sich die ganze Zeit: wer ist dieser berühmte Regisseur Andres Veiel? Aber dann wird man fündig:  Andres Veiel drehte 2006 den Film „Der Kick“. Noch nichts davon gehört? Auf YouTube gibt es den Trailer zum Film. In blaues Licht getaucht, tragen gänzlich unbekannte Schauspieler einen Monolog vor auf einer Theaterbühne vor. Als Vorlage zum Film diente ein Berliner Theaterstück, dass den im Sommer 2002 verübten Mord am 16-jährigen Marinus Schöberl durch drei Neonazis behandelt. Also aus ungeklärten Gründen ist es Veiel erlaubt einen Film über einen rassistisch motivierten Mord zu machen, Uwe Boll aber nicht.

https://www.youtube.com/watch?v=MbFC8qVgQd8

Einige Angehörige der Hanau-Opfer hatten kein Problem in einer Kochshow namens „BeastKitchen“ aufzutreten und anschließend das Gekochte zu verspeisen. Bolls Film über den Anschlag von Hanau bereitet ihnen da weitaus mehr Kopfzerbrechen.

https://www.youtube.com/watch?v=zyZgIvJGbxU&t=1635s

Und die Moral von der Geschichte: Tuvia Tenenbom hatte Recht, als er sagte: „Es gibt keinen Journalismus mehr, vor allem in Deutschland nicht. Stattdessen gibt es Aktivismus. Journalisten berichten nicht mehr, was geschieht, sondern was wir denken sollen.“


Autor: Redaktion
Bild Quelle:


Mittwoch, 21 April 2021

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