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Deutschland im Katastrophen-Delirium

Deutschland im Katastrophen-Delirium


SARS-CoV-2 ist kein Killer und wird auch nie einer werden.

Deutschland im Katastrophen-Delirium

Von Peter Heller

Das verhindern seine Eigenschaften und die Umstände, auf die es trifft. Tatsächlich verweist die Corona-Pandemie sämtliche Schauergeschichten über plötzlich aus dem Dschungel oder dem Genlabor oder dem Weltraum auftauchende und die Menschheit dahinraffende Viren in das Reich der Mythen. 

Viren sind nämlich keine Lebewesen. Sie verfügen nicht über einen Stoffwechsel, können nichts selbst synthetisieren, sich nicht selbst reparieren und sich nicht fortpflanzen. Als vergleichsweise große molekulare Strukturen initiieren sie lediglich in der spezifisch im Inneren von Zellen vorliegenden chemischen Umgebung Reaktionsketten, entlang derer Kopien ihrer selbst entstehen. Wodurch die Wirtszelle funktional eingeschränkt, wenn nicht gar ganz zerstört wird. Was einerseits einem Organismus mitunter schwer schadet. Aber andererseits auch die Entstehung von Abwehrmechanismen befördert hat. Und gerade aufgrund ihrer architektonischen Komplexität lassen sich Viren vergleichsweise einfach behindern, sei es auf chemischem Weg, sei es aber auch durch Strahlung oder Wärme.    

Nach Jahrmilliarden der Evolution haben sich daher fast alle auf höhere Lebensformen spezialisierten Viren hin zu immer ungefährlicheren Varianten entwickelt. Denn wären sie nicht unauffällig und würden ihren Wirtsorganismus zu sehr belasten, gäbe es sie nicht mehr. Jeder Mensch trägt Schätzungen zufolge mehrere hundert Billionen Viren einer unbekannten Variantenvielfalt mit sich herum, die ihn nicht beeinträchtigen. Mit Herpes-simplex beispielsweise sind circa neunzig Prozent aller Deutschen kontaminiert.

Von den ungefähr 6.000 bislang wissenschaftlich näher beschriebenen unterschiedlichen Virustypen sind ohnehin nur gut zweihundert humanpathogen, das heißt, sie können Krankheiten auslösen oder gar zum Tode führen. Wobei fast immer diejenigen besonders gefährdet sind, deren körpereigene Abwehr aus unterschiedlichen Gründen keine ausreichende Leistungsfähigkeit aufweist. Das Lebensalter und weitere Belastungen, etwa durch Vorerkrankungen, spielen eine entscheidende Rolle. Die diesbezügliche Selektivität von SARS-CoV-2 kommt also nicht überraschend. Dies lässt sich von der individuellen auf die gesamtgesellschaftliche Ebene verallgemeinern.   

Nie besser auf eine Pandemie vorbereitet als heute

Für einen katastrophalen Ausbruch mit sehr hohen Opferzahlen in kurzen Zeiträumen müssen zwei Rahmenbedingungen zwingend erfüllt sein. Es bedarf einer im Durchschnitt bereits erheblich geschwächten Bevölkerung, etwa durch Mangel- und Unterernährung, die außerdem nicht auf eine hinreichend entwickelte medizinische Versorgung zurückgreifen kann. 

SARS-CoV-2 trifft aber nicht auf Armut und ein rückständiges beziehungsweise nicht vorhandenes Gesundheitswesen wie einst die Pocken. Es trifft auch nicht auf Gemeinschaften, die unter den Folgen eines Weltkriegs leiden, wie einst die spanische Grippe. Und es trifft auch nicht auf eine zusätzlich seit langem vom Rest der Welt isolierte und daher immunologisch unvorbereitete indigene Bevölkerung wie einst die Masern in Nord-, Süd- und Mittelamerika. Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte war die Menschheit, insbesondere in den industrialisierten und hochentwickelten Ländern, besser auf eine Pandemie vorbereitet als heute. Wohlstand und Technologie bieten bereits genuin und ohne weitergehende Maßnahmen eine wirkungsvolle Verteidigung.

Zumal Erreger mit einer hohen Letalität – man denke an das Ebola-Virus – sich zwangsläufig bei nahezu allen Befallenen durch heftige Symptome bemerkbar machen. Die einerseits die Infizierten schon von selbst hinsichtlich ihrer Beweglichkeit und Kontaktfrequenz einschränken und andererseits rasche und effektive Gegenmaßnahmen erleichtern, weil man sieht, wo und wie anzusetzen ist.

Mörderische Viren agieren nicht im Verborgenen, und die heutigen, im Vergleich zu früheren Zeiten deutlich besser strukturierten und effizienteren Prozesse im Gesundheitswesen und in der öffentlichen Verwaltung sind geeignet, sogar einen Ausbruch im afrikanischen Dschungel einzudämmen. Als Killer wäre das neue Corona-Virus wohl nicht über China, vielleicht nicht einmal über Wuhan hinausgelangt.

Da SARS-CoV-2 aber kein solches ist, sind alle Versuche, es zu stoppen, zum Scheitern verurteilt. Das klassische Instrumentarium „Isolation und Kontaktnachverfolgung“ funktioniert nicht bei unauffälligen Keimen, deren Vorhandensein in vielen Fällen aufgrund ausbleibender Beschwerden gar nicht erst registriert wird. Es genügt nicht bei Viren, die auch Wild-, Haus- und Nutztiere als Vektoren nutzen und denen entsprechend viele verschiedene Verbreitungswege offenstehen. Und wenn die Übertragung eines solchen Erregers dann auch noch über die Luft erfolgt, lässt er sich unter keinen Umständen aufhalten. In einer vernetzten und arbeitsteilig organisierten Gesellschaft ist es schlicht unmöglich, die Menschen rund um die Uhr so vollständig und umfassend wie notwendig voneinander zu separieren. Begegnungen in geöffneten Versorgungseinrichtungen, in den Transportmitteln des öffentlichen Verkehrs oder am Arbeitsplatz bleiben unvermeidbar. 

Eine mittelalterlich anmutende Naivität

Der Einfluss makroskopischer Maßnahmen auf mikrobiologische Vorgänge ist ohnehin äußerst gering. Viren handeln nicht planvoll, verfolgen keine Absicht und verarbeiten keine Umgebungsinformationen. Sie agieren als tumbe chemische Agenzien ohne eigene Motivation. Sie erkennen nicht, ob jemand eine Maske trägt oder den Mindestabstand einhält. Sie bevorzugen nicht Bekleidungsgeschäfte gegenüber Supermärkten, halten sich nicht an Ausgangssperren oder Kontaktverbote. Sie tun einfach, was sie nun einmal tun, sobald sich dazu die Möglichkeit ergibt. Und irgendwann, irgendwo und irgendwie findet sich immer eine Gelegenheit. 

Es genügt ein einziges Molekül, das rein zufällig mehrere Meter zurücklegt und durch die Poren eines Atemschutzes oder an diesem vorbei in die Lunge gelangt, um einen neuen Infektionsherd zu zünden. Was mitunter erst Tage oder Wochen später bei Personen auffällt, die bei diesem auslösenden Moment nicht einmal anwesend waren. Immunität steht lediglich für ein trainiertes Immunsystem, das ein übermäßiges und daher kritisches Aufkommen des Virus in einem befallenen Gewebe verhindert. Geimpfte erkranken also mit hoher Sicherheit nicht, aber den Erreger tragen und weitergeben können sie prinzipiell trotzdem. 

Die Welt der Viren ist nun einmal das zelluläre Cytoplasma, eine von einer hohen Konzentration einer unüberschaubaren Vielfalt unterschiedlicher Stoffe geprägte wässrige Lösung. Hier reagiert miteinander, was miteinander reagieren kann, nur um sich kurz danach wieder aufzulösen oder Teil einer neuen Verbindung zu werden. In diesem Chaos steuern nicht Ziel und Zweck, sondern lokale Konzentrationsdifferenzen und zufällige Begegnungen. Künstliche Eingriffe von außen vermögen diese wilde, unorganisierte Sphäre zwar in eine bestimmte Richtung zu lenken, aber niemals vollständig und umfassend zu regulieren. Hier wird schlicht alles realisiert, was die Naturgesetze zulassen, manches häufig, manches selten, manches nützlich, manches überflüssig, manches auch schädlich. Diese Unschärfe bedingt die unvermeidbaren Mängel in allen Werkzeugen der Diagnose, der Therapie und der Prophylaxe. Weder der Nachweis einer Viruskontamination noch deren Behandlung durch ein Medikament noch die Immunisierung durch ein Vakzin können jemals eine hundertprozentige Verlässlichkeit erreichen. 

Deswegen schwingt in NoCovid-Konzepten und überhaupt in der Vorstellung, man könne SARS-CoV-2 ausrotten, eine mittelalterlich anmutende Naivität mit, die diese heute bekannten Umstände schlicht ignoriert. Selbst eine konsequente mehrwöchige Einzelhaft aller Bundesbürger wäre zwecklos, da das neue Coronavirus auch dies überdauern würde, mindestens in Form einer in RNA-Strängen kodierten Information in einzelnen Zellen bereits kontaminierter Personen. Man kann nicht töten, was nicht lebt. Gegen die Existenz eines Virus zu kämpfen, ist nicht erfolgversprechender, als gegen die Existenz irgendeines anderen Moleküls vorzugehen, und sei es etwas so simples wie Wasser oder Kohlendioxid. SARS-CoV-2 wird über kurz oder lang jeden Menschen erreichen.  

Grundsätzlich unvermeidbare Begleiterscheinungen

Ganz gleich, ob man sich vor dem Virus fürchtet oder nicht, ist die Einsicht in diesen Umstand ein Gebot der Vernunft. Gegen letztendlich durch die fundamentalen Konstruktionsprinzipien dieses Universums bedingte Gegebenheiten helfen auch keine moralischen Erwägungen. Selbst Herpes-simplex kann eine tödliche Enzephalitis auslösen. Daran stört sich – glücklicherweise – niemand. Warum SARS-CoV-2 anders betrachtet wird, erschließt sich nicht angesichts einer Attitüde, die auf tragische Einzelschicksale abhebt und jedes Covid-19-Opfer dankbar instrumentalisiert, um Gegner strikter Regulierungen als asozial und unsolidarisch zu diskreditieren.      

Viren sind nun einmal grundsätzlich unvermeidbare Begleiterscheinungen jener chemischen Mechanismen, die das Fundament des Lebens bilden. Schon ihr bloßes Vorkommen als nicht hinnehmbare Bedrohung zu betrachten, bedeutet letztendlich, das Leben selbst zu einer solchen zu erklären. Nichts anderes motiviert eine Pandemiepolitik, die jeden Bürger primär als potenzielle Todesgefahr für jeden anderen betrachtet und daher vorschreibt, wann und wo man atmen darf und wann und wo nicht. Die damit einhergehenden sozialen und ökonomischen Verwerfungen übertreffen die, die ein Virus heute noch anrichten könnte, bei weitem.    

Tatsächlich lebt Deutschland seit mehr als einem Jahr lediglich in der behördlich verordneten Simulation einer Katastrophe. Als wollte man ein Szenario erproben, in dem etwas wie der Schwarze Tod erneut wütet, nur eben dieses Mal nicht in mittelalterlichen, sondern in modernen Gemeinden. Man nimmt dazu erst einmal Handel und Dienstleistungen in großen Teilen aus dem Spiel, als wären Gastwirte und Ladeninhaber, Theaterbetreiber und Künstler bereits tot. Man verbietet Zusammenkünfte, denen die Menschen in einem realen Ernstfall ohnehin ganz freiwillig fernbleiben würden. Man schreibt ihnen Vermummung vor, wenn sie hinausgehen, oder sperrt sie gleich ganz zu Hause ein, wohin sie sich ja ohnehin selbstbestimmt zurückzögen, stapelten sich Leichen auf den Straßen. Man testet außerdem Lieferketten und das produzierende Gewerbe auf ihre Belastbarkeit.    

Und ganz offensichtlich besteht Deutschland diese Prüfung in allen wesentlichen Aspekten. Hungersnöte sind nicht zu befürchten, Versorgungsengpässe kaum zu spüren, politische Umwälzungen finden nicht statt. Man könnte das Experiment nun endlich einfach beenden. Die Virusapokalypse erweist sich als eine reine Phantasie ohne Realitätsbezug. Den Blutzoll, den Bakterien durch Pest und Cholera, Typhus und Malaria forderten und immer noch fordern, haben Viren ohnehin nie eingetrieben. Und es wird ihnen auch nie mehr gelingen. Der Killer aus dem Dschungel wäre beherrschbar. Mit weniger letalen neu auftretenden Typen wie SARS-CoV-2 müsste man zwar auf Dauer leben, doch das ist machbar. Die Instrumente und Werkzeuge, sie zu identifizieren, ihre Eigenschaften zu erkennen, Medikamente und Vakzine zu entwickeln und Risikogruppen spezifisch zu schützen, sind bereits vorhanden und werden immer besser. Die Coronapandemie zeigt deutlich die bereits bestehende und weitere steigende Resilienz der menschlichen Zivilisation. Vor Viruspandemien muss sich niemand mehr fürchten. Die eigentliche Gefahr geht vielmehr von panisch agierenden Exekutivorganen aus. Und die in ihre Schranken zu verweisen, sollte aufgeklärten und mündigen Bürgern doch möglich sein.   

 

Erstveröffentlicht bei der Achse des Guten


Autor: AchGut
Bild Quelle: Foto: Stefan Klinkigt - Screenshot via AchGut


Donnerstag, 22 April 2021

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