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Rheinland-Pfalz etabliert die Initiative „Trau dich!“ zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs

Rheinland-Pfalz etabliert die Initiative „Trau dich!“ zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs


Das Land plant Theateraufführungen für Kinder, sobald die Pandemielage es zulässt

Rheinland-Pfalz etabliert die Initiative „Trau dich!“ zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs

Kinderrechte, körperliche Selbstbestimmung und sexueller Kindesmissbrauch sind die Themen des Theaterstücks „Trau dich! Ein starkes Stück über Gefühle, Grenzen und Vertrauen“. Das Stück ist das zentrale Element der bundesweiten Initiative „Trau dich!“ zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Rheinland-Pfalz erhält als viertes Bundesland die Lizenz zur eigenständigen Weiterführung der Initiative von BMFSFJ und BZgA.

Zwischen Sommer 2018 und Herbst 2019 haben mehr als 4.600 Schülerinnen und Schüler von 67 Schulen das Theaterstück in verschiedenen Kommunen in Rheinland-Pfalz gesehen. Am 11. Mai 2021 erfolgt der Startschuss für die dauerhafte Etablierung in Rheinland-Pfalz.

Ziel ist es, Mädchen und Jungen zwischen acht und zwölf Jahren über ihre Rechte aufzuklären, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und sie zu informieren, wo sie im Falle eines Übergriffs Hilfe finden. Die Schirmherrschaft für Rheinland-Pfalz haben Dr. Stefanie Hubig, Ministerin für Bildung, und Anne Spiegel, Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz, übernommen.

Vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche ist es besonders wichtig, ein Zeichen zu setzen, um Kinder zu stärken und ihnen Anlaufstellen aufzuzeigen. Sobald es die Infektionslage wieder zulässt, werden landesweit Aufführungen für Schülerinnen und Schüler starten. Das Theater Ensemble Bauchgefühl des Schultheaters Studio Frankfurt übernimmt die Inszenierung des Theaterstücks.

Staatssekretärin Juliane Seifert erklärt dazu: "Die kürzlich veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt: Das Ausmaß von sexualisierter Gewalt an Kindern ist ungebrochen hoch. In 2020 waren rund 16.000 Kinder betroffen. Daneben gibt es ein großes Dunkelfeld. Wir müssen alles tun, um sexualisierte Gewalt an Kindern zu verhindern: Fachkräfte weiterbilden, Eltern informieren, Schulen und Fachberatungsstellen besser vernetzen, aber vor allem auch Kinder stärken. Das alles leistet die Initiative "Trau dich!". Im Mittelpunkt steht das Theaterstück, das die Rechte von Kindern thematisiert und diese bestärkt, sich in Notsituationen Hilfe zu holen. In Rheinland-Pfalz haben bereits viele Kinder das Theaterstück gesehen und viele Fachkräfte und Eltern wurden weitergebildet. Durch die dauerhafte Verankerung in Rheinland-Pfalz werden noch mehr Kinder, Eltern und Schulen von der Initiative profitieren. Nur gemeinsam können wir ein Klima schaffen, in dem Kinder geschützt werden und sich offenbaren können, wenn sie sexualisierte Gewalt erleben."

Dr. Stefanie Hubig, Staatsministerin des Landes Rheinland-Pfalz und Ministerin für Bildung, erklärt: „Kinder und Jugendliche müssen vor jeder Art von Gewalt unbedingt geschützt werden. Der Prävention in der Schule kommt deshalb eine wichtige Bedeutung zu und ich freue mich sehr, dass wir „Trau dich!“ jetzt in Rheinland-Pfalz eigenständig weiterführen. Die Initiative ist eine von vielen Maßnahmen an unseren Schulen insbesondere zur Prävention von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Das Ziel ist, alle unsere Schülerinnen und Schüler stark zu machen, damit sie sich wehren können und sexuelle Übergriffe erst gar nicht geschehen. Unsere Lehrkräfte sollen sensibilisiert werden, damit sie ihre Schülerinnen und Schüler und deren Angehörige gut unterstützen können.“

Anne Spiegel, Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz, sagt: „Ich freue mich sehr, dass mit „Trau dich!“ ein weiterer Baustein gegen sexualisierte Gewalt an Kindern hier in Rheinland-Pfalz fest verankert werden konnte. Es ist richtig, dass in dem Projekt auch Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer einbezogen werden. Sie müssen lernen, Anzeichen von sexualisierter Gewalt zu erkennen und sie müssen wissen, wie sie in solchen Situationen Kindern helfen können. Mir ist wichtig, dass Kinder selbstbewusst und stark heranwachsen können. Dazu gehört, dass um sie herum ein Netzwerk existiert, das sie vor sexuellen Übergriffen schützt, aber ihnen vor allem auch zuhört und vertraut, wenn sie berichten.“

Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, erläutert anlässlich der Lizenzübergabe: „Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland jeden Tag durchschnittlich 46 Mädchen und Jungen Opfer von sexualisierter Gewalt. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Es ist gerade jetzt wichtig, Kinder, Lehrkräfte und Eltern für dieses Thema zu sensibilisieren. Aus diesem Grund freuen wir uns sehr, heute mit „Trau dich!“ eine starke Präventionsinitiative in Rheinland-Pfalz zu verstetigen. Wir arbeiten gemeinsam mit dem Land daran, Theateraufführungen vor Kindern zu ermöglichen, sobald es die Situation erlaubt.“

Bis heute kooperieren elf Bundesländer mit der Bundesinitiative „Trau dich!“: Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen, Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg, Berlin und Sachsen-Anhalt. Nach Hessen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern ist Rheinland-Pfalz das vierte Bundesland, das die Umsetzung der Initiative verstetigt hat.

Bundesweit wird die Initiative bis Ende 2022 fortgeführt und neue Bundesländer werden als Kooperationspartner hinzugewonnen. Bei der Planung und Umsetzung arbeitet die BZgA eng mit den zuständigen Ministerien der Bundesländer und weiteren Partnerinnen und Partnern zusammen.

Mit der Verstetigung der Initiative in Rheinland-Pfalz wird die Strategie von „Trau dich!“ weiterverfolgt, Eltern und pädagogische Fachkräfte für das Thema sexueller Missbrauch zu sensibilisieren und sprach- und handlungsfähig zu machen.

Im direkten Zusammenhang mit den Aufführungen werden dafür Fortbildungsveranstaltungen und Elternabende angeboten sowie das Hilfesystem vor Ort eingebunden.

Alle Eltern erhalten vor den Aufführungen Informationen über das Theaterstück und Hinweise für das Gespräch mit ihren Kindern. Für sie bietet die Initiative „Trau dich!“ einen Elternratgeber an.

Die Lehrkräfte und Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe bilden sich durch Fachberatungsstellen vor Ort weiter. Ein Methodenheft bietet Anregungen zur Vor- und Nachbereitung des Theaterstücks.

Eltern und pädagogische Fachkräfte finden alle Informationen unter www.trau-dich.de/multiplikatoren.

Kinder spricht das Online-Portal www.trau-dich.de mit altersgerechten Informationen direkt an.

Für die niedrigschwellige Beratung und Hilfe kooperiert die BZgA mit der kostenfreien, bundesweiten „Nummer gegen Kummer“ (116111), einem Beratungstelefon für Kinder und Jugendliche.


Autor: BZgA
Bild Quelle:


Mittwoch, 12 Mai 2021

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