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Habeck packt aus

Habeck packt aus


Eigentlich wollte sich Claus Kleber mit Annalena Baerbock unterhalten. Weil sie aber noch ein wenig an ihrem Lebenslauf feilen wollte, bot ihm die grüne Parteizentrale Robert Habeck für das heute journal an.

Habeck packt aus

„Auch gut“, sagte Kleber, und so kam es zu einem merkwürdigen Gespräch, bei dem der Mann an Annalenas Seite gleich am Anfang versicherte, er habe „seit dreieinhalb Jahren eine phantastische Arbeitsteilung“ mit der Co-Vorsitzenden.

Auf die Frage, ob er „mit einem solchen Ergebnis gerechnet“ habe – die Grünen hatten mit 5,9 Prozent gerade mal den Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt geschafft – erwiderte Habeck, man habe schon geahnt, „dass das Ergebnis nicht so gut wird wie die Umfragen“,  so sei es auch bei den vorausgegangenen Landtagswahlen gewesen, super Umfragen und magere Ergebnisse. Aber für die kommende Bundestagswahl sei das ohne Bedeutung. Man dürfe Landtagswahlen nicht als Test verstehen.

Bei der Bundestagswahl im September gebe es „keine Amtsinhaberin, die noch einmal antritt“. Und „der Klimaschutz ist ein großes Thema, in Sachsen-Anhalt ist es das nicht“. Wie alle Parteien müssten sich auch die Grünen darüber „Gedanken machen, wie wir Veränderungserfahrungen so kommunizieren, dass nicht der Fortschritt auf der einen Seite den Verlust auf der anderen Seite hervorbringt“.

Was immer Habeck damit gemeint haben könnte, es war eine glasklare und hammerharte Aussage. Annalena habe „einen famosen Start hingelegt“, aber man habe nicht erwartet, „dass wir mit Rückenwind in das Kanzleramt segeln“, jetzt habe man „eine kleine Pustephase hinter uns“, und mit dem kommenden Parteitag werde es „wieder nach oben gehen“. Die Grünen seien „eine Partei der Mitte“, sie wolle „die Gesellschaft vom Zentrum zusammenhalten, wir sehen uns nicht als Vertreter einer Polarität“.

Und so ging es weiter, von Minute 4:55 bis 11:40.

Das Beste kam, wie immer zum Schluss. Wie die Grünen das „Verliererimage“ loswerden möchten, fragte Kleber, worauf sich Habeck gegen die Unterstellung verwahrte. Von einem „Verliererimage“ könne keine Rede sein, „wir haben zugelegt“, wenn auch nicht so stark wie erwartet. Aus dem Wahlergebnis könne man „nichts ablesen“, weder es sei „super“ gewesen, noch könne man sagen, die Grünen wären „die großen Verlierer“, man müsse „die Kirche im Dorf lassen“.

Wer angesichts eines Wahlergebnisses von 5,9 Prozent so redet, dem ist alles zuzutrauen. Auch dass er Annalena für kanzlertauglich hält. Noch tollkühner ist nur noch, dass Habeck offenbar darauf baut, die Wähler würden ihm eine solche Räuberpistole abnehmen. Wenn der Robert es sagt, wird es so sein! 

Also lassen wir die Kirche im Dorf und am 26. September die Glocken läuten. Der Hochmut kommt vor dem Fall, und das Glück gleicht dem Balle, es steigt zum Falle. 


Autor: Henryk M.Broder
Bild Quelle: Von Olaf Kosinsky - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=75450479


Mittwoch, 09 Juni 2021

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Donnerstag, 22 April 2021

Habeck heult: „Nichts wollte ich mehr, als dieser Republik als Kanzler zu dienen.“ Aber ich bin keine Frau!

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Wenige Stunden nach der Entscheidung, dass Annalena Baerbock für die Gremien ins Kanzleramt ziehen soll, gab Robert Habeck der „Zeit“ ein Interview, dass Bände spricht und zeigt: Nicht nur bei der CDU geht es mehr um die Person als um die Qualifikation. Auch bei den Grünen. Dort hatte sich Habeck unterzuordnen, weil er das falsche Geschlecht hat.
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