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#SuspendReitschuster oder: Wie man in Deutschland per Hashtag Menschenjagd betreibt!

#SuspendReitschuster oder: Wie man in Deutschland per Hashtag Menschenjagd betreibt!


Boris Reitschuster ist unbequem. Er bohrt auf der Bundespressekonferenz ein ums andere Mal nach und bringt die Sprecher in arge Erklärungsnot. Er weist auf Missstände und Widersprüche hin und behandelt Themen, die andere Medien beschweigen. In Merkels bestem Meinungsfreiheits-Deutschland aller Zeiten ist das ein absolutes No-Go. Deshalb wird er von vielen Politikern und Journalisten-Kollegen geha

#SuspendReitschuster oder: Wie man in Deutschland per Hashtag Menschenjagd betreibt!

von Michael van Laack

Allerdings hat Boris Reitschuster in seinem Übereifer auch hin und wieder die Tendenz, allzu Unausgegorenes (vor allem im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie) zu Papier zu bringen. Wie jüngst in der Frage zur Gefährlichkeit von Spike-Proteinen, an denen z. B. ungeimpfte Kinder von geimpften Eltern sterben könnten. Hier hätte Reitschuster sicherlich sauberer recherchieren und/oder andere Konklusionen bilden müssen.

Aber Fehler machen alle mal, die im Journalismus unterwegs sind. Wer viel arbeitet, macht auch viele Fehler, lautet ein geflügeltes Wort. Den MSM-Journalisten kann deshalb weniger passieren, denn selten nur recherchieren sie ergebnisoffen und selbstständig, sondern kochen nur den Brei, der ihnen von diversen Pressestellen des Bundes, der Länder und der Parteien zum Verzehr bereitgestellt wurde, ungeprüft auf.

Virtuelle Menschenjagd: Das primäre Hobby von Linkstwitter

Seit gestern trendet auf Twitter der Hashtag #SuspendReitschuster. Die Aufforderung, ihn zu sperren oder zu entfernen, richtete sich von Beginn an nicht nur an Twitter, sondern auch an der Bundespressekonferenz. In teilweise zynischen und menschenverachtenden Tweets, die den Hashtag teilten, wurde dazu aufgerufen, Reitschuster aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen. Der Aufhänger war selbstverständlich sein Artikel zu den Spike-Proteinen. Es wurde aber schnell klar, dass es um mehr ging. Um die Vernichtung einer Biografie.

Jemand wie Reitschuster könnte äußerst schädlich werden für die Altparteien mit Blick auf ihre Wahlkampagnen. Und da er sehr gut vernetzt ist, besteht auch immer die Gefahr, dass er einen Skandal aufgedeckt, der einzelne Prominente im politischen Berlin in arge Bedrängnis oder gar zu Fall bringt. Deshalb – so entschieden die Jakobiner – muss er weg. Die virtuelle Guillotine möge ihm das Haupt abschlagen in Form von Account-Sperrungen. Bei Twitter liefen in konzertierter Aktion Beschwerden gegen Reitschuster ein. Diesem öffentlichen Druck hat der konzern nun nachgegeben, wie Reitschuster in der Nacht auf Facebook mit den Worten bekannt gab:

Twitter beugt sich dem Druck der Hasser und Hetzer

„Wahrscheinlich sollte man jetzt alles, was man veröffentlicht, vorher von den „Faktencheckern“ darauf prüfen lassen, dass es mit den regierungsamtlichen „Wahrheiten“ konform geht – sonst droht einem Post wie diese, die ich gerade von Twitter bekam.

Drei Monate vor den Bundestagswahlen wird offenbar tabula rasa gemacht. Erst Youtube, dann LinkedIn, jetzt Twitter, und bei Telegram will die Regierung jetzt gleich gegen das ganze Netzwerk vorgehen, weil es nicht artig kuscht…“

Die andere Wortbedeutung

Zumindest im US-amerikanischen Englisch hat „suspend“ eine über die üblichen Bedeutungen hinausgehende. Weit bevor in technischen Gebrauchsanweisungen der Begriff suspend auch für das freischwebende Aufhängen von Objekten in Gebrauch kam, galt es im Milieu als Codewort zur Tötung eines Menschen. Ich gehe davon aus, dass man bei Twitter sehr genau um diese Wortbedeutung weiß. Deshalb spricht es Bände, dass dieser Hashtag nicht zeitnah suspendiert wurde, nachdem sich deutlich abzeichnete, wohin die Reise geht.

 

Dass das Unternehmen nicht nur die Menschenjagd auf Boris Reitschuster duldet, sondern mit der Sperrung im Nachhinein legitimiert, zeigt, wes Geistes Kind diesem Unternehmen innewohnt. Der Geist des Faschismus, für den Meinungsfreiheit einen Dreck wert ist.

erschienen auf PP


Autor: philosophia perennis
Bild Quelle: Von Heinrich-Böll-Stiftung from Berlin, Deutschland - Boris Reitschuster, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=98172409


Sonntag, 04 Juli 2021

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