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Schritt für Schritt zum Fortschritt in Ivri

Schritt für Schritt zum Fortschritt in Ivri


Ivrit Schritt für Schritt“ heißt das Lehrwerk des modernen

Schritt für Schritt zum Fortschritt in Ivri

Von Torsten Kurschus

Hebräisch von Miriam Rosengarten und Vera Loos.

Gute Bücher sind immer eine Freude, und gerade dann, wenn sie schon in der 9. Auflage erscheinen. Lange schon bin ich ja vom Mishna kommend im Ivrit und im Aramäischen vagabundierend unterwegs. Nie habe ich es geschafft, im Ivrit richtig zuhause zu sein. Jetzt habe ich eine echte Chance.

Ivrit, das ist die sogenannte moderne hebräische Sprache, oft auch Neuhebräisch genannt. Das ist natürlich fast euphemistisch, denn eine über 1.000 Jahre lang kultivierte Sprache, kann wohl kaum >neu< genannt werden. Viele Interessierte an Israel und dem heutigen Hebräisch, Iwrit genannt, verzweifeln an hohen Hürden. Das sind nicht unbedingt die doch einfache Grammatik, und noch weniger die Aussprache, die keine Laute kennt, die es in einer deutschen Mundart nicht gibt. Auch das für deutsche Augen bekannte, aber ungewohnte Schriftbild, das sich von rechts nach links liest, ist so wenig ein Riesenproblem, wie die in Tageszeitungen fehlenden Vokale in einer konsonantierten Sprache.

Vielmehr sind es die bisherigen auf dem Markt befindlichen allzu akademischen Handreichungen. Es sind i.d.R. auch die von namhaften Verlagen herausgegebenen schrecklich trockenen Lehrbücher oder schlimmer, die Sprachführer für den schnellen Durchlauf oder gar so etwas wie Malbücher. Unsere Autorinnen machen etwas ganz anderes. Rosengarten und Loose bauen ein Lehrwerk, das mit System den Erwerb der faszinierenden seit 1895 unter der zionistischen Bewegung von Theodor Herzl Schritt für Schritt für wieder gewonnenen Sprache angeht.

Tod war diese nie, aber seit der Staatsgründung von am 14. Mai 1948 wurde Ivrit eine von Politikern und Philologen kaum geglaubte eine beispiellose Erfolgsgeschichte, der einzigen Demokratie im Nahen Osten.

Da kommt also ein Buch des modernen Ivrit schon neun Mal wiederholt auf Markt und... wir dürfen bitte schwärmen. Es ist nicht nur eine didaktische Meisterleistung, auch der Satz ist professionell besorgt und alles wird auf bestem Papier fast im A4 Format auf 400 Seiten mit 2 CDs und verfügbaren Audiodateien im Hardcover für sagenhafte nur 30,- Euro vertrieben.

Das Cover ist wunderschön und wurde von einem Familienfreund in Handarbeit liebevoll besorgt. Gleiches gilt für den rezeptionsästhetisch-didaktischen Ansatz, des Schritt für Schritt gelungenen Schriftsatzes. Dabei verzichtet das Werk auf jeden heute ja zu oft gepflegten Schnell-Lesekurs, sondern arbeitet mit am Grafiksatz angelehnten Mitteln der Hervorhebung besonderer Schrift- und Grammatikelemente.

Aufgelockert ist das Lehrbuch, durch freundliche und eingehende, aber sparsam eingesetzte Bilder aus dem gleichen Familienlabor. Aus diesen heimischen Wänden kommen auch die musikalischen Beiträge auf den CDs oder Audiofiles. Alles findet sich in einem übersichtlichen systematischen Aufbau, der wirklich Spaß macht und keine Mühe beim Zurückschlagen oder neugieren Vorblättern braucht.

Ziel war es, die Umgangssprache zu vermitteln. Die Sparringspartnerinnen haben auf Deutsch und auf Ivrit stets miteinander gekämpft. Während Miriam Rosengarten um das Alltags-Ivrit rang, hatte es Veras Loos geschafft, die cross-cultural-hurdle selbstverständlich verständlich zu übertragen.

Und wie kam das alles? 1990 bemerkte diese Umstände eine Lehrerin, unsere Autorin Miriam Rosengarten von der Jerusalem Universität. Das war eine Zeit, in der Eretz Israel enorme Einwandererströme v.a. aus Osteuropa leisten musste. Da entschloss Miriam, sich künftig stärker um das Thema des Spracherwerbs zu kümmern. Gemeinsam mit einer ehemaligen Schülerin, der anderen Autorin Vera Loos beschlossen die beiden ein gänzlich neues Lehrwerk zu entwickeln. Das musste vor allen praktischen Erfordernissen gerecht werden. In Israel gab es damals ein Privatschulverbund, der das maßgeblich mit möglich machte.

Das waren die verdienstvollen ULPAN (Schulen), die sich seit 1948 stark um die Unterstützung von Einwanderern aus aller Herren Länder bis heute sorgen. Natürlich hatte es etwas gedauert, ein so komplexes Buch zu erstellen.

Eine ganz andere Hürde war es dann für einen Verlag, >ja< zu sagen. Wenn so große Namen wie Langenscheidt dabei mitmischen, muss ein Lektor schon sehr viel Vertrauen haben und die Autorinnen brauchen sehr viele gute Argumente. Zunächst hatte sich der Fourierverlag in Wiesbaden auf dieses auch wirtschaftliche Wagnis eingelassen und war wohl selbst über den Erfolg überrascht. Heute gehört dieser zur Gruppe des sehr bildungsverpflichteten Verlagshauses-Römerweg/MarixVerlag auch in Wiesbaden und der Band wurde sogar noch drucktechnisch aufgewertet. Auch das ist keine Selbst- verständlichkeit in einer Zeit, in der alles auf die Kostenbremse drückt.

www.Haolam.de wünscht unseren tatkräftigen Autorinnen, ein sehr herzliches Masel Tow und natürlich L’Shanah Haba’ah B‘ Yerushalaim (Lieben Dank an Miri und Vera)

https://www.verlagshaus-roemerweg.de/.../Miriam_Rosengarten_|_Vera_Loos-IVRIT_Schritt_fuer_Schritt_(2_CDs)-EAN:9783865390394.html

https://overseas.huji.ac.il/.../study.../winter-ulpan/

https://www.verlagshaus-roemerweg.de/Die_Buecher.html Cover mit freundlicher Genehmigung vom marixverlag-Wiesbade


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Archiv


Mittwoch, 14 Juli 2021

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