Klimaaktivisten ins Stammbuch: Flutkatastrophen seit Jahrhunderten

Klimaaktivisten ins Stammbuch: Flutkatastrophen seit Jahrhunderten


Auch wenn der Weltklimarat jetzt – wie so viele Wissenschaftler und Medien zuvor - vom „menschengemachten“ Klimawandel spricht: Der Bürgermeister der durch die jüngste Flutkatastrophe so scher getroffenen Gemeinde Schuld in Rheinland-Pfalz widerspricht mit Dokumenten vehement.

Klimaaktivisten ins Stammbuch:  Flutkatastrophen seit Jahrhunderten

Von Wolfgang Will

„Wir haben Flutkatastrophen seit Jahrhunderten“, so Helmut Lussi. Er sagte das sogar vor Kanzlerin Merkel, als diese seinen Ort und die dortigen Verheerungen kürzlich besuchte. Sie war überrascht und verlegen, ja regelrecht betrippst – und schwieg. Schließlich hatte das dörfliche Ortsoberhaupt damit der Politik und Wissenschaft öffentlich Paroli geboten.

Aber an den historischen Aufzeichnungen der Gemeinde und der umliegenden Ortschaften kann Lussi das beweisen:

Das Dörfchen Schuld (660 Einwohner) feierte 1975 sein 1000jähriges Bestehen. Schon um 1700 sind in den Aufzeichnungen schwere Wasserschäden an Häusern dokumentiert, denn die Ahr, die durch den Ort fließt, trat immer wieder über die Ufer. Die Benutzung des Flusses, der in den Rhein fließt, durch Holzflößer wurde deshalb „reglementiert“, und 1791 kam es zu ersten Ufer- und Flussbettbegradigungen. Sie waren „für die Katz“, wie sich nach 1800 zeigte – und auf diese Zeit beruft sich Bürgermeister Lussi, zu der es noch keine „Luftverschmutzer“ und „Klimaveränderer“ wie Autos und Flugzeuge und deren Nutzer gab.

So starben am 21. Juli 1804 63 Menschen durch Hochwasser, das auch schwere Verwüstungen anrichtete. Berichten der damals französischen Regierung zufolge wurden in dieser Ahr-Region damals 129 Wohnhäuser, 162 Scheunen oder Ställe, 18 Mühlen und acht Schmieden völlig zerstört, 469 Wohnhäuser sowie 234 Scheunen wurden schwer beschädigt. Ein weiteres verheerendes Hochwasser gab es am 13. Juni 1910 – es ließen sich weitere anführen, wie gesagt: Bis zurück ins 18. Jahrhundert. Und es gab damals nichts „Menschengemachtes“, keine Kohlekraftwerke und Industrieschornsteine, keine Luftverschmutzer auf vier Rädern oder mit Flügeln in der Luft.

So eben war und ist Natur.

Natürlich erleben wir derzeit einen Klimawandel, leider auch mit seinen weltumspannenden Verheerungen, mit Massenbränden und Tsunamis. Man darf es ja in unserer aufgeheizten Atmosphäre kaum aussprechen oder niederschreiben – derartige und viel folgenreichere Klimawandel gibt es seit Beginn der Erdgeschichte. Der Mensch tut durch sein Industrie-modernes Leben und Treiben ein Übriges, und das sollte abgemildert, „gebremst“ werden, ohne den gewohnten Lebensstandard zu gefährden. Denn: Wird das nicht berücksichtigt, werden andere Gefahren heraufbeschworen.

Schließlich: Klimaaktivisten sollten nicht gleich bei jeder Flut Panik ausrufen und den Weltuntergang ausmalen. Die Gelassenheit, Klugheit und die Geschichtskenntnis eines Dorfoberen wie Helmut Lussi aus Schuld an der Ahr täte vielen gut.

 

Wolfgang Will arbeite jahrelang als Auslandskorrospodent für den Axel-Springer-Verlag und als Chefredakteur u.a. in New York


Autor: Wolfgang Will
Bild Quelle: Gerd Michael, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Dienstag, 17 August 2021

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