Geimpft - Genesen - Getestet: Was stimmt da nicht?

Geimpft - Genesen - Getestet: Was stimmt da nicht?


Viele spüren, dass mit den GGG-Regeln (geimpft, genesen, getestet) etwas nicht stimmt. Zu widersprüchlich sind Massnahmen, Meldungen und Parolen. Hier der Versuch, etwas Ordnung in die Begriffe und dazugehörigen Fakten zu bringen.

Geimpft - Genesen - Getestet: Was stimmt da nicht?

Von Dr. Jochen Ziegler

Genesen

Ob ein Mensch sich mit SARS-CoV-2 infiziert hat, kann man durch Messung der Moleküle zweier Komponenten des Immunsystems bestimmen:

1. Durch Messung von spezifischen Antikörpern, die gegen SARS-CoV-2 gerichtet sind (humorale Immunität).

2. Durch Messung von T-Zell-Epitop-Rezeptoren, die sich spezifisch gegen SARS-CoV-2 richten (IFN-γ ELISPOT-Assay zum Nachweise der zellulären Immunität).

Dies sind die einzigen Methoden, mit denen sich eine durchgemachte Infektion nachweisen lässt, denn nur diese beiden Methoden zeigen an, dass das Immunsystem sich mit dem Erreger auseinandergesetzt hat, der Organismus daran genesen und somit immun ist. Der zweite Test, der derzeit nicht als Routinemethode verfügbar ist, ist laut einer wichtigen Studie sensitiver als die Bestimmung von Antikörpern. Wahrscheinlich sind derzeit fast alle Menschen in Deutschland im Sinne des zweiten Tests genesen, da die Quote Anfang 2019 (also ein Jahr vor der Ausrufung der “COVID-Pandemie” durch die WHO) bereits bei 80 Prozent lag: Wie die Arbeitsgruppe von Prof. J. Walz zeigen konnte, waren in 80 Prozent der Blutseren, die Anfang 2019 konserviert wurden, gegen SARS-CoV-2-Epitope gerichtete T-Zellen sehr deutlich nachweisbar.

Doch das RKI erkennt keine der beiden Methoden zum Nachweis des Status “genesen” an. Vielmehr ist laut RKI nur genesen, wer innerhalb der letzten sechs Monate einen positiven RT-PCR-Test gegen SARS-CoV-2 hatte und noch lebt. Doch zeigt so ein positiver Test gar nicht, ob man gegen das Virus immun ist. Es zeigt lediglich an, dass sich ein wenig Nukleinsäure des Virus auf der abgestrichenen Schleimhaut befand. Das kann auch der Fall sein, wenn man Viruspartikel eingeatmet hat, ohne dass es zu einer Infektion gekommen ist – dies ist meist bei Immunen der Fall, kann aber auch auftreten, wenn defekte Partikel nachgewiesen werden.

Vor allem aber wurde im jeweils letzten halben Jahr nur bei einem Bruchteil der immunen Menschen ein positiver PCR-Test durchgeführt. Das liegt einerseits daran, dass sich nur ein kleiner Teil aller Menschen testen lässt, und das auch nur unregelmäßig. Vor allem liegt es aber daran, dass ein gegen das Virus immuner Mensch das Virus schon auf der Schleimhaut abwehren kann und daher erst wieder Test-positiv werden kann, wenn das Virus so stark mutiert ist, dass er seine Immunität verliert.

Der PCR-Test ist als Instrument zum Nachweis der Genesung ungeeignet, er bildet wahrscheinlich weniger als 1 Prozent der Genesenen ab (Sensitivität kleiner 1 Prozent). Das RKI setzt den Test als Kriterium an, weil bei der Verwendung des Nachweises von Antikörpern oder T-Zell-Rezeptoren schon im letzten Herbst klar gewesen wäre, dass es keinen Sinn hat, zu impfen, da damals bereits die Herdenimmunität erreicht war. Es ist jedoch offensichtlich der politische Auftrag des RKI, eine nahezu vollständige Durchimpfung der Bevölkerung zu erreichen. Das wäre mit den medizinisch korrekten Kriterien nicht möglich.

Wenn die Regierung die COVID-Restriktionen, wie von einigen Politikern bereits gefordert (siehe unten), auf 2G („genesen“ oder „geimpft“) umstellt, bedeutet dies angesichts der extrem geringen Sensitivität der RKI-Definition von „genesen“, dass wir de facto 1G bekommen („geimpft“). Ist das medizinisch sinnvoll?

Geimpft

Wer gegen SARS-CoV-2 geimpft ist, hat bei den heute zirkulierenden Virusvarianten eine kaum messbar geringere Chance, sich zu infizieren als ein Ungeimpfter, da die Impfung bereits gegen die im letzten Herbst zirkulierenden Varianten kaum wirksam war und gegen die heute vorhandenen Varianten mit Sicherheit nicht wirkt. Gegen das, wogegen sich die Massenangst richtet, den Tod an COVID, wirkt der Impfstoff auch bei den bis letzten Herbst zirkulierenden Varianten nicht. Man kann, wie auf achgut.com schon im Juni 2020 gezeigt wurde, nicht gegen den Tod impfen.

Es gibt dazu viele Behauptungen und retrospektive Beobachtungsstudien. Sie haben allesamt wissenschaftlich viel weniger Wert als die oben verlinkte Studie von Pfizer/BioNTech, doch selbst diese schwache Datenlage zeigt, dass die Impfstoffe keine Wirkung haben. Dies zeigen auch neue Untersuchungen des CDC. Leser, die sich die Studie ansehen, sollten sich klar machen, dass die berichtete, scheinbar recht gute Effektivität nur die relative Risikoreduktion für mittelschwere Verläufe abbildet. Die absolute Risikoreduktion liegt deutlich unter 1 Promille.

Es ist also medizinisch unsinnig, Geimpften gegenüber Ungeimpften den Zugang zum öffentlichen Leben zu erleichtern, da beide Gruppen dieselbe Chance haben, sich zu infizieren und die Infektion weiterzugeben.

Getestet

Wie schon erwähnt, drohen Politiker wie Karl Lauterbach oder Markus Söder nun bereits damit, aus GGG ein 2G zu machen und Tests als Voraussetzung für die Teilnahme am öffentlichen Leben nicht mehr anzuerkennen. Offensichtlich wollen sie den Impfdruck weiter erhöhen. Das ist medizinisch unsinnig, denn wer tagesaktuell mit dem hochsensitiven (aber nicht sehr spezifischen, es gibt immer wieder falsch-positive) Test negativ getestet ist, kann das Virus nicht weitergeben  – selbst wenn er sich später am Tag infizierte, bräuchte es eine Zeit, bis er Symptome entwickelte und andere infizieren könnte. Der Test ist daher die sicherste Art, eine Infektiosität auszuschließen. Allerdings muss man sich dabei klar machen, dass jeder symptomfreie Mensch nicht infektiös ist, da bei Viren, die über die Atemwege verbreitet werden, nur symptomatische Patienten genug Viruslast in den Atemwegen haben, um andere beim Husten, Schniefen, Niesen oder Ausatmen zu infizieren. Daher ist die Testung symptomfreier Menschen unsinnig.

Warum GGG gar keinen Sinn ergibt

Doch viel wichtiger als diese Überlegungen ist die Einsicht, dass das Virus nicht gefährlicher ist als der gemeine Schnupfenerreger. Es hatte im letzten Herbst eine IFR (infection fatality rate) von 0,05 Prozent wie das Rhinovirus. Inzwischen dürfte dieser Wert durch die Aberntung (im Englischen harvesting effect) altersschwacher Menschen durch das Virus im letzten Winter weiter gefallen sein. Es müssen erst wieder genug Alte heranreifen, damit das Virus in ein bis zwei Jahren wieder mehr Opfer findet. Der Wert von 0,05 Prozent IFR wurde mit Hilfe von Daten ermittelt, die gemessen wurden, bevor die internationale Impfkampagne begonnen hatte. Er erklärt sich nur durch eine einzige Tatsache: die globale Herausbildung von Herdenimmunität bis zum Herbst 2020.

Gegen einen Erreger dieser niedrigen Gefährlichkeit, gegen den längst Herdenimmunität besteht, in der praktizierten Weise vorzugehen, ist unsinnig. Wir sollten dieses Ansinnen aufgeben.


Autor: AchGut
Bild Quelle: Prefeitura Campinas, PDM-owner, via Wikimedia Commons


Mittwoch, 25 August 2021

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