Ausgestoßene der Woche: Alle in Deckung!

Ausgestoßene der Woche: Alle in Deckung!


Bei der Jagd auf missliebige Zeitgenossen wird inzwischen wie bei der Entenjagd mit Schrot geschossen. Diese Woche traf es u.a ein Aufsichtrats-Bewerber für Werder Bremen und ungeimpfte Tafelbesucher.

Ausgestoßene der Woche: Alle in Deckung!

von Kolja Zydatiss

In Bremen standen am 5. September Neuwahlen zum Aufsichtsrat des Traditionsclubs SV Werder Bremen an. Auch Oliver Harms (53), ein in Deutschland und China erfolgreicher Unternehmensberater, warf seinen Hut in den Ring und wurde in die Kandidatenliste aufgenommen. Zwei Tage vor der Mitgliederversammlung wurde er aber vom siebenköpfigen Wahlausschuss wieder von der Liste gestrichen. „Es ist ein beispielloser Vorgang in der Geschichte des SV Werder Bremen“, kommentiert der Weser Kurier

Den Anstoß für den Rausschmiss hatte ein Beitrag der linksgerichteten Ultra-Gruppierung „Infamous Youth“ gegeben. Diese Ultras unterstellten dem parteilosen Bewerber Harms Sympathien für „rechtes“ Gedankengut und Nähe zur AfD. Die Argumentation von Infamous Youth beruht darauf, dass der Unternehmensberater sich per E-Mail mit einem Kriminologen unter anderem auch über das Thema „Antifa“ ausgetauscht habe. Dabei habe sich Harms positiv auf zwei Autoren bezogen, die sich „beide großer Beliebtheit in rechten Kreisen erfreuen“. 

Der erste dieser inkriminierenden Autoren ist der Hamburger Politikwissenschaftler und ehemalige Bereitschaftspolizist Dr. Karsten D. Hoffmann, Autor von „Gegenmacht: Die militante Linke und der kommende Aufstand“ (Hess Verlag, 2020). Hoffmann war mal AfD-Politiker in Rotenburg, trat aber 2017 aus der Partei aus. Raunend führen die Ultras zu dieser Person noch ins Feld, dass sein Antifa-kritisches Buch unter anderem von dem verschwörungsideologischen Kopp-Verlag vertrieben wird (etwas, worauf ein Buchautor keinerlei Einfluss hat). Wer der zweite Autor ist, geht aus dem Beitrag von Infamous Youth nicht hervor. Harms hat mir privat mitgeteilt, dass ich es selber sei (mein Sachbuch „Cancel Culture: Demokratie in Gefahr“, Solibro Verlag, 2021, enthält ebenfalls kritische Betrachtungen zur Antifa). 

Über die Kontaktschuld zu Hoffmann (nein, weniger sogar als ein Kontakt, ein positiver Bezug in einer privaten E-Mail!) wurde Oliver Harms also erfolgreich in die „rechte Ecke“ gerückt, sein Ruf massiv beschädigt. Der Wahlausschuss hörte den Unternehmensberater zwar zunächst an, beschloss dann aber, der Argumentation der linken Gruppierung zu folgen. „In dem Gespräch konnte Herr Harms leider nicht ausreichend darlegen, dass diese aufgetauchten Zweifel an seiner Eignung vollkommen unbegründet sind“, zitiert der Weser Kurier den Vorsitzenden des Wahlausschusses Peter Eilers. Wie die Bremer Ultras überhaupt an den privaten E-Mailwechsel zwischen Harms und dem namenlosen Kriminologen herangekommen sind, bleibt unklar.

„Problematische“ Bücher aus Schulen entfernt

Eine Bücherverbrennung schockiert Kanada und die Welt. Wie verschiedene Medien, darunter die National Post und Radio Canada, berichten, ist letzte Woche ans Licht gekommen, dass der Conseil scolaire catholique Providence, eine kirchliche Betreiberin frankophoner Schulen in der kanadischen Provinz Ontario, im Jahr 2019 eine sogenannte „Flammenreinigungszeremonie“ (flame-purification ceremony) durchgeführt hat, bei der Schüler und Lehrer „aus pädagogischen Gründen“ 30 angeblich oder tatsächlich „rassistische“, „diskriminierende“ oder „klischeehafte“ Bücher gemeinsam verbrannten und die Asche nutzten, um – ziemlich pathetisch und kitschig – einen frisch gepflanzten Baum zu düngen.

Laut der Medienberichte wurden 2019 insgesamt 4.700 angeblich „problematische“ Bücher aus 30 französischsprachigen Schulen Ontarios entfernt und zu Recyclingpapier eingestampft – die Flammenreinigungszeremonie war also nur der schaurige Gipfel einer größeren Säuberungsaktion. Aussortiert wurden offenbar unter anderem der Asterix-Comic Die große Überfahrt, in dem Asterix und Obelix die nordamerikanischen Indianer besuchen, die Tim und Struppi Comics Tim in Amerika und Der Sonnentempel sowie Biografien französischer Entdecker, die Teile des heutigen Kanada erkundeten. 

Auch in Kanada ist die erste Assoziation vieler Menschen angesichts einer solchen Aktion die Bücherverbrennung der Nazis 1933 in Deutschland, auch in Kanada wird ein altes, tief empfundenes moralisches Tabu verletzt, das der deutsche Dichter Heinrich Heine bereits 1823 wie folgt ausdrückte: „Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende auch Menschen.” Die Story schlägt dementsprechend hohe Wellen. Selbst der kanadische Premierminister Justin Trudeau (Liberal Party), der sich ansonsten gerne allerlei hyperprogressiven, woken Anliegen anschließt, ist vom Vorgehen der Schulbehörde entsetzt und meint: „Ich würde niemals der Verbrennung von Büchern zustimmen.“ Oppositionsführer Erin O’Toole (Conservative Party) twitterte: „Ich verurteile die Verbrennung von Büchern aufs Schärfste.“

Möge diese befremdliche Meldung von der anderen Seite des großen Teiches ein Warnsignal sein, womit wir es bei der Woke-Bewegung zu tun haben, die mittlerweile allerlei Institutionen im Westen erobert und im Sinne ihrer Ideologie umgekrempelt hat – bis hin zu einer obskuren römisch-katholischen Schulbehörde im Südosten Kanadas: Der Wokeismus ist ein fanatischer Reinheitskult, eine neoreligiöse Erweckungsbewegung mit dem Weißsein als Erbsünde, die in etwa so viel mit einer kritisch-differenzierten Auseinandersetzung mit der durchwachsenen Geschichte des Westens zu tun hat wie die Politik Mao Zedongs mit der Sozialdemokratie Willy Brandts.

Frenetische, woke Säuberungsaktion

In Deutschland treiben indessen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), die in der sächsischen Landeshauptstadt unter anderem die vielbesuchten Sehenswürdigkeiten Zwinger mit der Gemäldegalerie Alte Meister, Kupferstichkabinett, Grünes Gewölbe und Albertinum verwalten, ebenfalls eine frenetische, woke Säuberungsaktion voran. Laut diverser ähnlich lautender Medienberichte durchkämmen Mitarbeiter seit Anfang des Jahres die rund 1,5 Millionen verschiedene Objekte umfassenden SKD-Sammlungen und benennen alles um, was auch nur annähernd als politisch inkorrekt wahrgenommen werden könnte.

Bereits im Juli meldete diese Kolumne, dass der berühmte „Mohr mit Smaragdstufe“ nun offiziell ein  „**** mit der Smaragdstufe (historische Bezeichnung)“ ist. Laut eines aktuellen Berichts der Berliner Zeitung haben die SKD inzwischen 143 Kunstwerke politisch korrekt umbenannt. Das gehe aus der Antwort auf eine kleine Anfrage eines sächsischen Landtagsabgeordneten hervor.

„Und dem Bildersturm fielen und fallen die historischen Titel teilweise weltberühmter Kunstwerke zum Opfer, die Kunsthistoriker nun vermutlich nur noch schwer in alphabetisch sortierten Verzeichnissen oder Katalogen finden“, schreibt die Berliner Zeitung. „Zum Beispiel wurde die Bronzestatuette ‚Afrikanerin mit Spiegel‘, auch als ‚Schwarze Venus‘ bekannt, umbenannt. […] Sie heißt heute einfach ‚Afrikanerin mit Spiegel‘. […] Der Titel eines niederländischen Gemäldes aus dem 17. Jahrhundert wurde etwa vom eingängigen ‚Hund, Zwerg und Knabe‘ in den sperrigen Titel ‚Hund, kleinwüchsiger Mann und Junge‘ umbenannt.“

Weitere Beispiele für Umbenennungen seien:

  • „Landschaft mit mohammedanischen Pilgern“, heute: „Landschaft mit betenden Muslimen“;
  • „Die Zigeunerin“, heute: „Frau mit Kopftuch“;
  • „Zigeunermadonna“, heute: „Madonna mit stehendem Kind“;
  • „Portrait eines dunkelhäutigen Sklaven“, heute: „Portrait eines Sklaven“.

Ein Sieg lautstarker Dauerempörter

Am 20. August war ein riesiger Shitstorm um den größten deutschen Vermarkter für Außenwerbung Ströer der Aufmacher dieser Kolumne. Das Unternehmen hatte seine Werbeflächen für eine gegen die Grünen gerichtete Kampagne zur Verfügung gestellt. Auf den Plakaten, die auf den ersten Blick wie Grünen-Wahlwerbung aussehen, stehen Begriffe wie „Klimasozialismus“, „Masseneinwanderung“, „Wohlstandsvernichtung“, „Verbote“ und „Steuererhöhung“. So eine Kampagne mit verborgener Finanzierung ist in Deutschland vollkommen legal, solange es sich ausschließlich um eine Negativ-Kampagne handelt und keine Werbung für eine bestimmte Partei gemacht wird oder einer Partei eine Verbindung zu der Kampagne nachgewiesen werden kann.

Nun hat Ströer angekündigt, keine Aufträge für politische Werbung mehr annehmen zu wollen. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit „persönlichen Anfeindungen und Drohungen gegenüber eigenen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, Boykottaufrufen gegen das Unternehmen und Sachbeschädigungen von Firmeneigentum aus verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Meinungsrichtungen“. Der Werbevermarkter könne auf dieser Basis seinen Beitrag zur politischen Meinungsbildung nicht mehr gewährleisten. So eine Meldung – faktisch ein Sieg lautstarker Dauerempörter über die Möglichkeit, auch mal polemische, zugespitzte politische Kampagnenarbeit zu betreiben, solange sie sich im Rahmen des rechtlich Zulässigen bewegt – sollte mehr als nur irgendeine Randnotiz in den Wirtschaftsnachrichten sein.

Für die Menschen ohne Covid-Impfung wird es in Deutschland immer enger. Berlin und Sachsen wollen dem Beispiel Hamburgs folgen und das sogenannte 2G-Optionsmodell einführen, wonach Gastwirte und Veranstalter von den meisten Corona-Einschränkungen befreit werden, wenn sie Einlasskontrollen durchführen und Ungeimpften den Zutritt verwehren. Ein hoher Anreiz, dem wohl viele folgen werden.

Bei den künftig auf diese Weise vom öffentlichen Leben Ausgeschlossenen handelt es sich nicht nur um Menschen, die den Covid-Impfungen aus welchen Gründen auch immer skeptisch gegenüberstehen, sondern auch, wie die Süddeutsche Zeitung bemerkt, „um Kinder unter zwölf Jahren oder Menschen mit bestimmten Erkrankungen, die gar nicht geimpft werden können.“ Für diesen Personenkreis sollten dort, wo das Optionsmodell umgesetzt wird, keine Ausnahmen gelten, hätten Entscheidungsträger wie die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) bestätigt.

Bizarre aktuelle Löschentscheidung von Facebook

In Weiden in der Oberpfalz hat der Leiter der örtlichen Tafel, Josef Gebhardt, vorgeschlagen, ab Ende Oktober nur noch Geimpfte und Genesene in die Lebensmittelausgabestellen zu lassen. Final soll das auf einer Vorstandssitzung in den nächsten Wochen entschieden werden. Gebhardt begründet seinen Vorstoß mit der Angst vieler ehrenamtlicher Helfer vor ungeimpften Kunden. Aufgrund wegbleibender verängstigter Ehrenamtlicher werde es zunehmend schwer, eine dreimalige Öffnung pro Woche zu organisieren. Der Tafel-Chef legt Ungeimpften nahe, geimpfte Stellvertreter bei den Ausgabestellen vorbeizuschicken. (Quelle: Onetz)

Achgut.com-Autor Joachim Nikolaus Steinhöfel weist auf seiner Webseite auf eine bizarre aktuelle Löschentscheidung von Facebook hin. Steinhöfel hatte am 7. September auf seiner privaten Facebook-Seite einen Screenshot von einem Taliban-Protagonisten veröffentlicht, und dazu gewitzelt: „Na das ist ja was. Jetzt ist [Hassan] Salihamidžić nicht mehr Sportvorstand des FC Bayern, sondern Regierungschef in Kabul.“ Ein Nutzer namens Andrej Görzen verbreitete dieses Posting des Hamburger Rechtsanwalts in der Gruppe „Auf geht’s Bayern kämpfen und siegen“, die knapp 35.000 Mitglieder hat, weiter, ergänzt um die eigene Bemerkung: „nicht ernst gemeint… der sieht ihm aber verdammt ähnlich.“

Prompt wurde Görzen von Facebook sanktioniert: Das Posting in der Bayern-Gruppe wurde gelöscht und dem Nutzer wurde für 30 Tage verboten, live zu gehen und Werbung zu schalten, denn das soziale Netzwerk wertete obigen Inhalt allen Ernstes als Unterstützung „gefährlicher Personen und Organisationen“. Beim Urheber Steinhöfel wurde das Posting aus unerfindlichen Gründen nicht beanstandet und ist bis heute online. Andrej Görzen wird in seinem Rechtsstreit mit Facebook in dieser Angelegenheit von Steinhöfels Initiative „Meinungsfreiheit im Netz“ unterstützt.

In Großbritannien hat das Ensemble English National Touring Opera entschieden, die Hälfte seiner Orchestermusiker zu entlassen, weil die weißen Musiker den eigenen Vielfaltskriterien nicht entsprechen. Stattdessen sind zwölf neue Instrumentalisten engagiert worden. „Die English National Touring Opera beschäftigt im Orchester nur freischaffende Musiker“, erklärt die FAZ. „Viele derer, die jetzt fallen gelassen worden sind, arbeiten nach Auskunft der Musikergewerkschaft allerdings seit zwanzig Jahren oder mehr regelmäßig für das Ensemble.“ Der Arts Council, der in Großbritannien für die Verteilung des staatlichen Kulturetats zuständig ist, habe sich von dem Schritt der Touring Opera distanziert und eine Überprüfung angekündigt. Die English National Touring Opera bringt seit 1979 Oper in die Regionen Englands und wird mit rund 1,78 Millionen Pfund im Jahr vom Steuerzahler subventioniert.

Im zarten Alter von 14 „Bezug auf sexuelle Orientierung“

Ebenfalls in Großbritannien wird die Parlamentsabgeordnete Rosie Duffield diesmal nicht an dem jährlichen Parteitag ihrer Partei Labour teilnehmen. Die sozialdemokratische Politikerin engagiert sich für feministische Anliegen und lehnt vor diesem Hintergrund die Transgender-Ideologie ab. Sie schreibt Dinge wie „nur Frauen haben einen Gebärmutterhals“ oder „Die Selbstidentifizierung [als Frau, Anm. d. Red.] kann kein Freifahrtschein für biologische Männer sein, geschützte Räume für biologische Frauen zu betreten.“ Sowas finden einige Transgender-Bewegte in ihrer Partei ganz schlimm.

Duffields diesbezügliche Äußerungen waren bereits Gegenstand einer parteiinternen Untersuchung; LGBT+ Labour, die Organisation von lesbischen, schwulen, bisexuellen und Transgender-Aktivisten in der Labour Partei, fordert ihren Ausschluss aus der Parlamentsfraktion. Ominös teilt die Politikerin nun auf Twitter mit: „Die meist männlichen Aggressionen und Beschimpfungen in diesem Zusammenhang haben dazu geführt, dass sich meine persönlichen Sicherheitsvorkehrungen geändert haben...“ (Quelle: Spiked)

Der englische Fußballverband FA hat gegen den 23-jährigen Marc Bola ein Disziplinarverfahren wegen „schwerwiegenden Fehlverhaltens“ eingeleitet. Es geht um einen Tweet den Bola, Abwehrspieler beim Zweitligisten FC Middlesbrough, im Jahr 2012, also im zarten Alter von 14 Jahren, abgesetzt haben soll, und der einen „Bezug auf die sexuelle Orientierung“ enthalten habe. Mehr wissen wir nicht, der Spieler löschte den alten Tweet, bevor die Medien die Geschichte aufgriffen. Bola hat nun bis zum 20. September Zeit, um zu dem Vorwurf offiziell Stellung zu beziehen. (Quelle: News Chain)

In den USA freute sich der Chef des Computerspielentwicklers Tripwire Interactive über ein neues Gesetz in Texas, welches fast alle Schwangerschaftsabbrüche verbietet. Er sei „stolz“ auf das neue Gesetz, schrieb John Gibson vor wenigen Tagen auf Twitter. Nun hat das Unternehmen in einer Stellungnahme mitgeteilt, dass der CEO zurückgetreten ist. Gibson habe seine eigene Meinung kundgetan, und nicht die von Tripwire Interactive, führt das Unternehmen weiter aus. „Seine Bemerkungen missachteten die Werte unseres gesamten Teams, unserer Partner und eines Großteils unserer breiteren Community.“ Zuvor hatten sich bereits einige Führungskräfte des Unternehmens von den Aussagen ihres CEOs zur Abtreibungsdebatte distanziert. Auch das Unternehmen Shipwright Studios, das bisher mit Tripwire zusammenarbeitete, kündigte an, seine dreijährige Partnerschaft vor dem Hintergrund dieser Äußerungen beenden zu wollen. Tripwire hat unter anderem den Titel „Maneater“ entwickelt, in dem Spieler in die Rolle eines Bullenhais schlüpfen können, und ist Herausgeber des mittelalterlichen Kampfspiels „Chivalry 2“. (Quelle: Spiegel)

Karrierepläne faktisch zunichte gemacht

Im US-Bundesstaat Oregon kämpft die Krankenschwesterschülerin Kaylyn Willis um ihren Studienplatz am Umpqua Community College. Willis sollte für ein Seminar eine Hausarbeit darüber verfassen, „wie eine Person mit einer chronischen Krankheit auf den plötzlichen und unerwarteten Verlust eines Unterstützungssystems reagieren könnte“. Sie reichte ein imaginäres Szenario über eine an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) erkrankte Frau ein, die ihren Ehemann, der sie pflegt, totschießt. Die Seminararbeit war inspiriert von der Medienberichterstattung über einen realen Fall, in dem ein Mann, der seine Frau und seine Schwägerin getötet hatte, von einem Geschworenengericht in Wisconsin für nicht rechtsfähig befunden wurde, weil er an ALS-bezogenen psychischen Problemen litt.

Das College vertritt die Position, die Arbeit sei „unsensibel“ und verstoße gegen die Richtlinien bezüglich „unehrlichen, respektlosen oder störenden Verhaltens“. Die Studentin habe nicht berücksichtigt, was für Auswirkungen ihr Text haben könnte, insbesondere vor dem Hintergrund vergangener Ereignisse am Umpqua Community College (2015 fand dort ein tödlicher Amoklauf statt). Willis bleibt von dem Studiengang ausgeschlossen und darf sich nicht auf andere Krankenpflegekurse in ihrem Bundesstaat bewerben, was ihre Karrierepläne faktisch zunichte macht. Sie wird in ihrem Rechtsstreit mit dem College von der Stiftung Foundation for Individual Rights in Education (FIRE) vertreten, die den Fall auf ihrer Webseite publik macht.

Im superwoken Kalifornien sind indessen die Unterlagen für eine neue „Antirassismus“-Initiative des Suchmaschinengiganten Google durchgestochen worden. Die Dokumente sind voll von den Thesen der Critical Race Theory. Die Mitarbeiter des Konzerns sollen künftig unter anderem lernen, dass die USA ein „System der weißen Vorherrschaft“ sind und dass alle Amerikaner „zum Rassismus erzogen“ werden. Christopher F. Rufo vom konservativen City Journal hat die Unterlagen alle durchgelesen, damit wir Normalbürger uns das nicht antun müssen, und bemerkt treffend„Die Wahrheit ist, dass ein Unternehmen wie Google nur in den Vereinigten Staaten so erfolgreich sein konnte und dass die USA trotz aller Schwächen die toleranteste, gastfreundlichste und vielfältigste Gesellschaft der Menschheitsgeschichte ist. Google, das die besten und klügsten Köpfe aus der ganzen Welt angezogen hat, sollte es besser wissen.“

Und damit endet der wöchentliche Überblick des Cancelns, Empörens, Strafens, Umerziehens, Ausstoßens, Zensierens, Entlassens, Verklagens, Einschüchterns, Politisierens, Umwälzens und Kulturkämpfens. Bis nächste Woche!

erschienen auf Achgut


Autor: Achgut
Bild Quelle: Archiv


Samstag, 18 September 2021

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