Die Wahl der Qual

Die Wahl der Qual


Die öffentlich inszenierte Dramatik kurz vor der Bundestagswahl kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in unserem postdemokratischen Zeitalter bei Wahlen letztlich um gar nichts geht.

Die Wahl der Qual

Von Ramiro Fulano

Meine Damen und Herren jederlei Geschlechts, zuerst die gute Nachricht: Es ist völlig egal, wen Sie am 26. September wählen. Und jetzt die schlechte Nachricht: Sie bekommen in jedem Fall einen Politiker (m, w, d) vorgesetzt.

Aber weil vor der Wahl nach der Wahl ist, und ich am 26. September auch noch was Besseres vorhabe, an dieser Stelle schon mal mein Kommentar zum voraussichtlichen Ergebnis.

Die SPD wird die stärkste Fraktion. Denn wenn man sich außer auf die Steuer in Krautland auf irgendwas verlassen kann, dann auf den soliden sozialkleptokratischen Instinkt des gehobenen deutschen Kleinbürgertums.

Und damit wird erst dann ein Ende sein, wenn selbst die dümmsten anzunehmenden Sozialdemokraten (m, w, d) begriffen haben, dass Vater Staat ihnen nichts zurückgeben kann, was er ihnen nicht vorher weggenommen hat.

Insofern kann man Genosse Olaf schon mal dazu gratulieren, dass er den Karren aus dem Dreck ziehen soll, in den seine Partei ihn zusammen mit Frau Dr Marxel und ihrer Blockflöten-Partei hineingefahren hat.

Womit wir auch schon beim größten Kanzler aller Zeiten wären, der keiner wurde: Herr Laschet, der Leibniz-Keks von Düsseldorf. Ein Name, den man sich schon jetzt nicht mehr merken muss (vor allem aber nicht mehr merken möchte).

Natürlich ist es nicht alles seine Schuld. In gefühlten 100 Jahren Marxelismus ist es einsam geworden um die Union. Da helfen auch lustige Streiche aus Bayern nicht. Man fragte sich ja nicht erst seit der von der "Mehr Europa!"-Partei völlig vergeigten Reaktion auf die Corona-Krise, was das Christliche an der Union sein soll - dass man sich gegenseitig die Masken-Deals zuschusterte? Oder dass man noch nicht mal eine handelsübliche Impfstoff-Bestellung wuppen konnte?

Was sich da nach der Wahl im Paralleluniversum der Berufspolitik entfalten wird, werden die Überreste eines explodierten Sterns sein. Und wie aus jeder Supernova könnte sich auch aus den Trümmern der Union in ferner Zukunft vielleicht noch einmal intelligentes Leben entwickeln.

Das wird den Genossen Merz nicht davon abhalten, am Montag nach der Wahl auf die rauchenden Trümmer zu springen und sein nominell konservatives Kikeriki anzustimmen - ob das ein Sirenen- oder ein Schwanengesang wird, entscheiden natürlich Sie, liebe Wählerinnen und Wähler.

Und damit zu den Ökopathen. Ökologisch korrekt ist bekanntlich, wenn die idealtypische Gesamtrentnerin jederlei Geschlechts den Gürtel noch enger schnallen muss, um selbsternannten linksalternativen Pseudo-Eliten das E-Auto, die Solaranlage und die überteuerte Eigentumswohnung in Szene-Lage zu finanzieren - und vom Staatsfunk dafür auch noch als "Umweltsau" (WDR) beschimpft wird.

Die Zeiten, in denen es bei den Grünen um Umwelt- und Naturschutz ging, sind seit mindestens 20 Jahren vorbei. Inzwischen handelt es sich bei den Ökopathen in ihrer aktuellen Reinkarnation um nichts anderes als einen arroganten und selbstgefälligen Selbstbedienungs- und Lobbyismusladen - eine Tatsache, die nur bei jahrzehntelanger Gehirnwäsche nicht weiter auffällt.

Darf so etwas mit Regierungsverantwortung belohnt werden? Ich denke, nein. Das ändert aber leider auch nichts.

Und schließlich: Herr Lindners lustige Laienspielschar. Gesellschaft ist toll, wenn bloß die Leute nicht wären. So in etwa das "politische" Programm der Liberalen in ihrer Funktion als wahrscheinliche Königsmacher. Keine schlechte Lage für eine Partei, die eigentlich niemanden mag - nicht mal ihre Wählerinnen und Wähler.

Was andererseits auch ganz entspannt ist, denn Politikerinnen jederlei Geschlechts, die toll gefunden werden wollen (und sei es auch nur, weil sie sich keine vernünftige Psychotherapie leisten können) gibt es schon genug in Krautland.

Und schließlich: Nach einer Legislaturperiode hirnloser Opposition würde die AfD sich nun mit der ehemaligen SED-Partei einen spannenden Wettkampf um den letzten Platz liefern. Als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet. Das Geld für die Bundestagsabgeordneten hätte man in diesen beiden Fällen auch besser anlegen können.

Aber es ist letztlich völlig egal, wem Sie Ihr Vertrauen schenken - die wirklich wichtigen Entscheidungen finden auch in den nächsten vier Jahren ohne Sie statt. Freuen Sie sich stattdessen lieber auf einen schönen Herbstspaziergang ins Wahllokal und auf die Aussicht, dass dem Altweibersommer der deutschen Sozialdemokratie unweigerlich Väterchen Frust folgen wird. Und denken Sie daran: Der Staat hat nur das Geld, das wir ihm geben (unter Strafandrohung). Mit etwas großzügig zu sein, was einem nicht gehört, fällt indes jedem leicht. 


Autor: Ramiro Fulano
Bild Quelle: Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Sonntag, 19 September 2021

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