Die CDU als Titanic und die Wahl als Eisberg

Die CDU als Titanic und die Wahl als Eisberg


Angesichts der gesammelten Peinlichkeiten ihres Spitzenkandidaten steht zu vermuten, dass uns die Union mit ihrer historischen Wahlniederlage vor großem Schaden bewahrt hat. Wenn man als Bundeskanzler in spe nicht mal weiß, wie man einen Wahlschein richtig faltet, bevor man ihn in die Urne steckt, ist das vielleicht bloß peinlich.

Die CDU als Titanic und die Wahl als Eisberg

Von Ramiro Fulano

. Aber wenn man sich nach dem Verlust rund eines Viertels seiner Wählerinnen und Wähler im Konrad-Adenauer-Haus vor die Presse stellt und davon fantabuliert, man habe einen „klaren Regierungsauftrag“ erhalten, drängt sich der Eindruck auf, man wüsste nicht, dass 24,1 % weniger sind als 25,7 %. Und 196 Mandate weniger als 206. Wenn Armin Laschet die Antwort sein sollte - was war dann noch mal die Frage?

Und ja, das voraussichtliche Endergebnis der Bundestagswahl ließ sich diesmal den Hochrechnungen vom ZDF bereits zu diesem Zeitpunkt recht genau entnehmen. Sie haben keinen „klaren Regierungsauftrag“, sondern eine klare Klatsche erhalten, Herr Laschet. Wobei mir 24,1 % für das, was die Union in den letzten beiden Legislaturperioden so abgeliefert hat, noch großzügig erscheint. Insofern kann man nur froh sein, dass uns weitere Kaspereien mit dem Leibniz-Keks von Düsseldorf erspart bleiben und Herr Laschet sich nun seinem baldigen Ruhestand entgegenstoffwechselt. Denn dass er nach diesem Debakel noch mal MP von NRW wird, ist glaube ich eher ungewiss.

Frau Dr. Marxel, gegen die jetzt auch in der Union auf einmal immer schon „alle“ waren, hat ihren Kampfauftrag aus der Diktatur des Proletariats weitgehend erfüllt: Vernichten Sie die CDU! Ob aus den rauchenden Trümmern noch einmal intelligentes Leben entsteht, ist fraglich. Das wird sich frühestens in einigen Jahren zeigen. Bemerkenswert sind allein die Plötzlichkeit und der Inbrunst, mit denen in der Union jetzt - ex post factum - „alle“ gegen „Mutti“ meutern, nachdem sie sich 16 Jahre lang von ihr politisch durchfüttern ließen. Es ist dies ein beredtes Zeugnis der menschlichen Reife der deutschen Christdemokratie.

Vor diesem Hintergrund ist am SPD-Wahlsieg wenig überraschend. Es ist der Partei offensichtlich gelungen, die (reichlich vorhandenen) negativen Folgen von 12 Jahren Gro-Ko auf den politischen Gegner zu projizieren, sich deren geringe Errungenschaften (mir fallen keine ein) aber selbst unter den Gürtel zu stecken. Natürlich darf man davon ausgehen, dass irgendwelche ambitionierten Sozialkleptokraten jederlei Geschlechts bereits begonnen haben, am Sessel ihres Kanzlerdarstellers zu sägen, als die ersten Hochrechnungen vorlagen. Was Hinterhältigkeit, Niedertracht, Neid und Gemeinheit angeht, macht den Genossinnen und Genossen niemand etwas vor. Sie nennen das übrigens Solidarität - das ist, wenn eine Hand die andere wäscht und beide schmutzig bleiben.

Aber die SPD wird sich in den kommenden Jahren nicht nur mit sich selbst beschäftigen wollen, sondern vielleicht auch mit dem einen oder anderen praktischen Problem. Akut ist da zunächst mal die Sanierung der corona- bzw. lockdown-bedingt in Schieflage geratenen öffentlichen Haushalte erwähnenswert. Verglichen damit ist die Sanierung des dauermaroden Staatskonzerns Deutsche Bahn AG ein Klacks. Die Prognose: Das wird teuer. Vater Staat kann Euch auch nichts geben, was er Euch nicht vorher weggenommen hat, Genossen.

Wenigstens bekommt man zum Mehrpreis bei den Sozialkleptokraten lustige Leute zu sehen: Frau Esken, die Vorsitzende mit dem Charme eines Empfangsdrachens in einem chinesischen Arbeitslager. Herr Lauterbach, der Corona-Papst, der vermutlich mit Maske ins Bett geht. Der hatte wirklich eine gute Pandemie, denn ohne Covid-19 würde ihn immer noch keiner kennen. Ein Glück, dass diese Leute im Ernst nichts zu sagen haben und alle wirklich wichtigen Entscheidungen von der EU in Brüssel gefällt werden.

Hinsichtlich möglicher Koalitionen ist aus Sicht der SPD vermutlich die Ampel die erste, die Gro-Ko die zweite Option. Sodass also nicht nur Herr Lindners liberale Asympathen, sondern auch viele der dümmsten Akademiker der Welt mit Regierungsverantwortung belohnt werden dürften. Insofern kommt dann auch, wer gerne lacht, wieder auf seine oder ihre Kosten - wenn uns nämlich Annalena Baerbock in ihrer Funktion als linksalternative Loriot-Frau mal wieder über die Kobolde in den Elektroautos aufklärt. Und darüber, wie schwierig es gerade für sie ist, ihre Steuererklärung und ihren Lebenslauf zu verstehen. Statt ihre Genossinnen und Genossen gegeneinander auszuspielen, könnte die deutsche Sozialkleptokratie ihr Lieblingshobby doch mal an ihren Koalitionspartnern ausprobieren.

Was ist nicht verstehe, ist die Aufregung des linken Establishments über die AfD. Solange diese Partei existiert, wird es in Krautland nie wieder eine sogenannte bürgerliche Mehrheit (also eine rechts der Mitte) geben - was ist so schlecht daran? Und apropos Polit-Sekte: Die PDS ist nur noch dank ihrer Direktmandate im Bundestag vertreten. Hätte keinen Besseren passieren können.

Vor dem Hintergrund von 16 Jahren Marxelismus kann man sich nur dazu beglückwünschen, dass der politische Regelbetrieb bald wieder auf dem Niveau einer Schlammschlacht im Waldorf-Kindergarten angekommen sein wird. Politik ist nun mal Showbusiness für hässliche Leute. Nur würde man hoffen, dass die Amtszeit eines Bundeskanzlers (m, w, d) in Zukunft auf zwei oder drei Legislaturperioden begrenzt bleibt. Das wäre auch im Interesse der Union, aber so weit kann man bei der nominell konservativen Partei wahrscheinlich nicht mehr denken.


Autor: Ramiro Fulano
Bild Quelle: Tetzemann, CC0, via Wikimedia Commons


Montag, 27 September 2021

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