NewsGuard: How dare you!

NewsGuard: How dare you!


Eine private Organisation, die am Rockzipfel obskurer Firmen hängt, die ihrerseits um Investoren werben, tritt in die Fußstapfen der 1945 aufgelösten Reichsschrifttumskammer. Hiermit stellen wir jeden Umgang mit den Riesenzwergen von NewsGuard ein.

NewsGuard: How dare you!

Von Henryk M. Broder

Alles, was man über das auch in Deutschland tätige US-Unternehmen NewsGuard – frei übersetzt: Hüter der Nachrichten – wissen muss, hat Stefan Frank in einer fünfteiligen Serie auf Achgut zusammengefasst. 

Man könnte sagen, NewsGuard versteht sich als eine Art Kläranlage; sie filtert die toxischen Elemente aus der Kanalisation raus und schickt das gereinigte Wasser zurück in das Kapillarsystem der Wasserwerke, die es an die Verbraucher verteilen.

Wesentlich näher an der Wirklichkeit wäre eine andere Lesart. NewsGuard hat sich selbst als private Zensurbehörde autorisiert. Das Geschäftsprinzip von News-Guard nennt man in den USA „Racketeering“; gut organisierte Gangs bieten Firmen und Geschäften, vorzugweise Clubs und Restaurants, ihren „Schutz“ an, natürlich gegen eine „Gebühr“, deren Höhe vom Umsatz des jeweiligen Etablissements abhängt. 

Die „Schutzgelderpressung“ war zu Zeiten der Prohibition eine beliebte Methode der Gewinnmaximierung bei minimalem Einsatz. Der Aufbau einer glaubwürdigen Drohkulisse genügte, um der Zahlungsbereitschaft auf die Sprünge zu helfen. Heute steht nicht „Entglasung“ als Drohung im Raum, sondern die Zerstörung der wirtschaftlichen Existenz durch Rufmord. Die Idee ist die gleiche, nur die Methoden sind subtiler geworden.

So maßgeblich wie der Wasserstand der Altmühl 

NewsGuard schickt keine Inkasso-Spezialisten los, Gorillas in dunklen Anzügen, sondern Mails an die Anbieter von Internet-Seiten. Diese werden in einem höflichen Ton darüber informiert, dass sie Inhalte verbreiten, die NewsGuard anstößig findet, Beiträge über den menschengemachten Klimawandel oder die der Corona-Pandemie. Und so geriet auch Achgut in das digitale Fadenkreuz von NewsGuard. Den daraus folgenden Briefwechsel haben wir hier dokumentiert.

Anders als beim klassischen Racketeering-Geschäft kann man sich bei NewsGuard nicht freikaufen. Man hat nur die Wahl zwischen Nachgeben und die anstößigen Inhalte im Sinne der Anstoßnehmer „nachbessern“ oder – die Abmahnung ignorieren. Auch auf das Risiko hin, dass Leser und/oder Anzeigenkunden abspringen. Wir sollten deswegen den Einfluss von NewsGuard nicht überschätzen. Möglich, dass eine negative Bewertung von NewsGuard für das betroffene Objekt so maßgeblich ist wie der Wasserstand der Altmühl auf den Kurs der VW-Aktie an der Börse in New York. Wir wissen es nicht. Und darauf kommt es nicht an.

Was zählt, ist dies: Eine private Organisation, die am Rockzipfel obskurer Firmen hängt, die ihrerseits um Investoren werben, tritt in die Fußstapfen der 1945 aufgelösten Reichsschrifttumskammer. Wobei wir davon ausgehen, dass die von NewsGuard rekrutierten Fachkräfte keine Ahnung haben, wessen Erbgut sie verwalten. Unsere Erfahrungen im Schriftverkehr mit den Guardisten bestätigen diese Vermutung.

Es ist eine Zumutung, sich gegen Beschuldigungen und Unterstellungen verteidigen zu müssen, die allein von der Arroganz und Inkompetenz ihrer Absender zeugen.

Hiermit stellen wir jeden Umgang mit den Riesenzwergen von NewsGuard ein. Und rufen ihnen mit vorzüglicher Verachtung zu: How dare you!


Autor: Henryk M. Broder:
Bild Quelle: Redoubleyou, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Dienstag, 30 November 2021

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