Ausgestoßener der Woche: Hahn im Korb

Ausgestoßener der Woche: Hahn im Korb


Der Cicero hatte einen Bericht von Mathias Brodkorb veröffentlicht, der sich unter weiblichem Pseudonym auf das virtuelle Lesben-Frühlings-Treffen geschmuggelt hatte. Dafür gab es nun eine Rüge des Presserates.

Ausgestoßener der Woche: Hahn im Korb

von Kolja Zydatiss

Das erste Lesben-Frühlings-Treffen (LFT) fand 1974 am Pfingstwochenende in Westberlin statt. Das jährliche Festival gilt mittlerweile als das größte und bekannteste nichtkommerzielle Treffen von Lesben in Deutschland und Europa. Im Mai diesen Jahres stand das LFT allerdings im Zentrum einer heftigen Kontroverse (ich berichtete in dieser Kolumne). Claudia Bernhard (Linke), Frauen-Senatorin in Bremen, von wo aus das Festival 2021 Corona-bedingt virtuell übertragen wurde, zog abrupt ihre Schirmherrschaft für die Veranstaltung zurück und strich einen Zuschuss in Höhe von 9.000 Euro. Die Magnus-Hirschfeld-Stiftung sowie viele weitere Initiativen und Organisationen aus der Welt des LGBT-Aktivismus distanzierten sich öffentlich. Medien wie taz und Queer.de droschen auf das LFT ein, die Organisatorinnen wurden im Netz unter anderem als „faschistoid“ und „menschenverachtend“ beschimpft.

Grund für die ganze Aufregung war die Tatsache, dass es in sechs der insgesamt rund 50 Workshops, Vorträge und Diskussionen auf dem LFT um das Thema „Transgender“ gehen sollte. Dabei wollen sich einige Referentinnen auch mit Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Trans-Aktivismus beschäftigen, die aus ihrer Sicht problematisch sind, etwa dem Druck, dem Lesben ausgesetzt seien können, wenn sie erklären, nicht mit körperlich biologischen Männern Sex haben zu wollen, die sich „als Frauen definieren“.

Der SPD-Politiker Mathias Brodkorb (44), Ex-Finanz- und Bildungsminister von Mecklenburg-Vorpommern, wollte sich das alles mal genauer anschauen. Sein unter Klarnamen vorgebrachtes Anliegen, das LFT als akkreditierter männlicher Journalist besuchen zu dürfen, der sich im Kontext des Festivalwochenendes spontan als „frauenliebende Frau“ fühle, wurde erwartungsgemäß (freundlich) abgelehnt. Die Anmeldung als Teilnehmerin „Uschi“ über die Internetseite funktionierte allerdings problemlos.

Reibungsloser als von Brodkorb erwartet, verlief auch das virtuelle Festival selbst. Lediglich ein Hackerangriff auf die Internetseite des LFT habe kurzzeitig für Irritationen gesorgt, schreibt der Politiker. Lesenswert ist Brodkorbs Bericht über das Festivalwochenende aber trotzdem: Teils Rumalberei, teils ernsthafte Auseinandersetzung mit dem heiklen Thema „geschlechtliche Selbstzuordnung“, teils gelungener Seitenhieb auf FDP und Grüne, die für ein vermeintliches Recht auf letztere via bloßem Sprachakt kämpfen (im Fall der Grünen sogar schon ab 14 Jahren).

Wegen der Veröffentlichung dieses Beitrags ist das Magazin Cicero nun vom Deutschen Presserat wegen Verstoßes gegen die Grenzen und Grundsätze der Recherche nach Ziffer 4 in Verbindung mit Richtlinie 4.1 des Pressekodex offiziell gerügt worden. In der Begründung heißt es, die veröffentlichte Berichterstattung enthalte keine Informationen von öffentlichem Interesse, die die verdeckte Recherche rechtfertigten. Eine Rüge ist das härteste Sanktionsmittel des Deutschen Presserats, eine ernste Angelegenheit in einem Land, in dem es keine Zensurbehörden und auf Bundesebene auch kein Pressegesetz gibt, und die Medien sich über eine Art Ehrenkodex selbst kontrollieren.

Umso trauriger, dass man hier den Eindruck einer ideologischen Instrumentalisierung gewinnt. Die Begründung des Presserates wirkt arg vorgeschoben. Es scheint, als ob Medium und Autor abgestraft werden, weil Letzterer beim modischen Anliegen „geschlechtliche Selbstzuordnung“ Sympathien mit der „falschen“ Seite hat, also mit den „traditionellen Lesben“, wie Brodkorb es selbst ausdrückt, die sich von den immer aggressiver auftretenden Aktivisten der Transszene zunehmend unter Druck gesetzt und bedroht fühlen. Lesen Sie hier Brodkorbs Stellungnahme zu den Vorwürfen des Presserats (nach unten durchscrollen).

„Das Individuum mit einem Penis, das dich vergewaltigt hat, ist eine Frau“

Auch eine weitere, noch bekanntere Prominente hat diese Woche Ärger wegen ihrer Positionierung in der Transgender-Debatte bekommen. Die Rede ist von der Harry-Potter-Schöpferin J. K. Rowling, bei diesem Thema eine Wiederholungstäterin. Die Schriftstellerin twitterte anlässlich einer aktuellen Ankündigung der schottischen Polizei, Vergewaltigungen künftig als von einer Frau begangen zu registrieren, wenn der Täter sich selbst als Frau „identifiziert“, einige kritische Bemerkungen, darunter die „1984“-Anspielung: „Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Das Individuum mit einem Penis, das dich vergewaltigt hat, ist eine Frau.“

Wenig überraschend steht Rowling jetzt im Zentrum eines Social-Media-Shitstorms. Einige Medien treten mit Beiträgen nach, deren rufschädigende Absicht schon aus den Überschriften klar wird, darunter The Advocate („J.K. Rowling sendet erneut transphobische Tweets“), Us Weekly („J.K. Rowling verärgert Fans mit einem weiteren Anti-Trans-Tweet“) und The Independent („JK Rowling twittert weiter und wir fragen uns weiter, warum“).

Zum „Gender-Training“ verdonnert

Eine weitere Transgender-Häretikerin ist die preisgekrönte britische Choreographin Rosie Kay. Sie wurde vor zwei Wochen aus der berühmten Tanzkompanie gedrängt, die sie 1998 gegründet hatte. Vorgefallen war Folgendes: Kay hatte einige ihrer Mitarbeiter zum Abendessen zu sich nach Hause eingeladen. In diesem Rahmen kündigte sie an, dass ihr nächstes Ballett auf Virginia Woolfs Roman „Orlando“ basieren würde, in dem es um einen Aristokraten geht, der sein biologisches Geschlecht wechselt und hunderte Jahre alt wird. Dies führte zu einer emotionalen Diskussion über den Unterschied zwischen Geschlecht und Gender. Kay forderte einige der anwesenden Tänzer, die sich als „nicht-binär“ identifizierten, auf, diesen Begriff zu definieren, und verteidigte die Existenz von reinen „Frauenräumen“, etwa in Fitnessstudios, Schwimmbädern oder Gefängnissen.

Nach der Party beschwerten sich vier der jungen Tänzer beim Kuratorium der Tanzkompanie. Die „Orlando“-Inszenierung wurde abrupt abgesagt. Kay wurde gezwungen, sich zu entschuldigen, und man verdonnerte sie zu einem sogenannten „Gender-Training“. Außerdem beauftragte das Kuratorium einen externen Personalberater mit der Untersuchung von Kay.

Zunächst sah es so aus, als sei die Sache damit erledigt, doch Kays zerknirschte Entschuldigung wirkte auf die Beschwerdeführer nicht aufrichtig genug. So wurde sie schließlich vom Kuratorium rausgeschmissen. Selbst die Tatsache, dass Kay mit den Medien über ihre Lage sprach, wurde von ihren Anklägern als eine Form der Aggression dargestellt. Sie behaupten, dass Kay damit ihre Sicherheit gefährdet und möglicherweise ihrer Karriere geschadet habe. (Quellen: The TelegraphSpiked)

Geschminkt neben prominenten Dragqueens

Auch in den USA gab es diese Woche einen Transgender-Streit, in diesem Fall waren allerdings nicht selbsterklärte Linke, die sich als kulturelle Avantgarde fühlen, die Canceller, sondern intolerante Konservative. Craig Duke (62), seit drei Jahrzehnten methodistischer Pfarrer im Bundesstaat Indiana, zog sich hochhackige Stiefel, eine rosafarbene Perücke und ein paillettenbesetztes Kleid an und trat grell geschminkt neben prominenten Dragqueens in der HBO-Reality-Serie „We’re Here“ auf. Er wollte damit nach eigener Aussage ein Zeichen für Inklusivität setzen und seine 23-jährige Tochter Tiffany unterstützen, die sich als pansexuell identifiziert.

Den Auftritt fanden einige Gemeindemitglieder mit traditionellerer Orientierung empörend, um nicht zu sagen satanisch, und bombardierten Duke mit wütenden E-Mails. Das nahm den Pfarrer so mit, dass er sich an seinen regionalen Vorgesetzen, Mitch Gieselman, wandte und um die Entbindung von seinen pastoralen Pflichten bat. Duke muss nun mit seiner Familie bis zum 28. Februar aus dem Pfarrhaus ausziehen, dann wird auch seine Bezahlung eingestellt. Formal gefeuert worden ist er nicht, Gieselman betonte, dass Duke keinerlei Verletzungen des Verhaltenskodexes für methodistische Geistliche vorgeworfen werden. (Quellen: BILDSpiegel)

Verpflichtung, sich „integer und professionell“ zu verhalten

In Neuseeland haben sich vor einigen Monaten sieben prominente Angehörige und ehemalige Angehörige der University of Auckland in einem offenen Brief gegen Bildungsreformpläne einer von der Regierung eingesetzten Arbeitsgruppe ausgesprochen. Letztere hatte empfohlen, die Schöpfungsmythen der indigenen Bevölkerung Neuseelands (Maori) und naturwissenschaftliche Erkenntnisse in den Schulen des Landes als gleichwertig zu behandeln.

Zu den Verfassern des Briefes „Zur Verteidigung der Wissenschaft“, der im Juli dieses Jahres veröffentlicht wurde, gehörten laut Daily Mail der Biochemiker Prof. Garth Cooper, der Philosoph Prof. em. Robert Nola und der Psychologe Prof. em. Michael Corballis – alle drei Mitglieder der nationalen Akademie der Wissenschaften Royal Society of New Zealand, beziehungsweise ehemalige Mitglieder, denn Corballis ist Mitte November überraschend verstorben.

Den beiden anderen Männern droht nun laut Daily Mail der Rausschmiss aus der Akademie der Wissenschaften. Ihnen werden neun Verstöße gegen den Kodex der Royal Society für Berufsstandards und -ethik vorgeworfen, darunter Missachtung der Verpflichtung, sich „integer und professionell“ zu verhalten. Die Beschuldigten bringen zu ihrer Verteidigung vor, dass ihre Äußerungen vom neuseeländischen Bildungsgesetz geschützt seien, welches Wissenschaftlern und Studenten ausdrücklich die Freiheit gibt, „kontroverse oder unpopuläre Meinungen zu äußern“ sowie „überlieferte Weisheiten zu hinterfragen“.

„Klare, unmissverständliche Distanzierung“

Der deutsche Theologe und katholische Kardinal Gerhard Ludwig Müller, vormals Bischof von Regensburg und Chef der einflussreichen Vatikan-Behörde Kongregation für die Glaubenslehre, hat diese Woche mit Äußerungen zur Coronakrise für Empörung gesorgt. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warf Müller die Verbreitung „absurder, antisemitischer Verschwörungsmythen“ vor und forderte von der Katholischen Kirche eine „klare, unmissverständliche Distanzierung“. Auch der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz (CER), Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, forderte den Vatikan und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) auf, „sich von solchen kruden Aussagen und Positionen klar [zu] distanzieren.“

Der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle (CSU) gab zu Protokoll: „Kardinal Müller hat antijüdische Klischees bedient und macht antisemitische Gedanken bei manchen Gläubigen hoffähig.“ Auch der Antisemitismusbeauftragte von Baden-Württemberg, Michael Blume (CDU), schaltete sich in die Debatte ein und warf Müller die Verbreitung von antisemitisch konnotierten Verschwörungsmythen vor.

Kardinal Müller hatte in einem knapp zweieinhalbminütigen Video-Statement, das von der österreichischen katholischen Organisation St. Bonifatius Institut auf Twitter veröffentlicht wurde, unter anderem von Versuchen durch „Leute, die auf dem Thron ihres Reichtums sitzen“, gesprochen, die Menschen unter dem Vorwand der Corona-Bekämpfung „gleichzuschalten“ und einen „Überwachungsstaat“ zu etablieren. Dabei nannte er namentlich den Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, den Microsoft-Gründer Bill Gates und den Investor George Soros als Treiber dieser Entwicklungen. Jeglichen Framings will ich mich hier enthalten, folgen Sie einfach dem Link und bilden Sie sich eine eigene Meinung.

Der „Schwurbler“ gehört in den Knast

Für Empörung sorgte diese Woche auch die Berufung des Bonner Virologie-Professors und Corona-Außenseiters Hendrik Streeck in den kürzlich von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ins Leben gerufenen Corona-Expertenrat. Der ZDF-Sportmoderator Norbert König bezeichnete Streeck etwa auf Twitter als „das Letzte“ (er meint mittlerweile, dass er diese Äußerung bedauere). Der „Schwurbler“ gehöre in den Knast, schrieb laut BILD ein anderer Nutzer. Streeck sei ein „Schwachmat“, ein „Flachmann“, habe seine Dissertation im Bordell gekauft, so weitere von der Zeitung wiedergegebene Twitter-Diffamierungen. Laut BILD wurde der schwule Virologe auch homophob beleidigt. Auch der alte Hashtag #SterbenmitStreeck sei wieder aufgetaucht. Hendrik Streeck hatte in der Vergangenheit für eine moderatere Corona-Politik geworben als viele seiner Experten-Kollegen und stattdessen einen besseren Schutz der Alten- und Pflegeheime empfohlen.

„Verunsichert, beunruhigt, aufgestachelt und gespalten“

In Österreich hat der altehrwürdige Presseclub Concordia bei der Medienbehörde eine Beschwerde gegen die Wochenkommentare von Ferdinand Wegscheider, Intendant des privaten Fernsehsenders ServusTV, eingebracht. Bemängelt werden laut Standard „faktenwidrige Äußerungen und Behauptungen“, mit denen „die Öffentlichkeit verunsichert, beunruhigt, aufgestachelt und gespalten“ und „die Glaubwürdigkeit von Politik, Wissenschaft und Medien untergraben“ werde.

Die Mediensprecherin der österreichischen Grünen, Eva Blimlinger, unterstützt die Beschwerde. Wegscheiders Sendung erfüllt nach Blimlinger nicht die „demokratiepolitischen Grundstandards“ und ist gar „demokratiegefährdend“. Der bekannte österreichische Kommunikationswissenschaftler Fritz Hausjell fragte sich im Gespräch mit dem Standard, ob die Voraussetzungen für eine Lizenz für ServusTV noch gegeben seien. „Wegscheider macht Quotenpolitik auf dem Rücken der Gesundheit der Menschen. […] Diese Art der Medienvielfalt braucht das Land in der Pandemie nicht. Das gefährdet Leben“, zitiert ihn die Zeitung.

Umbenennung von 101 Straßen

In Berlin hat der Landes-Antisemitismusbeauftragte Samuel Salzborn kürzlich ein Dossier mit 290 Straßen vorgelegt, die nach Persönlichkeiten mit judenfeindlichen Bezügen benannt sind. Die Studie empfiehlt in 101 Fällen eine Umbenennung der Straße. Verschwinden sollen unter anderem der Kirchen-Reformator Martin Luther (nach ihm sind in Berlin zehn Straßen benannt) und der Komponist Richard Wagner. Empfohlen wird auch die Umbenennung von Straßen, die nach Wagners Opern und Figuren benannt sind. Eine Kontextualisierung mittels einer Tafel oder Plakette empfiehlt das Dossier für drei nach den Sprachwissenschaftlern und Märchensammlern Jacob und Wilhelm Grimm benannte Straßen. (Quelle: Welt)

„Passagen mit diskriminierender Sprache und Haltung“

Alte Tatort-Folgen mit dem Kommissar Horst Schimanski werden im WDR jetzt mit Warnhinweis gezeigt: „Das folgende fiktionale Programm wird, als Bestandteil der Fernsehgeschichte, in seiner ursprünglichen Form gezeigt. Es enthält Passagen mit diskriminierender Sprache und Haltung.“ (Quelle)

Nur noch Geimpfte vor der Kamera

The Good, the Bad, and the Ungeimpften: Die Hauptabteilung Produktionsservice des öffentlich-rechtlichen Bayerischen Fernsehens versandte letzte Woche eine bemerkenswerte hausinterne Empfehlung, nach der bei Außenproduktionen nur noch Protagonisten vor die Kamera treten dürfen, die geimpft sind. Zur Erläuterung: Eine Außenproduktion ist alles, was nicht im Studio stattfindet. Also eine Reportage vor Ort, eine Straßenumfrage, eine Zuspielung für die Nachrichten, kulturelle, gesellschaftliche und/oder politische Berichterstattung mit einem Kamerateam.

„Was heißt das für die Arbeit eines Redakteurs? Ein Redakteur des Bayerischen Fernsehens soll ab sofort Künstler, Gewerbetreibende, Politiker, Wissenschaftler und andere nur noch im Originalton zu Wort kommen lassen, wenn diese Personen geimpft sind. Nach der Anweisung soll in logischer Konsequenz der Redakteur schon bei seiner Recherche erfragen, ob er es mit einem geimpften oder einem ungeimpften Menschen zu tun hat, wodurch Letzterem folglich das Recht auf freie Meinungsäußerung über diesen Sender verwehrt wird“, erklärt das Portal Club der klaren Worte die Konsequenzen der Anordnung.

2G-Regeln für Kinder

Die drei deutschen Bundesländer Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg wollen ab Januar beziehungsweise Februar die geltenden 2G-Regeln auch auf Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren anwenden. „Das heißt, dass Zwölf- bis 17-Jährige, die nicht geimpft oder genesen sind, nicht mehr mit ins Restaurant gehen dürfen oder shoppen.“ (Zitat BILD)

Kinderkörper für die Impfkampagne rekrutieren

An dieser Stelle ein kleiner wissenschaftlicher Exkurs: Auswertungen der großen Datenbank von Public Health England durch die Financial Times zeigen eindrücklich, dass die Corona-Schutzimpfungen das individuelle Risiko, an Covid-19 zu sterben, in einem Maß senken, das gemäß der Altersprävalenz einem „Vorteil“ von rund 30 Jahren entspricht. Ein durchgeimpfter 80-Jähriger hat demnach – bei gleichen sonstigen Risikofaktoren – das gleiche individuelle Risiko, an Covid-19 zu versterben, wie ein ungeimpfter 50-Jähriger. Der Körper eines doppelt geimpften Zwölfjährigen dürfte folglich mit dem Virus so umgehen wie der Körper eines ungeimpften minus 18-Jährigen. Merken Sie was?

Lange Rede, kurzer Sinn: Bei gesunden, also nicht vorerkrankten Menschen unter 30 ist eine Senkung des individuellen Risikos kaum mehr möglich. Sie haben von den Corona-Impfungen nichts außer (potenziell schweren) Nebenwirkungen. Die politische Klasse, die nun auch die Kinderkörper (aus symbolpolitischen Gründen?) für die Impfkampagne rekrutieren will, weiß das vermutlich, es ist ihr aber offensichtlich egal.

Von einigen Aufgaben suspendiert

Abschließend noch ein Nachtrag: Letzte Woche berichtete ich in dieser Kolumne über einen Eklat an der englischen Durham University. Der Leiter des zur Uni gehörenden South College, Tim Luckhurst, hatte den konservativen Journalisten und Polemiker Rod Liddle zu einem traditionellen Weihnachtsdinner eingeladen, wo dieser eine sehr kurze Ansprache hielt, die einige der anwesenden Studenten „sexistisch, rassistisch, transphob und klassistisch“ fanden. Dass einige Studenten während der Rede seines Ehrengastes den Saal verließen, fand Professor Luckhurst „erbärmlich“. Prompt wurde er von einigen seiner Aufgaben suspendiert, die Uni distanzierte sich von Liddles Bemerkungen und leitete eine offizielle Untersuchung ein.

Laut eines Berichts des Telegraph hat die Geschichte diese Woche eine neue Wendung genommen. Zahlreiche aufgebrachte Studenten des South College versuchen derzeit offenbar, ihren Transfer an andere Colleges der Durham University sowie die Entlassung von Professor Luckhurst zu bewirken. Sie wollen diese Ziele erreichen, indem sie die Mietzahlungen für ihre Zimmer am South College einstellen.

Und damit endet der wöchentliche Überblick des Cancelns, Empörens, Strafens, Umerziehens, Ausstoßens, Zensierens, Entlassens, Verklagens, Einschüchterns, Politisierens, Umwälzens und Kulturkämpfens. Bis nächste Woche!

zuerst erschienen auf Achgut


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Archiv


Samstag, 18 Dezember 2021

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