Freie Rede und „reiche Wichser“

Freie Rede und „reiche Wichser“


„Wieso gehört am Ende alles reichen Wichsern, die machen können, was sie wollen?“, kommentierte ZDF-Moderator Jan Böhmermann den Verkauf von Twitter an Elon Musk.

Freie Rede und „reiche Wichser“

Solche Sätze wird er auch in Zukunft twittern dürfen, denn das Ziel von Elon Musk ist „free speech“. Freie Rede bedeutet das Recht, Dinge zu sagen, die niemand hören will.

Ist Böhmermann, der mit den Regelungen der US-Aufsichtsbehörde SEC offenbar nicht vertraut ist, auch ein „reicher Wichser“, nur weil er gemäß Vermögensseiten geschätzte fünf Millionen besitzt? Es ist komplizierter. Das schnoddrige Etikett hängt nicht wirklich vom Vermögen ab.

Klima-Aktivistin Carla Reemtsma (24) erbte im Schlaf ein millionenschweres Aktienpaket. Zusammen mit ihrer Cousine Luisa Neubauer ist sie die Meinungsführerin der deutschen Klimabewegung. Sie haben in ihrer Kindheit alles genossen, was die Verbrennung fossiler Stoffe möglich machte, sind privilegiert um die Welt gereist, haben den Altersrassismus salonfähig gemacht und monetarisieren auf Twitter sehr erfolgreich den unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang. Werden sie dafür kritisiert? Entbindet die „richtige Gesinnung“ von jedem Verdacht? Gab es einen Shitstorm, als Multimilliardär Jeff Bezos die „Washington Post“ kaufte?

Elon Musk hofft, das seine schlimmsten Kritiker bleiben

Elon Musik verdiente sein Vermögen nicht mit Reden, sondern mit Taten. Mit Tesla und Solarcity tut er mehr für das Klima als der gesamte Akademikernachwuchs, der sich mit Märtyrermiene auf Kreuzungen klebt und die Leute davon abhält, rechtzeitig zur Arbeit zu erscheinen. Schmälert sein finanzieller Erfolg mit SpaceX seine Verdienste?

Celebrities drohen wie üblich mit dem Verlassen von Twitter (und werden trotzdem bleiben). Was fürchten sie denn? Hass und Hetze? Die Grenzen der Meinungsfreiheit zieht der Gesetzgeber und nicht die aktuelle Woke-Redaktion des Kurznachrichtendienstes. Gemäß einer Twitter-Umfrage sagen 70 Prozent der Teilnehmer, dass es auf Twitter keine Meinungsfreiheit mehr gibt.

Musk setzt um, was der französische Philosoph Voltaire am Vorabend der Aufklärung forderte und hofft, dass auch „seine schlimmsten Kritiker auf Twitter verbleiben werden“. Denn das sei genau das, was mit „free speech“ gemeint sei.

 

Claude Cueni (66) ist Schriftsteller und lebt in Basel. Er schreibt jeden zweiten Freitag im BLICK, wo dieser Beitrag zuerst erschien. Zuletzt erschienen bei Nagel & Kimche die Romane „Genesis – Pandemie aus dem Eis“ und „Hotel California“.

erschienen auf Achgut


Autor: Achgut
Bild Quelle: Von Jonas Rogowski - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31657596


Mittwoch, 04 Mai 2022

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