Deutschland: ein erschreckenden Anstieg antisemitischer Straftaten um 29 %

Deutschland: ein erschreckenden Anstieg antisemitischer Straftaten um 29 %


Die Bundesregierung meldet einen Anstieg rechtsextremer antisemitischer Verbrechen – aber auch einen massiven Anstieg des islamisch-extremistischen Antisemitismus.

Deutschland: ein erschreckenden Anstieg antisemitischer Straftaten um 29 %

Der Jahresbericht der Bundesregierung zur Entwicklung des Extremismus stellt für 2021 einen Anstieg antisemitischer Straftaten um fast 29 % gegenüber dem Vorjahr fest.

Der Bericht, der letzte Woche vom Bundesamt für Verfassungsschutz veröffentlicht wurde, basiert auf Statistiken, die das Bundeskriminalamt, Deutschlands Äquivalent zum FBI, im Mai gemeldet hat.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3.027 antisemitische Vorfälle registriert, gegenüber 2.351 im Jahr 2020. Die überwiegende Mehrheit stand im Zusammenhang mit Rechtsextremismus, aber auch der islamistische extremistische Antisemitismus ist mit 122 gemeldeten Vorfällen im Vergleich zu 26 im Jahr zuvor gestiegen.

Die meisten gemeldeten Straftaten beziehen sich auf illegale Äußerungen und Veröffentlichungen – Holocaustleugnung und andere Formen von Hassreden sind in Deutschland verboten – auch im Internet. Aber auch Angriffe auf Menschen und Synagogen wurden registriert.

Wie üblich stieg die Zahl der Vorfälle, als die Spannungen zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde am größten waren – im Mai 2021.

Die besorgniserregendsten Trends kommen in Form aufkeimender Verschwörungstheorien, die Juden mit der Coronavirus-Pandemie und Maßnahmen zu ihrer Eindämmung in Verbindung bringen, sagten Führer und Wachhunde.

„Einige Demonstranten gegen die Reaktion Deutschlands auf die Pandemie „beschuldigen imaginäre Juden, davon zu profitieren, und befestigen gleichzeitig Judensterne“ an ihrer Kleidung, als wollten sie sagen, dass sie die neuen Juden sind“, sagte Benjamin Steinitz, Direktor des Berlin- Forschungs- und Informationszentrum Antisemitismus Berlin, kurz RIAS. „Sowohl antisemitische Verschwörungsmythen als auch Shoah-Verharmlosung haben sich normalisiert. Das ist eine besorgniserregende Entwicklung.“

Er fügte hinzu, dass ein „dunkles Feld antisemitischer Vorfälle“ in den Regierungsstatistiken nicht gemeldet werde. „Wir müssen davon ausgehen, dass … aufgezeichnete Vorfälle nur die Spitze des Eisbergs sind“, sagte er der Jewish Telegraphic Agency .

Die in Berlin ansässige Amadeu-Antonio-Stiftung veröffentlichte am Mittwoch einen eigenen Bericht, der Alarm schlägt über Entwicklungen im Antisemitismus im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg (einschließlich des Vergleichs von Putin mit Hitler und der Ukraine mit der palästinensischen Sache); Ressentiments über die Rettung von Holocaust-Überlebenden aus der Ukraine; und Verherrlichung von Terroranschlägen gegen israelische Zivilisten.

Diese Entwicklungen stellen „eine akute Bedrohung jüdischen Lebens in Deutschland“ dar, so die Stiftung, die sich auf die Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus konzentriert.

Unterdessen stimmten mehr als 60 % der Befragten einer kürzlich durchgeführten Umfrage zu, dass der Antisemitismus in Deutschland stark zugenommen hat. Die im Mai vom Büro des American Jewish Committee in Berlin veröffentlichte Studie – im Auftrag des Allensbacher Instituts für Meinungsforschung – zeigte außerdem, dass Muslime und Anhänger der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland am ehesten antisemitische Vorurteile hegen.

Die rechtsextreme Motivation übertraf in der Regierungsstudie weiterhin alle anderen Kategorien bei weitem. Von 3.027 Fällen wurden 2.552 der Neonazi-Ideologie zugeschrieben. Davon waren 64 Gewaltdelikte, darunter 51 Fälle von Körperverletzung.

Josef Schuster, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, sagte am Dienstag gegenüber ZDFheute TV News, dass der Extremismusbericht – von links nach rechts – „zeigt, dass jüdisches Leben in Deutschland weiterhin massiv bedroht ist. Und die größte Gefahr geht von der rechtsextremen Szene aus.“


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Archiv


Donnerstag, 16 Juni 2022

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