Vor Gericht: Libanesen-Clan erschleicht sich massenweise Sozialgelder

Vor Gericht: Libanesen-Clan erschleicht sich massenweise Sozialgelder


Badia Al-Zein (47), genannt Buddy, steht seit Mittwoch zusammen mit sechs anderen Clan-Mitgliedern als Angeklagter vor dem Düsseldorfer Landgericht.

Vor Gericht: Libanesen-Clan erschleicht sich massenweise Sozialgelder

Von Manfred W. Black

Der millionenschwere gebürtige Libanese, der in Deutschland offiziell als staatenlos und als „Flüchtling“ gilt, ist hierzulande seit vielen Jahren nie einer regulären Arbeit nachgegangen.

Millionen-Vermögen offenbar illegal gescheffelt

Die Staatsanwaltschaft hat gegen das islamische Familienoberhaupt Badia, seine Frau Hajere (43), die gemeinsamen Söhne Merhen (27), Sehmus (29) und Mohamed Abdelouhab (25) sowie Tochter Melek (22) und Schwiegertochter Majola Melake (28) Anklage erhoben – wegen gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betruges. Es geht primär um Sozialhilfe-Betrug.

Badia Al-Zein hat offenbar mit seiner Großfamilie illegal vom deutschen Staat mindestens 456.000 Euro Hartz-IV bezogen – die bewohnten Gratis-Sozialwohnungen noch gar nicht mitgerechnet. Al-Zeins soll mit seinem Clan insgesamt im Rahmen „von illegalen Geschäften ein Millionenvermögen gescheffelt haben“ (Bild-Zeitung).

Dem „Flüchtling“ Badia Al-Zein sind bisher anscheinend nie relevante Straftaten nachgewiesen worden. Erst 2019 stand der Libanese in Essen vor Gericht – wegen eines Überfalls auf ein Lokal. Aus Mangel an Beweisen wurde er frei gesprochen.

Anklageschrift: 127 Seiten

Stundenlang hat die Staatsanwaltschaft zu Beginn des jetzigen Prozesses vor dem NRW-Gericht eine Anklageschrift verlesen, die 127 Seiten umfasst. Den Staatsanwälten zufolge stellte der Clan zu Unrecht 26 Anträge auf Gewährung von Sozialleistungen. Dabei verschwiegen die Angeklagten ihr immenses Vermögen.

„Sie trugen etwa teuren Schmuck und Kleidung der Marke ‚Dolce & Gabbana‘, fuhren nicht zugelassene Luxus-Autos“ (Bild). Der Staatsanwalt: „Voraussetzung für den Empfang von Sozialleistungen waren nie gegeben. Sie waren stets in der Lage, einen luxuriösen Lebensstil zu führen.“

Weitere Anklagevorwürfe beziehen sich vor allem auf Geldwäsche, Erpressung, Steuerhinterziehung, Entführung und schwere Körperverletzung.

Bekannt ist auch, dass einige nicht inhaftierte Familienmitglieder in einer pompösen Villa wohnen, die in jüngster Zeit für hunderttausende Euro saniert wurde. Die Herkunft der Gelder ist unklar.

Immer wieder nur Bewährungsstrafen

Sohn Merhen El Zein ist bereits als Jugendlicher wegen räuberischer Erpressung und versuchten Totschlags zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Schon sechs Jahre später kam der damals 22-Jährige trotz mehrerer Drogendelikte wiederum mit einer Bewährungsstrafe davon.

Jetzt sitzt der Filius des Clan-Chefs erneut in U-Haft. Die Vorwürfe unter anderem: Banden- und gewerbsmäßiger Betrug, Geldwäsche, Geiselnahme, erpresserischer Menschenraub und gefährliche Körperverletzung.

3000 Clan-Mitglieder

Der Al-Zein-Clan zählt mit etwa 3000 Angehörigen „zu den führenden Großsippen hierzulande“ (Focus). Die allermeisten Familienmitglieder finanzieren – offiziell – ihr Leben durch Sozialhilfe. Sie leben durchweg in Sozialwohnungen, die vom Staat – also vom Steuerzahler – bezahlt werden.

Die Sozialgelder sind für viele Clan-Mitglieder nur zusätzliches Taschengeld; die teilweise enormen Haupteinkünfte stammen aus dunklen Kanälen, die der Staat zumeist nicht in der Lage ist zu identifizieren.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: A.Savin (WikiCommons), CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons


Montag, 20 Juni 2022

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