Grüner Senator gegen Privatautos und Einfamilienhäuser in der Stadt

Grüner Senator gegen Privatautos und Einfamilienhäuser in der Stadt


In der Hansestadt Hamburg sollen künftig keine neuen Einfamilienhäuser mehr gebaut werden dürfen. Das jedenfalls hat der grüne Umweltsenator Jens Kerstan gefordert, der als „Stadtminister“ der gegenwärtigen rot-grünen Koalition angehört, die die zweitgrößte Kommune in der Bundesrepublik regiert. Mehr noch: Kerstan will auch das Privatauto aus der Stadt verbannen.

Grüner Senator gegen Privatautos und Einfamilienhäuser in der Stadt

Von Manfred W. Black

Dass der Senator selbst privat gleich zwei Einfamilienhäuser – eines davon auf den Balearen – bewohnt, den Bürgern aber nicht einmal mehr ein Haus genehmigen möchte, empört viele Bürger in der Hansestadt.

Das Auto passt nicht in die Stadt?

Der Umweltsenator wörtlich: „Heute nutzt jeder Hamburger mehr Wohnfläche als in den Jahren der höchsten Einwohnerzahlen“. Alle Bürger müssten sich „fragen, ob wir alle so viel Fläche brauchen“. Denn – so der grüne Spitzenpolitiker: „Wir sollten keine neuen Einzelhäuser mehr über die bereits bestehenden und geplanten hinaus bauen und Hamburg langfristig anders planen.“

Kerstan weiter: „Wenn wieder mehr Menschen im Zentrum wohnen, würden viele Fahrten entfallen.“ Das grüne Stadt-Kabinettsmitglied meint, „durch Homeoffice nicht mehr genutzte Bürogebäude könnten zum Wohnen genutzt werden“.

Der Senator vertritt auch offen eine dezidiert Autofahrer-feindliche Politik: „Wir brauchen andere Formen der Mobilität, das Privatauto in der Stadt passt nicht mehr.“

Empörung bei der CDU

Ob solcher politischen Thesen reagierte die Hamburger CDU empört. Der Unions-Fraktionschef im Stadt-Parlament (Bürgerschaft), Dennis Thering, meint zu den grünen Forderungen: „Die Vorschläge, künftig keine Einzelhäuser in Hamburg mehr zu genehmigen, zeigen einmal mehr, dass grüne Politik weiter auf Verbote und Bevormundung setzt und die Lebensrealität der Menschen in unserer Stadt komplett aus den Augen verliert.“

Thering sagte dem Hamburger Abendblatt: „Für uns als CDU ist klar, dass natürlich auch weiterhin möglich sein muss, dass sich junge Familien und alle anderen in Hamburg den Traum vom Einzelhaus mit eigenem Garten verwirklichen dürfen.“ Anstelle „irgendwelcher absurden Verbotsdiskussionen sollten die Grünen lieber die wahren Herausforderungen unserer Zeit lösen“.

Verband der Wohnungseigentümer: Irritiert

Kerstan hat in einem Abendblatt-Interview auch kritisiert, dass es bisher angeblich zu langsam bei der energetischen Sanierung von Gebäuden vorangehe. Damit stieß der Umweltsenator auf energischen Widerspruch beim Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). Der Verbandsdirektor Andreas Breitner: „Der Senator irrt. Im Gebäudebereich tut sich energetisch viel.“

Die im VNW organisierten Wohnungsunternehmen hätten, so Breitner, „in den vergangenen zehn Jahren mehr als zehn Milliarden Euro in die energetische Sanierung ihrer Wohngebäude investiert und dabei darauf geachtet, dass die Mieten für Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen bezahlbar bleiben“.

AfD: Der Senator selbst bewohnt sogar zwei Häuser

Die AfD-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft ist wegen der politischen Forderungen Kerstans bass erstaunt. Die Fraktionsführung erklärte, Kerstan selbst bewohne privat gleich zwei Einfamilienhäuser. Eines davon befinde sich auf Mallorca, zumindest diese Finca könne der Senator (Spitzname: „Mallorca-Jens“) wohl kaum „klimaneutral“ mit dem Lastenfahrrad erreichen.

Der stadtentwicklungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion der Hamburgischen Bürgerschaft, Alexander Wolf: „So viel Arroganz, Selbstherrlichkeit und Verachtung für die Bürger ist nicht hinnehmbar.“ Senator Kerstan missgönne „den Hamburger Familien ihren Traum vom Haus mit Garten, lebt aber selbst in zweien davon“.

Damit bezieht sich die AfD auf Medienberichte, denen zufolge der Grünen-Politiker gern mindestens dreimal jährlich Urlaub auf den Balearen macht: in seinem privaten Ferienhaus.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons


Mittwoch, 06 Juli 2022

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