„Modeschmuck Tattoo“: Die Gefahren ...

„Modeschmuck Tattoo“: Die Gefahren ...


Deutschland ist zum Land der Tätowierten geworden.

„Modeschmuck Tattoo“: Die Gefahren ...

Von Wolfgang Will

Wo immer auch man bloßen Armen und Beinen oder auch nackten Rücken begegnet – Tattoos über Tattoos.  Der neuesten Statistik zufolge ist jeder fünfte Deutsche tätowiert. Eine Zunahme ist vor allem unter Älteren zu verzeichnen, und da besonders unter Frauen. Im Alter zwischen 25 und 34 Jahren sind knapp 30 Prozent der Frauen und 26 Prozent der Männer tätowiert.

 

Eine Tätowierung, formuliert eine Münchener Ärztin, „ist wie eine absichtliche Verletzung der Haut“.Schließlich wird eine sichtbar bleibende Chemikalie, ähnlich einer Tinte, in die obere Schicht der Haut (Lederhaut) gespritzt, dort quasi eingelagert.  Gewisse farbige Flüssigkeiten dürfen in der EU dafür nicht mehr verwendet werden, weil sie möglicherweise innere Organe wie Lungen und Nieren, schädigen und sogar Krebs erzeugen. Aber, noch einmal ABER: Dafür gibt es bisher keine wissenschaftliche Studie oder Erkenntnis – das trifft auch auf die Behauptung zu, Tattoos seien n i c h t gesundheitsschädlich.

 

Inzwischen steigt aber auch die Zahl derer, die ihre „Jugendsünden“ beseitigt haben wollen. Es soll sich um einige hunderttausend handeln. Zu den Prominenten, die ent-tätowiert werden möchten, gehört der Popstar Vanessa Mai (30). Die Sängerin hat etwa ein Dutzend Tattoos,  an ihren Handgelenken, am Arm, am Fuß oder auf dem Rücken. Zum Entfernen gibt es mehrere Methoden, am häufigsten wird ein Laser verwendet. Der Lichtstrahl zerstört die Pigmente in der Haut, so dass sie vom Körper als Fremdelement abgebaut werden können.Und das birgt gewisse Gefahren in sich: Giftige Spaltprodukte wie Blausäure  können freigesetzt werden und die Hautzellen schädigen. Bleibende Narben können auch drohen.

 

Vor wenigen Jahrzehnten waren  Tätowierungen in Deutschland fast ausschließlich bei Matrosen und Häftlingen zu sehen. Bei Letzteren deuteten sie gewisse Hierarchien oder Taten an. Mörder hatten Punkte zwischen Daumen und Zeigefinger oder unter einem Auge. In gewissen Adelskreisen Europas ließen sich Damen gern den Rücken tätowieren – sichtbar dann beim Tragen rückenfreier Abendkleider.

 

Die 5300 Jahre alte Gletschermumie Ötzi wurde lange Zeit als „erster tätowierter Mensch“ betrachtet. Das ist nicht mehr der Fall, wurden doch im oberen Ägypten noch etwas ältere tätowierte und einbalsamierte Mumien entdeckt. Mit insgesamt 61 geometrischen Figuren, Linien und Punkten allerdings hält Ötzi weiterhin den Rekord. Inzwischen geht die Wissenschaft aber davon aus, dass es sich bei Ötzi nicht um Tattoos, sondern um Akupunkturmerkmale handelt. Ötzi, so die jüngste wissenschaftliche Deutung, muss an schweren Knochenschmerzen gelitten haben.

 

Laut der Fachzeitschrift „Journal of Archeological Science“ sind die beiden oberägyptischen tätowierten Mumien etwa 5351 Jahre alt. Sie wurden in dem kleinen Ort Gebelein gefunden.  Es handelt ich um eine Frau und einen Mann. Die weibliche Leiche trug an der rechten Schulter und auf dem Rücken eine verwinkelte Linie und vier S-förmige Zeichen. Der Mann hatte auf dem rechten Oberarm zwei gehörnte Tiere, darunter einen großen Stier.

 

Antike Tätowierungen sind auch aus Japan, Australien, Afrika und Polynesien sowie vielen anderen Regionen der

 

Wolfgang Will arbeite jahrelang als Auslandskorrospodent für den Axel-Springer-Verlag und als Chefredakteur u.a. in New York


Autor: Wolfgang Will
Bild Quelle: Dermanonymous, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Donnerstag, 21 Juli 2022

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