Olaf Scholz: Der Konkursverwalter

Olaf Scholz: Der Konkursverwalter


Angesichts der niederschmetternden Bilanz nicht mal eines ganzen Jahres Berliner Hampel-Koalition – vor allem der völligen Ungewissheit, wie 84 Millionen Menschen über den nächsten Winter kommen sollen - stellt sich die Frage, ob die VEB Deutschland AG nicht mit einer neuen Regierung besser bedient wäre. Es kann ja auch eine ausländische sein!

Olaf Scholz: Der Konkursverwalter

Von Ramiro Fulano

Meine Damen und Herren, natürlich stand nach den Bundestagswahlen im letzten Oktober fest, dass die nächsten vier Jahre schlimm werden. Aber, dass mir bereits nach einem Jahr die Adjektive ausgehen, um den Zustand einer der ehemals führenden Wirtschaftsnationen der Welt zu beschreiben, lässt mich staunen: Miserabel, desaströs, katastrophal – selbst übertrieben anmutende Zustandsbeschreibungen kratzen die Oberfläche dessen, was derzeit mit dem Plazet von SPD und FDP passiert, nicht mal an. Vor allem, weil von dieser Misere nichts öffentlich thematisiert wird – weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Noch immer tun die geistigen Elendsviertel des öffentlich-rechtlichen Einbildungsfernsehens und die Online-Klapsmühlen von Spiegel bis Depp.de (äh: Web.de) so, als ob sich die gegenwärtige, völlig außer Kontrolle geratene Preisentwicklung und Energieversorgung mit einem patenten Haushaltsstrick wieder in den Griff bekommen ließe – als würde es sich um eine angebrannte Stelle im Backblech handeln oder hartnäckige Ablagerungen im WC. Ich glaube, dass Backpulver und Essig-Essenz in diesem Fall genauso wenig helfen wie nur noch einmal pro Woche zu lüften und im wahrsten Sinne des Wortes herbe Einschnitte bei der Körperpflege vorzunehmen.

Die Grundlüge der öffentlich-rechtlichen Durchhalterhetorik besteht darin, ihr Publikum in den Glauben zu versetzen, dass die aktuelle wirtschaftliche „Verwerfung“ nur ein vorübergehendes Phänomen wäre. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Alles deutet darauf hin, dass diese „Neue Normalität“ gekommen ist, um zu bleiben. Wesentlicher Preistreiber ist derzeit eine völlig illusorische Energie-Politik, die die künstliche Verknappung an sich überreichlicher Ressourcen anstrebt, um Millionen von Menschen ins Elend und in ein frühes Grab zu stoßen: Der Malthusianismus ist „grün“ und der Wahnsinn hat Methode.

Die chronischen Effekte der Energiewende – exorbitante Preissteigerungen für Haushalte und Industrie (die ihre Kosten auf die Privatverbraucher umlegen muss, um nicht Pleite zu machen) – werden nun durch eine geopolitische Großwetterlage verstärkt, die in erster Linie auf Drängen der USA und der EU (also maßgeblich Deutschlands) entstanden ist: Ein antirussisches Sanktionsregime sorgt für eine zusätzliche – und demnächst existenzielle – Verknappung der an sich im Übermaß vorhandenen Ressource billiges russisches Erdgas. Und das wird eben nicht nur zum Heizen und Duschen gebraucht, sondern für so gut wie jede gewerbliche Anwendung, die menschliches Leben nicht nur angenehm, sondern möglich macht. Wir könnten nicht mal eine Dose Hundefutter produzieren, ohne bezahlbare Energie. Und deshalb ist Energiepolitik nichts anderes als Realpolitik.

So weit, so bekannt (zumindest, wenn Sie nicht zum Publikum des staatlichen Dummfunks gehören, meine Damen und Herren). Neu ist, in welchem Ausmaß diese geopolitische Binsenweisheit bereits verdrängt, verlernt, vergessen wurde. Und die politische Strategie des Westens zu einem fast schon naturgesetzlichen „Sachzwang“ umgedeutet wurde. Wir haben nicht etwa kein Gas wegen Pu-Pu-Putin. Wir haben kein Gas, weil wir kein Erdgas mehr bei Gazprom kaufen möchten – um uns im falschen Glanz unserer moralischen Überlegenheit zu sonnen. Und nun hat der Rubel seit Beginn der Sanktionen rund 90 % an Wert zugelegt – und der Euro weitere 20 % verloren. Es wird schwer, diese Fakten an die Fiktion anzupassen.

Stein des Anstoßes war der aufrechte Widerstand des ukrainischen Volkes (oder irgendein anderes pathetisches Propaganda-Märchen). Bis zu den Einkaufswagen, die EDEKA für seine kleinsten Kunden vorhält, ist die Mainstream-Gesellschaft solidarisch durchgeschaltet – wie es sich für eine linksalternative Selbstmordsekte gehört: gelb-blaue Fähnlein überall. Dieser fadenscheinige, billige Modeartikel ist inzwischen schon wieder langweilig geworden – kein Mensch interessiert sich wirklich für das, was aus einer drittklassigen Operetten-Diktatur in Osteuropa wird, solange er deshalb nicht zur Unperson erklärt wird. Zur Erinnerung: Bereits, bevor er zur Ikone eines grenzdebilen Linkspopulismus stilisiert wurde, hatte der Clown von Kiew alle Oppositionsparteien verboten und alle Fernsehsender kassiert. Aber unsere restlos uffjeklärten Besserwisser von der staatstragenden Ukraine-Solidarität können kein Problem darin entdecken. Man muss vermutlich lange studieren, um so blöd zu werden.  

Genauso wenig findet die selbsternannte Kaste des Bewusstseins die Kollaboration des Zelenski-Regimes mit den sogenannten Azov-Brigaden „problematisch“ (um ihre stupide Diffamations-Rhetorik zu zitieren), dieser keineswegs proto-, prä- oder quasifaschistischen Einheiten, sondern waschechten Nazis. Komisch, wenn denen unterstellt wird, sie würden es gar nicht „so“ meinen. Derartige Relativierung und Apologetik zeigt nur, dass die westliche Avantgarde den Totalitarismus nur noch dann bemerkt, wenn es ihr politisch opportun erscheint. Interessanterweise können dieselben Leute, die Faschismus sonst in homöopathischen Dosen hinter jedem Baum und Strauch wittern, echte Nazis nicht mal dann erkennen, wenn sie ihnen in den Dimensionen eines Reichsparteitages entgegenmarschieren. Das muss am Auge dieser Betrachter (m, w, d, x) liegen.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund steht es um die selbstzugeschriebene moralische Führungsrolle des Westens mehr als schlecht. Doch damit nicht genug: So überzeugt ist das politische Führungspersonal des Westens davon, auf der richtigen Seite zu stehen, dass es bereit ist, mal wieder Menschenleben aufs Spiel zu setzen – natürlich nicht die eigenen, sondern die von rund 700 Millionen Einwohnern in den USA und in der EU. Ausgerechnet die deutsche Linke, die sich in den 50ern, 60ern und 70ern bei jeder sich bietenden, noch so lapidaren Bagatelle als potenzielles Opfer des „Nuklear-Holocausts“ inszenierte (eine Begrifflichkeit, die einem alles sagt, was man wissen muss), ist auffallend still, seit zum ersten Mal nach dem Kalten Krieg tatsächlich die Aussicht auf einen nuklearen Schlagabtausch zwischen zwei Großmächten besteht. Merke: Es ist ganz etwas anderes, wenn wir es machen – nicht wahr, Genossen?

Wenn es hoffentlich nicht so weit kommt, dann wahrscheinlich nicht aus politischer Einsichtsfähigkeit im Westen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass das Biden-Regime Westeuropa, ohne mit der Wimper zu zucken in eine strahlende Glaswüste verwandeln würde, wenn es seinen Interessen dient.  

Bleibt – unterhalb der atomaren (Selbst-)Vernichtung – die viel realistischere Aussicht auf Jahre graduellen Siechtums, immer weiter steigende Inflation, damit verbundenem wirtschaftlichen Niedergang. Dieser Ukraine-solidarische Kältetod wird nicht auf einmal eintreten, sondern das Ergebnis der fortschreitenden Misere in den nächsten zwei, drei Jahren sein (sofern die anstehenden Wahlen in den USA keine dramatische Kurswende provozieren, womit selbst dann nicht zu rechnen ist, wenn die Republican Party beide Häuser des US-Kongresses gewinnt – dazu sind die tonangebenden Kreise dieser Pseudo-Opposition viel zu sehr mit dem politischen Establishment in Washington verfilzt). Das Elend von Abermillionen scheint es dem Westen wert zu sein, seinen fragwürdigen moralischen Führungsanspruch zu demonstrieren.

Deshalb klingen die politischen Durchhalteparolen so hohl, wie sie sind. Insbesondere den jungen Menschen sei deshalb geraten: Wandern Sie aus. Suchen Sie sich irgendein Land, das weit genug weg ist, um vor dem (eventuell buchstäblichen) Fall-out dieses politischen Wahnsinns, der seit einem halben Jahr passiert und nach dem Willen aller Verantwortlichen „solange es sein muss“ weitergehen wird, sicher zu sein. Vergessen Sie Deutschland, vergessen Sie die EU und denken Sie immer daran: Solidarität ist das verlogene Credo einer Selbstmordsekte, die mit fremdem Leben großzügig ist – aber nicht mit dem eigenen.


Autor: Ramiro Fulano
Bild Quelle: PdmScience, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Sonntag, 07 August 2022

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