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Unternehmerische Cancel Culture erreicht Deutschland, einem jüdischen Touch

Unternehmerische Cancel Culture erreicht Deutschland, einem jüdischen Touch


Nach einer Boykott-Kampagne anonymer Twitterer zogen Audi und Eurowings Werbung aus einer beliebten deutschen Medienseite ab, die von einem prominenten, pro-israelischen deutsch-jüdischen Intellektuellen geleitet wird.

Unternehmerische Cancel Culture erreicht Deutschland, einem jüdischen Touch

Von Orit Arfa, JNS.org

Außerhalb Deutschlands haben die meisten Juden nichts von der deutschen Medienseite Achgut  (Kurzform für „Die Achse des Guten“) gehört. Sie hat nicht den Bekanntheitsgrad der Traditionsmedien wie des linken Spiegel oder dem pro-israelischen Boulevardblatt BILD. Aber in Deutschland hat sie einen Kult-Anhängerschaft und kann am besten mit dem Daily Wire in Amerika verglichen werden. (Um ganz ehrlich zu sein: Ich schreibe auch für Achgut.)

Ihr Mitgründer und führender Kolumnist ist der prominente jüdische Intellektuelle Henryk M. Broder. Der für seine beißende Satire bekannte 76-jährige hat das Buch Der ewige Antisemit und zahllose Aufsätze über die Versäumnisse des modernen Deutschland bei der Bekämpfung des Antisemitismus geschrieben. Achgut ist wohl die pro-israelischste und pro-jüdischste Publikation in Deutschland mit Artikeln, die jüdische Präsenz in Judäa und Samaria wohlwollend betrachtet – eine Haltung, die im deutschen politischen Mainstream Anathema ist. Die meisten deutschen Publikationen sind finanziell öffentlich gefördert. Achgut nicht.

„Wir begannen vor 18 Jahren, einfach weil wir Journalisten sind und wir wollten eine eigene Spielwiese haben. Keine Redakteure und Agenten dazwischen. Es dauerte etwas und heute sind wir sehr erfolgreich“, sagte Broder in einem Telefon-Interview aus Berlin. Achgut weist mehr als eine Million Einzelbesucher im Monat auf.

Als polnischer Sohn von Holocaust-Überlebenden ist Broder über politische Grenzen hinweg ein gefeierter Intellektueller gewesen, bis er Merkels Entscheidung hinterfragte, mehr als eine Million Flüchtlinge/Migranten aus Nahost-Ländern aufzunehmen. Achgut ist der rechten Partei nicht ausgewichen, die gegen die Politik war, der Alternative für Deutschland (AfD). Stattdessen wurde sie als legitim gewählte deutsche Partei behandelt, die es genauso wert ist wie die anderen, dass man sie tadelt oder lobt, wo das angebracht ist. Broder sprach 2019 im Bundestag zur AfD, wobei er der Partei eine Chance gab, während er sie gleichzeitig dafür tadelte, dass einige ihrer Führungspolitiker den Holocaust verharmlosten. Das brachte Broder und Achgut auch mit jüdischen Traditionsinstitutionen in Konflikt; sie haben das deutsche Judentum aufgefordert die AfD auszugrenzen.

Seitdem sind Broder und achgut sind als „rechts“ verleumdet worden, in Deutschland die schlimmste Beleidigung, eingedenk, so fehlerhaft das auch ist, der dunklen Vergangenheit Deutschlands. Für seine Fans wurde Broder ein noch wichtigeres Sprachrohr, besonders bei jüdischen Themen. Aber für die, die mitte-links stehen, fiel er in Ungnade.

Die Worte „Nazi-Alert“ [Nazi-Alarm] auf einem Foto von Henryk Broder. (Quelle: twitter)

Die Analogie zum Daily Wire (DW) ist in den letzten Wochen noch realer geworden, als Achgut zum mutmaßlichen Ziel von unternehmerischer „Cancel Culture“ wurde, weil Audi (eine Tochter von Volkswagen) und Eurowings (eine Tochter der Lufthansa) nach einer Kampagne von Twitter-Aktivisten Werbung von der Seite abzogen. DW ist letztes Jahr Opfer ähnlicher „Streichung“ durch die Rasierklingenfirma Harry’s geworden. Harry’s hatte auf einen anonymen Twitterer reagiert, der DW wegen Ausstrahlung „homophobischer und transphobischer“ Inhalte denunzierte. DW-Vorstand Jeremy Boreing nahm Rache, in dem er seine eigene Rasierer-Firma mit einem bombastischen, viralen YouTube-Werbevideo startete, dessen Domain „ihateharrys.com“ lautet.

Achguts Feinde scheinen eine Lektion von den Trollen gelernt zu haben, die gegen DW vorgingen. Die „Informanten“ bei Twitter beschäftigen sich allgemein mit keinen Namen. Sie haben einfach Audi und Eurowings getaggt und gefragt: „Sind Sie sicher, dass Sie Werbung auf Achgut bringen wollen?“ Sie deuteten auf Achguts „Missetaten“ als „Leugner“ des Coronavirus und des Klimawandels und hängten entsprechende Screenshots von Achgut-Kolumnen an.

Tatsächlich ist Achgut eines der wenigen Medienogane gewesen, die Lockdowns und Impfpflichten hinterfragten. Audi und Eurowings twitterten öffentlich sinngemäß zurück: „Danke für den Hinweis! Wir haben uns das angesehen und diese Seite kommt auf die Schwarze Liste.“ Audi brachte mutmaßlich die Werbefirma Taboola dazu ihren Vertrag mit Achgut zu kündigen.

Broder war schockiert, dass eine Firma einem anonymen Hinweis auf diese Weise folgte. „Für mich ist das, als würde man die Polizei rufen, weil der Nachbar einen Juden im Keller versteckt“, sagte er.

Achgut lieferte Audi seine eigenen „Hinweise“. Es stellte sich heraus, dass diese Informantengruppe Broder online mit antisemitischen Sprachbildern angriff. Einer postete „Nazi-Alert“ [Nazi-Alarm] auf einem Bild eines drohend blickenden Broder; ein weiterer „Informant“ bezeichnete ihn als „den Juden Broder“; ein weiterer beschuldigte ihn seinen Status als „verfolgter“ Jude zu instrumentalisieren. (Einige sind gelöscht worden.)

„Sie werden Anti-Antisemiten, aber nur soweit es mich betrifft“, sagte Broder.

Aber kann man einen Angriff auf ihn als Ausdrucksform von Antisemitismus betrachten?

„Natürlich greifen sie mich nicht ausdrücklich als Juden an“, sagte Broder. „Das tun sie nicht mehr, aber der Ton macht die Musik.“

Ein Audi-Sprecher bot die Gründe der Firma für die Entscheidung an. „Wie jede Firma analysiert die Audi AG ständig Werbeaktivitäten und passt sie an. Das wird auf der Grundlage von Kriterien wie Reichweite, messbarem Konsumenten-Kontakt und Kommunikationsziel gemacht.“

Im Fall von Eurowings wurde die Anzeige von der beauftragten Werbefirma automatisch auf Achgut platziert. Ein Sprecher sagte, Eurowings sei an den umstrittenen Diskussionen, die in den sozialen Medien folgten, nicht beteiligt, die „nichts mit der Produktpalette oder dem Inhalt von Äußerungen oder Versprechungen seitens Eurowings zu tun“, sagte er. „Vor diesem Hintergrund haben wir beschlossen, die Platzierung von Werbung dort auszusetzen. Die Entscheidung soll weder als Bewertung der redaktionellen Inhalte des Portals verstanden werden, noch stellt sie die Integrität des Herausgebers oder anderer dort publizierender Autoren infrage.“

In einem weiteren jüdischen Touch des Falls lobte der angeschlagene Antisemitismus-Beauftragte des Bundeslandes Baden-Württemberg den Boykott gegen Achgut, womit er eine seltsame Intersektionalität der deutschen Politik, „woken“ Fimenkultur und Antisemitismus vorführte.

Der Antisemitismus-Beauftragte von Baden-Württemberg, Michael Blume (kein Jude) ist mit der Bekämpfung von Antisemitismus beauftragt, aber Achgut ist einer von Blumes strengsten Kritikern gewesen, zusammen mit dem Simon Wiesenthal Center, das Blume als einen der „Globalen Top Ten der Antisemiten“ 2021 benannte. Von Blume wurde festgestellt, dass er Tweets likte, die Zionisten mit Nazis gleichsetzen und es versäumt hat gegen Einheiten in seiner Region vorzugehen, die BDS oder das iranische Regime unterstützen. Vor kurzem erst bezeichnete er den toten britischen General Orde Wingate als „Kriegsverbrecher“ und „britischen Mörder“.

Blume hat sein Amt genutzt um Broder als „rechten Troll“ und Achgut als „rassistisch“ und „antidemokratisch“ zu attackieren. Über seinen offiziellen Twitter-Account begrüßte Blume Audis Entscheidung Achgut auf die Schwarze Liste zu setzen, was laut Achgut einen Verstoß gegen die politische Neutralität darstellt, die ein Staatsbediensteter einhalten muss. Achgut hat jetzt rechtliche Schritte eingeleitet.

Broder ist entmutigt, weil Deutschland die Lektionen zu politisch motivierten Boykotten nicht gelernt hat.

„Und das ist tatsächlich ein deutsches Muster“, sagte er. „In einem normalen Land mit normaler Sozialstruktur würde jemand, der anonyme denunziert, nicht ernst genommen.“

Im Fall von Eurowings überlegt Broder mit einer Versammlung vor der Muttergesellschaft Lufthansa mit einer Vergeltungskampagne wie „Fliegt nicht mit Lufthansa“ zurückzuschlagen. Zufällig hatte Lufthansa bereits eine Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus, als ihre Beschäftigten Juden vom Boarding eines Flugs abhielten, weil mehrere die Anweisungen zum Tragen von Masken nicht befolgten. Rasierklingen herzustellen ist einfacher als Autos oder Flugzeuge zu bauen, aber Broder sollte darüber nachdenken sich mit DWs Jeremy Boreing zu unterhalten, um eine lukrativere und rasierklingenscharfe Vergeltung zu entwickeln.

 

 


Dieser Artikel wurde zuerst hier veröffentlicht.

Autor: Heplev
Bild Quelle: Index on Censorship, CC BY 2.0 , via Wikimedia Commons


Montag, 29 August 2022

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