Deutsch-Israelischen Arbeitskreises Südlicher Oberrhein

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Der Vorstand trauert um Robert Krais, ein Ehrenmitglied und Freund von lebenden Juden und dem Land Israel. Der Tod von ihm betreuter Sportler im Olympiadorf prägten sein Leben.

Deutsch-Israelischen Arbeitskreises Südlicher Oberrhein

Der Deutsch-Israelische Arbeitskreis Südlicher Oberrhein trauert um seinen verstorbenen Gründer und Ehrenvorsitzenden Robert Krais. Er wurde am 30. September 1941 in Freiburg geboren. In seiner Jugend war er aktiver Leichtathlet und blieb dem Sport ein Leben lang verbunden, beruflich wie ehrenamtlich – so schon 1968 als Jugendbetreuer bei der Winterolympiade in Grenoble. Seine erste Anstellung hatte er als Jugendreferent bei der Badischen Sportjugend in Karlsruhe. Sport war für ihn jedoch nie Selbstzweck, sondern verstanden als eine Brücke zum Menschen.

 

In seinem Betätigungsfeld Jugend und Sport begegnete Robert Krais seinem anderen großen Lebensthema: Israel. Als Verantwortlicher bei der Deutschen Sportjugend (DSJ) initiierte er 1970 den Jugendaustausch zwischen Israel und Deutschland. Über viele Jahre organisierte er zahlreiche gegenseitige Besuche.

 

Ein Schlüsselerlebnis war das Münchner Olympia-Attentat, als am 5./6. September 1972 palästinensische Terroristen elf Mitglieder der israelischen Mannschaft ermordeten. Robert Krais betreute damals im olympischen Jugendlager israelische Sportler. Als er dann miterlebte, wie auf dem Flughafen München-Riem die Särge mit den toten Israelis in die zwei El-Al-Maschinen verladen wurden, hat sich das tief bei ihm eingeprägt: „Da verlassen wieder tote Juden Deutschland.“ Noch im September letzten Jahres konnte er anlässlich einer Gedenkveranstaltung des DIA eindrücklich davon berichten.

 

In der Folge gründete er 1974 den „Deutsch-Israelischen Arbeitskreis Südlicher Oberrhein e. V.“, kurz DIA, dessen stellvertretenden Vorsitz er 1974–1983 und 1999–2020 innehatte; 1983–1999 amtierte er als Vorsitzender. Seit 2020 war er Ehrenvorsitzender.

 

Aus dem vielfältigen Wirken des Vereins und seines Gründers, der auch als Autor hervortrat, kann hier nur das Wichtigste genannt werden. Ein Verdienst der Beharrlichkeit von Robert Krais ist die Rettung des 1938 geschändeten Synagogengebäudes in Kippenheim, das 1981 in den Rang eines „Kulturdenkmales von nationaler Bedeutung“ erhoben wurde. „Für mich war und ist es ein Gotteshaus“, bekannte er.

 

Das auf Initiative des DIA erarbeitete zweibändige Buch „Der jüdische Friedhof in Schmieheim“ von N. B.-G. Bamberger, das 1999 erschien, erwies sich als „Türöffner“ für etliche ehemalige jüdische Einwohner der Region – Schmieheim, Kippenheim, Ettenheim, Altdorf, Rust, Nonnenweier u. a. (alles Orte meiner unmittelbaren Heimat). Mit ihnen hielt Robert Krais bis zuletzt intensiven Kontakt, brieflich und persönlich. Eine Reihe von ihnen kamen über viele Jahre zu Zeitzeugenvorträgen nach Deutschland und besonders in ihre alte badische Heimat: Hedy Epstein, Inge Auerbacher, Dr. Kurt Maier, Alice Goldstein, um nur einige zu nennen. Nicht zuletzt ist dies eine Frucht der außerordentlichen Menschenzugewandtheit von Robert Krais gewesen.

 

Er war ein Wegbereiter des Gedenkens und ein Kämpfer gegen das Vergessen und konnte dennoch (2021 in einer SWR2-Sendung) sagen: „Wir müssen wegkommen vom reinen Erinnern.“ Die Gedenkarbeit nicht als Selbstzweck, sondern als Pendant zur Solidarität mit dem jüdischen Staat und zur Entlarvung des aktuellen Antisemitismus, der gern im Gewand der „Israelkritik“ daherkommt.

 

Am 29. Januar 2023 ist Robert Krais gestorben, der zuletzt mit seiner Frau im Ettenheimer Bürgerstift lebte und gesundheitlich seit Langem angeschlagen war. Das Psalmwort über seiner Traueranzeige bezeugt, dass für ihn der Tod nicht das letzte Wort hat: „Ich aber bin gewiss, zu schauen die Güte des Herrn im Lande der Lebendigen.“

 

Nicht nur der DIA wird ihn schmerzlich vermissen. (gez. Simone Schermann, Vorsitzende)

 

Dieser Artikel erscheint auch auf der Webseite des Autors


Autor: Albrecht Künstle
Bild Quelle: Symbolbild


Sonntag, 19 Februar 2023

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