Robert Habeck oder: Wenn du denkst, du denkst

Robert Habeck oder: Wenn du denkst, du denkst


Anlässlich eines seiner jüngsten öffentlichen Auftritte als Bundesmärchenminister hat Robert Habeck von der deutschen Ökopathie einen derartig abstrusen und absurden Wortsalat serviert, das nicht einmal die zu seiner Pressekonferenz einbestellten Vertreter der Staatsmedien davon naschen wollten.

Robert Habeck oder: Wenn du denkst, du denkst

Von Ramiro Fulano

Doch zunächst zu etwas ganz anderem. Als einer der wenigen ernstzunehmenden Journalisten der westlichen Welt macht Eduardo Feinmann vom argentinischen Leitmedium La Nacion angesichts des politisch korrekten, vermeintlich progressiven Regelbetriebs der Gegenwart immer wieder eine sehr ähnliche Beobachtung. Und laut Feinmanns Theorie bietet sich als Erklärung dafür folgendes an:

Die mediale Zielgruppe und politische Klientel des linksalternativen Nationalpopulismus besteht aus zwei idealtypisch zu unterscheidenden sozialen Gemengelagen: dem Hohlbirnen- und dem Matschbirnentum (im Original termismo vs. pulpismo).

Während die Hohlbirnen nach Feinmann zumindest theoretisch heilbar sind, denn sie müssen ja nur mit etwas Wissen, Vernunft und Verstand gefüttert werden, sind die Matschbirnen oft hoffnungslose Fälle. Denn im bezeichnenden Gegensatz zu den Hohlbirnen sind die Matschbirnen – wie der Name schon sagt – voller Matsch, weil sie unter dem Eigengewicht ihres geballten Unwissens, ihrer sozial und politisch opportunen Desinformation, zusammengebrochen sind. Ihre Vernunft und ihr Verstand sind bereits so vollumfänglich und fortschreitend korrumpiert, dass die Möglichkeit einer kognitiven Rekonstruktion fraglich erscheint.

Ich weiß auch nicht, warum mir in diesem Zusammenhang die Spitzen der deutschen Ökopathie einfallen. Aber die beiden Gallionsfiguren des ökologisch-korrekten Wahnsinns lassen sich ebenfalls – natürlich nur in ihrer Funktion als Exempel – in einem idealtypischen Feinmann-Diagramm verorten. Doch während man bei Frau Baerbock wenigstens hin und wieder den Eindruck bekommen kann, dass ihr vielleicht zu helfen wäre, wenn sie mal ein gutes Buch lesen würde - eine Einführung in die Geometrie oder ein Buch für den Sachkundeunterricht an der Mittelstufe bieten sich an - ist Habecks Evolution möglicherweise schon so weit fortgeschritten, dass wenig Anlass zur Hoffnung bestünde.

An dieser Stelle scheint ein Hinweis in eigener Sache angebracht. Natürlich muss man auch beim politisch korrekten Regelbetrieb der Bunterepublik unterstellen, dass es sich dabei um eine Art Show Business für hässliche Leute handelt; um ein Metier für Personen, die keine anderen finanziell verwertbaren Talente besitzen, als ihrem Publikum etwas vorzumachen. Und natürlich sind auch die Spitzen unseres Staates politische Dienstleister, die nur jene Rollen spielen, die die Öffentlichkeit von ihnen verlangt. Immerhin fühlen sich allen handelsüblichen Umfragen zufolge 15 bis 20 % der Wählerinnen und Wähler jederlei Geschlechts durch das politische Personal der deutschen Ökopathie zutreffend charakterisiert und vollumfänglich repräsentiert.

Es ist von daher nichts Ehrenrühriges, wenn deren politisches Personal mit seinem Talent im hier gemeinten Sinne wuchert. Oder, wie es am Broadway heißt: if you got it, flaunt it (zu deutsch: Wer lang hat, lässt lang hängen. Mel Brooks, The Producers). Nur machen manche Ökopathen von ihrem Talent zu Irreführung und grobem Unfug vielleicht etwas übergebührlichen Gebrauch.

Ungeachtet dessen darf man davon ausgehen, dass auch “grüne” Politik eine Dienstleistung ist, die zielgenau für ihren Markt konzipiert wurde. Und bekanntlich ist es besonders einfach, solchen Menschen etwas vorzumachen, die sich intelligent wähnen, auch wenn sie nur besonders lange studieren mussten, um so blöd zu werden, wie sie nun mal sind, immer waren und immer sein werden. In der aktuellen psychologischen Forschung ist davon als Dunning-Kruger-Effekt die Rede und für diese Art von Selbstüberschätzung scheinen insbesondere Personen mit höherer formaler “Bildung” besonders anfällig zu sein. Einbildung ist schließlich auch eine Bildung und besser eine Macke als gar kein Profil.

Doch was ist mit den 80 bis 85 % aller Menschen, die bei der letzten Bundestagswahl nicht Die Grünen gewählt haben, vielleicht, weil sie wissen, dass “grüne“ Politik ein teurer Luxus ist, den sich nur die wenigsten von uns leisten können? Was ist mit der schweigenden Mehrheit und ihrem Recht auf ein menschenwürdiges, friedliches und bezahlbares Leben? Bei Habeck, Baerbock und der Hampel-Koalition ist es damit Essig. So ist das eben, wenn die offizielle Politik menschliche Existenz auf die Entsorgungsproblematik reduziert.

Begriffloses Denken, daran sei auch an dieser Stelle noch einmal erinnert, ist gar kein Denken. Aber was hat Habeck denn überhaupt von sich gegeben? Nun, so genau ist das nicht zu sagen, anscheinend auch nicht für Habeck selbst. Denn in dieser Woche will die EU unter deutscher Führung weitreichende energetische Zwangssanierungen an Bestandsimmobilien verordnen, die dazu führen werden, dass vor allem ältere Eigentümer sich ihre Immobilien schlicht und ergreifend nicht mehr leisten können und unter Zwang verkaufen müssen, Stichwort: kalte Enteignung. Denn Kinderbuchautoren jederlei Geschlechts wissen so viel besser mit dem Geld anderer Leute umzugehen als die Eigenheimler selbst, die jahrzehntelang für ihren bescheidenen Wohlstand gearbeitet haben und sich dafür nun eine neue Bleibe suchen dürfen.

Rechtzeitig, bevor der nach dem Verbot der “fossilen” Heizungen ab 2024 nächste und wesentlich größere Überfall aufs zahlende Publikum stattfindet, wollte der Bundesmärchenminister also offenbar in die Propagandaoffensive ziehen, mit einem listigen Täuschungsmanöver, in dem er sich als eine politische Lichtgestalt inszeniert, die “Klimarettung” und soziale Verantwortung unter einen Hut zu bringen vermag.

Laut Einladung aus seinem Ministerium sollte es um irgendeine “Große Transformation” gehen, die uns irgendeine Art von “fairem Auskommen“, vor allem aber die “Entkarbonisierung” der VEB Gagaland AG bescheren soll, wenn es nach der Hampel-Koalition geht.

Doch während der Bundesmärchenminister sich anschickte, einer staunenden Weltöffentlichkeit zu erklären, wie er die Deindustrialisierung des Wirtschaftsstandorts Germany ohne gleichzeitige Massenverarmung (vulgo: die Quadratur des Kreises) hinbekommen möchte, verstrickte er sich immer tiefer in ökologisch-korrektem Kauderwelsch und Geschwurbel, bis er schließlich nur noch einen unverständlichen ideologischen Wortsalat regurgitieren konnte, der aus wenigen vollständigen Sätzen bestand, dafür aber wie aus einem immensen inneren Zwang und wie auf Autopilot hervorgebracht schien.

Bemerkenswert war weniger der Inhalt von Habecks Rede, sondern die Form, in der diese rhetorische Dekompensation dargeboten wurde: als eine Art parlature automatique, als – komplementär zum automatischen Schreiben –automatisiertes Reden. Oder weniger ambitioniert ausgedrückt: als haltloser Wortschwall, der von seinen wahren Absichten ablenken sollte. Und die sind: Wie schmeißen wir ein paar Millionen alte Leute aus ihren Eigentumshäuschen, ohne dass es jemand merkt.

Natürlich geht es zu weit, wenn man vom politischen Personal, das man freiwillig-unfreiwillig alimentiert, erwartet, dass es auf offene und ehrliche Art und Weise mit einem kommuniziert. Von mir aus könnte der Bundesmärchenminister seine Pressemitteilungen auch in Knotenschrift herausgeben. Es würde ihn in der von ihm betriebenen Sache weder inhaltlich noch formal unverständlicher machen.

Aber war der Auftritt des Kinderbuchautoren nun Kunst oder konnte das weg? Ich weiß es nicht. Habeck musste etwas sagen, damit niemand merkt, was wirklich passiert. Sogar um den Preis, dass er anschließend als jemand dasteht, der sich beim Reden in immer hohleren Worthülsen verheddert, weil er mit dem ökologisch-korrekten Phrasenmäher im Dickicht seiner unausgegorenen Gedanken hängen bleibt.

Natürlich hat jemand wie Robert Habeck es nicht leicht. Denn im bemerkenswerten Gegensatz zu herkömmlichen Märchen spielen seine Fantasiestücke in der Zukunft. Und naturgemäß weiß niemand, wie die wird. Science Fiction macht sich diesen Umstand zunutze. Aber gute Science Fiction war Habecks Auftritt trotzdem nicht, denn er scheint denselben Fehler zu machen, den auch viele Schauspielerinnen jederlei Geschlechts begehen: sich als kleine Genies anzusehen, nur weil sie einmal im Leben einen leidlich intelligenten Satz nachplappern durften.

Indes wusste bereits die Sängerin Gitte stellvertretend für den deutschen Schlager der tiefsten Siebziger: Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst.

In diesem Sinne wünschen wir Robert Habeck eine gute und baldige Besserung.

 

 


Autor: Ramiro Fulano
Bild Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung from Berlin, Deutschland, CC BY-SA 2.0 , via Wikimedia Commons


Montag, 13 März 2023

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