Der „Haxn-Effekt“ – wie Essen und Nachrichten uns formen

Der „Haxn-Effekt“ – wie Essen und Nachrichten uns formen


Wenn ein Mensch so eine Haxn‘ isst, bleibt diese nicht mehr wie sie ist. Auch nähert sich der Mensch sodann, langsam seinem Opfer an“.

Der „Haxn-Effekt“ – wie Essen und Nachrichten uns formen

Von Meinrad Müller

Die Haxe verschwindet zwar vom Teller, doch sie ist nicht weg. Sie ist nur anderswo und formt peu à peu unseren Körper. „Geistesnahrung“ aus Funk und Presse ist jedoch weit problematischer, denn es formt unser Denken.

Jeder Gedanke, den wir in uns tragen hat seine Wurzeln in dem, was wir mit Augen und Ohren in uns aufnahmen. Der unkritische Konsum von Funk und Presse prägt unsere Denkrichtung nachhaltig. Das geistige Fastfood wie auch das Kulinarische gelangen zwar auf unterschiedliche Weise in unseren Körper, doch beides wirkt sich unvermeidlich auf unser Leben aus.

Die lecker mundenden Haxen, vorzugsweise mit drei Knödeln und dunkler Bratensoße serviert, dazu köstlichen Krautsalat mit Speckwürfelchen, lagern sich unweigerlich ab. Vorzugweise um unsere Hüften. Auch die morgendliche Lektüre der Heimatzeitung, „macht etwas mit uns“. Beides, Speisen und Texte, dringen in uns ein und formen uns. Wer die überflüssigen Pfunde um die Hüften loswerden will, der kann eine Diät beginnen. Schwieriger hingegen ist es, die jahrelang gefüllten Informationsspeicher zu leeren.

Die „Köche“ in den Redaktionsstuben

Das Rohmaterial erhält der Koch, respektive Redakteur, von Nachrichtenagenturen wie dpa, AP, Reuters etc. Die übermittelten „Fakten“ dürfen nicht verändert werden. Es wundert uns folglich nicht, wenn wir von Flensburg bis Garmisch das Gleiche vorgesetzt bekommen. Beispiele: „Flensburg freut sich über Neubürger“ oder „Garmisch freut sich über Neubürger“.

Zeitungen, Radio und Fernsehen sind für uns Einbahnstraßen. Es nützte nichts, würden wir aus Wut über das Gesendete einen Pantoffel an die Mattscheibe werfen. Diese Unmutsäußerung käme in der Redaktion nicht an. Wenn Printmedien und die ÖRR ihre Online-Kommentarfunktion regelmäßig abschalten, dann zeugt dies von purer Angst. Man will verhindern, dass Leser sich gegenseitig informieren, Unbequemes öffentlich machen oder sich gar zu Gruppen zusammenschließen.

Unsere Sucht nach Informationen

Die Neugierde, die in uns allen wohnt, mag vor Millionen von Jahren eine Überlebenshilfe gewesen sein. Wer hat gefährliche Wölfe gesehen, die das Leben der Kinder in der Höhle gefährden könnten? Der Austausch von Neuigkeiten konnte demnach überlebenswichtig sein? Und heute? Wir sind quasi süchtig danach, von Ereignissen zu erfahren, die uns Schaden zufügen könnten. Und deshalb können wir mit überflüssigen Meldungen „abgefüttert“ werden wie kleine Hündchen.

Wird eine kritische Faktenlage jedoch journalistisch „bunt“ verkleidet, so sehen wir die Bedrohung nicht. Wir erfahren als Topmeldung, welcher Vanillepudding mit Himbeersoße beim Staatsempfang für unsere „Völkerrechtlerin“ gereicht wurde. Oder welches Kleid sie trug. Dass sie aber in China öffentlich vor laufender Kamera vom dortigen Außenminister gemaßregelt wurde, erfährt der Leser nicht. Sollte er aber, um ein vollständiges Bild zu gewinnen.

Der Neugierde auf der Spur

Wenn man eine Waschmaschine kaufen möchte, recherchiert man. Wir wollen wissen, was andere über das „Super-Energiespar-nie-kaputt“-Gerät sagen. Schließlich wollen wir keine 1000 Euro in den Sand setzen und uns jahrelang ärgern. Viele unterschiedliche Quellen zu finden hilft uns, eine Entscheidung zu treffen.

Wir versagen allerdings aus purer Bequemlichkeit, uns Informationen aus dem politischen Bereich aus unterschiedlichen Quellen zu beschaffen. Wenn wir nur wollten, könnten wir erfahren, was in Indien, Südamerika, Frankreich und anderswo über unsere Regierung gedacht wird. Ein Klick (in Google Chrome) auf die rechte Maustaste genügte, um uns z.B. einen Zeitungsartikel von Le Monde, Paris, in Deutsch anzeigen zu lassen. Hunderte regierungskritische Blogs übernehmen heute die Arbeit, die vor Jahrzehnten noch Aufgabe der Presse war. Aufdecken, enthüllen, Bürger informieren.

Regierungskritische Blogs als neue Enthüller im Netz

Haben wir nicht eigentlich die Pflicht, jenen zu helfen, die noch im Dunklen tappen? Nichts ist leichter, als den Link zu einer Internetseite z.B. www.pi-news.net zu kopieren und diesen per Email oder Whatsapp an unsere noch schlafenden Bekannten weiterzuleiten. Tun Sie es nicht, haben Sie diese „moralische Hilfeleistung“ unterlassen.

Abschließend ein Zitat von Markt Twain:

Es ist einfacher, Leute zu täuschen, als sie davon
zu überzeugen, dass sie getäuscht wurden.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Rasheedhrasheed, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Mittwoch, 19 April 2023

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