Eskalierende Rhetorik: Antisemitische Tendenzen in türkischer Religionsbehörde Diyanet beunruhigen

Eskalierende Rhetorik: Antisemitische Tendenzen in türkischer Religionsbehörde Diyanet beunruhigen


Antisemitische Untertöne in Predigten der türkischen Religionsbehörde Diyanet verursachen international Besorgnis, insbesondere im Hinblick auf den bevorstehenden Staatsbesuch von Präsident Erdogan in Deutschland

Eskalierende Rhetorik: Antisemitische Tendenzen in türkischer Religionsbehörde Diyanet beunruhigen

Inmitten der ohnehin komplexen geopolitischen Beziehungen des Nahen Ostens sendet die türkische Regierung Signale aus, die von vielen Seiten als besorgniserregend eingestuft werden. Die rhetorische Unterstützung der Hamas durch Präsident Recep Tayyip Erdogan und führende Mitglieder der türkischen Religionsbehörde Diyanet hat eine Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit und die Verantwortung von staatlichen Organen ausgelöst. In einer Zeit, in der antisemitische Vorfälle weltweit mit Sorge betrachtet werden, wirft das Verhalten der türkischen Amtsträger ernste Fragen auf.

Die Prädikate, die Erdogan der Hamas zuweist – eine von mehreren Nationen als Terrorgruppe klassifizierte Organisation –, sind nicht nur politisch, sondern auch moralisch umstritten. Die jüngste Brutalität der Hamas vom 7. Oktober, die durchaus als barbarisch bezeichnet werden kann, steht im krassen Gegensatz zu Erdogans Beschreibung der Gruppe als "Befreiungsorganisation". Dieser Widerspruch erreicht einen empfindlichen Punkt, da Erdogan bald zu einem Staatsbesuch in Deutschland erwartet wird – einem Land, das eine klare Position gegen Antisemitismus und Terrorismus einnimmt.

Die Freitagspredigten von Diyanet, insbesondere diejenigen von Ali Erbas, zeigen eine alarmierende Tendenz, die in Deutschland als unakzeptabel gilt. Wenn Predigten dazu aufrufen, "mit Händen" gegen Israel zu handeln, überschreiten sie eine rote Linie, die in der deutschen Gesellschaft fest verankert ist, wo solche Aussagen nicht nur als inakzeptabel, sondern als illegal betrachtet werden.

Die Ditib-Moscheen in Deutschland, die in ihren Freitagsgebeten die Predigten von Diyanet nachahmen, stehen nun im Mittelpunkt der Kritik. Die Frage, die sich stellt, ist nicht nur eine der internationalen Diplomatie, sondern auch des inneren Friedens und der Rechtsstaatlichkeit in Deutschland. Die Predigten, die eine geschichtlich belastete und entzweite Rhetorik gegen Juden aufgreifen, könnten die hart erkämpften Fortschritte im interreligiösen Dialog und in der Bekämpfung des Antisemitismus untergraben.

Die Ironie, dass eine Institution, die den Genozid an den Armeniern leugnet, von Völkermord spricht, kann kaum übersehen werden und fügt dem Problem eine weitere Schicht der Heuchelei hinzu. Dies verstärkt nur die Dringlichkeit für die deutsche Politik und Gesellschaft, auf solche Aussagen mit der gebotenen Ernsthaftigkeit zu reagieren.

Das Resümee des Publizisten Murat Kayman stellt eine düstere Prognose für die zukünftige Rolle der Ditib in Köln. Die Fähigkeit der Ditib, eine Position zu beziehen, die das Existenzrecht Israels bestätigt, die Hamas verurteilt und sich mit den Juden in Deutschland solidarisiert, scheint weiter entfernt denn je.

Der Konflikt zwischen dem Recht auf freie Meinungsäußerung und der Notwendigkeit, Hassrede zu unterbinden, stellt Deutschland vor ein Dilemma. Während Deutschland sich bemüht, ein weltoffenes und tolerantes Land zu sein, ist es auch gefordert, seinen unerschütterlichen Stand gegen Antisemitismus zu behaupten und zu verteidigen. Diese Herausforderungen erfordern nicht nur politisches Geschick, sondern auch eine entschlossene Verteidigung der Werte der Aufklärung und des friedlichen Zusammenlebens.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot X


Freitag, 03 November 2023

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