Dramatische Geiselnahme am Hamburger Flughafen legt Flugbetrieb lahm

Dramatische Geiselnahme am Hamburger Flughafen legt Flugbetrieb lahm


Eine dramatische Geiselnahme erschüttert Hamburg: Ein bewaffneter Mann mit seiner Tochter zwingt den Flughafenbetrieb zum Stillstand und löst eine großangelegte Polizeiaktion aus.

Dramatische Geiselnahme am Hamburger Flughafen legt Flugbetrieb lahm

Ein Mann, bewaffnet und getrieben von einer verzweifelten Tat, durchbricht die Grenzen des Erlaubten – und die eines Flughafentores. Seine Waffe: nicht nur die Pistole in seiner Hand, sondern auch das eigene Kind, vier Jahre jung, unfreiwillig zur Geisel der Umstände gemacht.

Gegen 20 Uhr zerreißt das Geräusch splitternden Metalls die gewöhnliche Stille des Hamburger Flughafens. Mit einem Auto bahnt sich der Geiselnehmer einen Weg auf das Vorfeld, direkt in das Herz des zivilen Luftverkehrs. Seine Botschaft an die Welt: zwei Schüsse in die Luft, gefolgt von brennenden Flaschen – Molotowcocktails, die er achtlos aus seinem Wagen wirft. Ein Szenario wie aus einem Actionfilm, doch die Gefahr ist real und hat den Flugbetrieb augenblicklich eingefroren.

Thomas Gerbert, Sprecher der Bundespolizei, beschreibt die Szene, während die Flughafenfeuerwehr die Flammen löscht. Kein materieller Schaden, doch der immaterielle ist immens. Der Flughafen steht still, Flugzeuge werden evakuiert, die Passagiere in Sicherheit gebracht. Unter ihnen die Insassen einer Turkish Airlines-Maschine, Zeugen eines Dramas, das keiner zu sehen erwartete.

Das private Leid, das zu dieser öffentlichen Gefahr geführt hat, liegt im Dunkeln eines Sorgerechtsstreites. Ein Vater, dessen Liebe oder Verzweiflung zu weit gegangen ist. Entführt er doch sein eigenes Kind aus dem sicher geglaubten Umfeld der Mutter, treibt es quer durch die Stadt bis zu einem Ort, der für Reisen und Träume steht. Und doch wird dieser nun zur Bühne eines Albtraums.

Während der Flughafen zum Geisterfeld wird, richten sich alle Augen auf die Spezialkräfte. Ein Spezialeinsatzkommando, unterstützt von Polizeipsychologen, sucht das Gespräch. Sandra Levgrün, Polizeisprecherin, vermeldet am Sonntagmorgen, dass man mit dem Mann in Verhandlungen steht. In Türkisch, der Sprache des Herzens für den Geiselnehmer, suchen sie eine Lösung, die kein weiteres Leid verursacht.

Die Polizei, robust und doch vorsichtig, hält die Stellung. Man verhandelt, hofft und arbeitet daran, dass dieser Tag ohne weiteres Blutvergießen enden kann. Es ist eine Zerreißprobe für die Nerven aller Beteiligten – eine Mutter, die um ihr Kind bangt, Passagiere, die ihre Reisepläne gestört sehen, und eine Stadt, die einen weiteren Schlag gegen ihre Sicherheit erlebt.

Der Flughafen, der erst im Oktober wegen einer Anschlagsdrohung und im Juli durch Aktivisten einer Umweltgruppe stillstand, erlebt eine neue Form der Bedrohung. 3.200 Passagiere betroffen, Flüge gestrichen, ein Betrieb am Boden – die wirtschaftlichen und emotionalen Kosten sind noch nicht absehbar.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: By qwesy qwesy, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55298067


Sonntag, 05 November 2023

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